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            <title type="main">Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands</title>
            <title type="sub">Frankfurt a. M. 17. Dezember 1837, Nro. 101</title>
            <title type="short">Universal-Kirchenzeitung</title>
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            <publisher>Steinheim-Institut</publisher>
            <publisher>Beata Mache</publisher>
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            <date type="publication">2014</date>
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            <bibl type="J">Universal-Kirchenzeitung</bibl>
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                     Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands
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                  <title level="j" type="issue" n="101">17. Dezember 1837, Nro. 101</title>
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                        <forename>Julius Vinzent</forename>
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                  <pubPlace>Frankfurt am Main</pubPlace>
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                  <publisher><name>Varrentrapp</name></publisher>
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         <editorialDecl><p>Offensichtliche Setzerfehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Original-Orthographie wurde ansonsten beibehalten.</p></editorialDecl>  
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         <p rend="UKZ 1 Titel">Unparteiische Universal-Kirchenzeitung<lb/>
            für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, <lb/>
            katholischen, und israelitischen Deutschland's. <lb/>Frankfurt a. M., den 17. Dezember 1837. Nro. 101.</p>
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         <div type="inhalt">
         <head>Inhalt: </head>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Beiträge für die Erbauung einer kathol. Kirche in <hi rend="italic">Friederichsstadt</hi>. — </p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Visitationsreise des päpstlichen Delegaten in <hi rend="italic">Syrien </hi>(Forts. u. Schluß.) — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Kirchliche Nachrichten</hi>
            <hi rend="italic">. Westindien. Cayenne</hi>; Ankunft der Geschenke für die Kirche von <hi rend="italic">Sinnamary</hi>. <hi rend="italic">Guiana</hi>; Todesfälle. <hi rend="italic">Jamaika</hi>; Bestellung eines geistlichen Obern. — <hi rend="italic">Nordamerika. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Charlestown</hi>; Prozeß einer Ursulinerinn. — <hi rend="italic">Deutschland. Preußen. Berlin</hi>; Erlaß über das Rechtsverhältnis in der Angelegenheit mit dem Erzbischof von Köln. Urtheil eines Lutheraner in Kiel über diese Angelegenheit. -<hi rend="italic">Würtemberg. Stuttgart</hi>; Versetzung. <hi rend="italic">Tübingen</hi>; Preisaustheilung der evang. theol. Fakultät. <hi rend="italic">Rottenburg</hi>; Firmung. <hi rend="italic">Crailsheim</hi>; Danksagung. <hi rend="italic">Waiblingen</hi>; angebliche Mordthat. <hi rend="italic">Hall</hi>; Kirchenrestauration. <hi rend="italic">Churhessen. Cassel</hi>; über Ernennung des Superintendenten, oder evangel. Landesbischofs. <hi rend="italic">Marburg</hi>; Predigervereine.- <hi rend="italic">Sachsen-Meiningen. Meiningen</hi>; Berufung eines Hofpredigers; Anwesenheit des Rabbiner Sachs aus <hi rend="italic">Jerusalem</hi>. — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Theologische Akademie. </hi>
         </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Kathol. Abth.</hi> Ueber die beiden im jetzigen Judenthume sich gegenüberstehenden religiösen Richtungen. Vom Regierungsrath <hi rend="italic">Wilhelm von Schütz</hi> in Reichenwalde (Forts.) — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Anzeigen.</hi> Ankündigung der neuen <hi rend="italic">
               Katholischen Kirchenzeitung</hi>, redigirt von Dr. 
            <hi rend="italic">J. V. Hoeninghaus</hi>.<lb/><hi rend="normalweight">|Sp. 1599|</hi></p>
      </div>
         <div type="mantel">
         <head>
             Beiträge für die Erbauung einer neuen katholischen Kirche <lb/>in <hi rend="italic">Friedrichsstadt an der Eyder</hi> in Dänemark.</head>
         <p>Uebertrag von No. 98								167 fl. 30 kr.</p>
         <p>Von einem Gymnasial-Religionslehrer und einigen seiner Schüler, <lb/>sowie von einer frommen Familie, zusammen eine Liebesgabe von <hi rend="underline"> 34 fl. 30 kr.</hi>
         </p>
         <p>191 fl. 43 kr.</p>
        </div>
         <div type="mantel">
         <head>‒†‒ Visitationsreise des päpstlichen Delegaten in Syrien.</head>
         <p>(Fortsetzung und Schluß.)</p>
         <p>Von <hi rend="italic">Sebaste</hi> nach <hi rend="italic">Naplous</hi> gibt es nur Berge und steile Felsen. Von der Höhe eines der erstern entwickelte sich die Stadt vor unsern Augen in einem geräumigen Thale. Ihre Gebäude springen unter zahlreichen Gebüschen, unter Blumen-Gärten, unter stets grünen, schattigen Bäumen hervor; unzählige Bäche durchrieseln diesen Garten und verbreiten eine erfrischende Kühle; dieß Alles ließ uns glauben, Naplous müsse ein zauberischer Aufenthalt seyn. Wir gelangten bald an seine Thore. Wie groß war nicht unser Erstaunen, als wir hier, gerade noch, wie zur Zeit unsers Heilands, eine Anzahl Aussätziger fanden, die mit einer Mitleid erregenden Stimme eine kleine Unterstützung in Anspruch nahmen. Wie gern hätten wir gesehen, daß wir ihnen, außer den Almosen, die wir ihnen zur Linderung ihres Elends reichten, für das Heil ihrer Seele von größerem Nutzen hätte seyn können! Da wir uns in der Stadt nicht aufhalten konnten, so durchzogen wir der Länge nach eine ihrer Hauptstraßen, was von einem Thore zum andern eine halbe Stunde wegnahm. Im Allgemeinen war der Anblick der Stadt nicht übel; ihr Bazar, ihre beste Zierde, ist einer der schönsten im ganzen Orient. Die Stadt aber fühlte noch die Nachwehen von dem Kriege, dessen Hauptschauplatz sie neuerlich mit gewesen war. Damals war sie fast verlassen im Verhältniß zu ihrer Einwohnerzahl vor einem Jahrgehend, wo dieselbe, wie man sagt, mehr, als zwölftausend Seelen sollte betragen haben. Diese alte Stadt hatte vor Alters den Namen Sichem oder Sichar. Hieher begab sich <hi rend="italic">Abraham</hi>, als er sein Land verließ, um dem göttli- |Sp. 1600| chen Willen zu gehorchen. <hi rend="italic">Jakob's</hi> Kinder zerstörten die Stadt; später wurde sie wieder aufgebaut, darauf zum zweitenmale von <hi rend="italic">Abimelech</hi> verwüstet. <hi rend="italic">Jerobeam</hi>, König von Israel, stellte sie wieder her, und machte sie für kurze Zeit zu seiner Hauptstadt. In der h. Schrift liest man: <hi rend="italic">Jakob</hi> habe seine zu Sichem belegenen Ländereien seinem Sohne <hi rend="italic">Joseph</hi> geschenkt, der zuletzt auch dort begraben wurde. Noch zeigt man eine Viertelstunde vor der Stadt ein Grab, unter welchem seine Asche ruhen soll. <hi rend="italic">Garamond</hi>, Patriarch von Jerusalem, hielt im 12. Jahrhundert ein Conzilium zu Naplous. Hier befindet sich ein sehr altes samaritanisches Manuskript vom Pentateuch; wir konnten es nicht sehen.</p>
         <p>Nahe bei der Stadt, westlich, liegt der Berg <hi rend="italic">Garizim</hi>. Dort war es, wo <hi rend="italic">Josua</hi> auf Moses Befehl vor der Bundeslade durch die Priester die zehn Gebote verkündigen ließ und wo <hi rend="italic">Abimelech</hi> seine im Buche der Richter erzählte Lobrede sprach. Wie erwähnt, wurde zur Zeit <hi rend="italic">Alexander's</hi> ein Tempel auf diesem Berge erbauet, den <hi rend="italic">Hircan</hi> zerstörte, den man später wieder herstellte und dieser ist es, auf welchen die Samaritaner anspielten, als sie zu unserm Herrn redeten. Kaiser <hi rend="italic">Zeno</hi> verwandelte ihn in eine Kirche; als aber die Samaritaner sich empört hatten, zerstörten die Kaiser Stadt und Kirche, und vertrieben die Einwohner.</p>
         <p>Unterhalb des Berges Garizim nicht weit von Naplous befindet sich der Jakobsbrunnen, auch der Samariterbrunnen genannt. Große Steine verdecken die Oeffnung; die Tiefe ist nicht beträchtlich, wenn man nach dem Schalle urtheilen darf, den ein hinabgeworfener Stein verursacht, jedoch, glaubt man, der Boden, auf welchen der Stein fallt sey nur ein Vorsprung und der wirkliche Brunnen liege weiter seitwärts. Nun war es gegen Mittag. Ermüdet von der Reise, setzten wir uns neben den Brunnen und lasen mit religiöser Aufmerksamkeit die Geschichte der Samaritanerinn, wie sie <hi rend="italic">St. Johannes</hi> berichtet. Wir fühlten uns gedrungen, tausendmal den guten Hirten zu segnen, der mit so viel Erbarmen das verlorene Schaf aufsuchte.</p>
         <p>Wir zogen weiter; schon hatten wir die letzten Berge Samariens überschritten; noch befanden wir uns im Gebiete des Stammes <hi rend="italic">Ephraim,</hi> als wir Trümmer einer alten Kirche erblickten. Wir näherten uns denselben, wir erkannten an den großartigen Ueberbleibseln die großmüthige Frömmigkeit der Mutter des großen <hi rend="italic">Konstantin</hi>. Sie befinden sich fast mitten im Dorfe, dem heutigen <hi rend="italic">Elbir</hi>, in der heil. Schrift unter dem Namen Machmas bekannt. <hi rend="italic">Jonathan </hi>hielt sich daselbst eine Zeit lang auf. Man glaubt sogar, hier sey es gewesen, wo die h. Jungfrau ihren Jesus vermißte, als sie von <hi rend="italic">Jerusalem</hi> nach <hi rend="italic">Nazareth</hi> zurückkehrte, nachdem das |Sp. 1601| Pfingstfest beendigt war. Die Kirche ist an derselben Stelle erbaut, wo dieser evangelische Vorgang, der Sage nach, statt gehabt haben soll. Hierauf kamen wir in den Stamm Juda. Wir gelangten auf den Gipfel eines Berges, als plötzlich eine Stimme rief: <hi rend="italic">Jerusalem</hi>! Und wir erblickten mit Ueberraschung eine große Stadt, ringsum von hohen Mauern umgeben. Ueber diesen Mauern erhob sich ein Thurm, der Thurm <hi rend="italic">David's</hi>. In dem Innern der Stadt gewahrte man ein langes geräumiges Monument von Vorhöfen umgeben; dieß war der Tempel <hi rend="italic">Salomon's</hi>. Zur Seite desselben erhob sich ein weitläufiger Dom; es ist der Dom des heiligen Grabes. Im Süden ist der Berg <hi rend="italic">Sion</hi>, im Osten der <hi rend="italic">Oelberg</hi>; zwischen diesem Berge und der Stadt liegt das enge Thal <hi rend="italic">Josaphat</hi> in dessen Niederung das trockene Bette des Kidron-Flusses. Der Eindruck, welchen man bei'm Anblicke Jerusalem's empfindet ist eben so lebhaft, als das Gefühl von Andacht, wovon wir ergriffen wurden, als wir uns den Thoren dieser Stadt der Wunder näherten. Wir betraten sie indessen nicht; wir begehrten zuerst das Heiligthum von <hi rend="italic">Bethlehem</hi> zu besuchen, das nur drei Stunden mittäglich von der heiligen Stadt entfernt ist, Nachdem wir von Weitem das heil. Grab begrüßt hatten, zogen wir längs den Mauern von Jerusalem hin und betraten bald die nach Bethlehem führende Ebene.</p>
         <p>Wir brechen hier diese Fragmente ab, da das Ganze den Raum übersteigen, der uns in den wenigen Nummern bis zum Schlusse des Jahrganges der <hi rend="italic">Univ.-K.-Z.</hi> noch vergönnt ist. Es sollte den Herausgeber freuen, wenn diese Mittheilungen einigermaßen mitgewirkt hätten, das Interesse des katholischen Deutschlands für das geheiligte Werk des Vereins zur Verbreitung des Glaubens zu beleben. Die Annales erhalten, wie schon früher bemerkt, in Deutschland und in der Schweiz eigene vollständige Uebersetzungen, deren Ertrag einem erhabenen Zwecke zugewandt wird. In keinem katholischen Hause sollten diese Jahrbücher fehlen.</p>
       </div>
         <div type="kn">
         <head>Kirchliche Nachrichten.</head>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Westindien.</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Cayenne.</p>
         <p>‒†‒ <hi rend="italic">Cayenne</hi>. Mit. lebhafter Freude beeilen wir uns, über die am 10. Aug. durch das Schiff Titan von Bordeaux hier angekommenen, für die Mission von Sinnamary bestimmten Gegenstände Bericht zu erstatten. Dieselben sind dem Hrn. Abbé <hi rend="italic">Guillier</hi>, Apostol. Präfekt von franz. Guiana, überliefert worden. Auf diese erfreuliche Nachricht hatte sich der eifrige Pfarrer von Sinnamary anher begeben und diese Gegenstände, welche seine Heerde beglücken und die gehegten Hoffnungen rechtfertigen sollten, abgeholt. Gläubige Frankreich's, Wohlthäter von Sinnamary! jene Gegenstände sind Geschenke, die Eure Frömmigkeit, Eure Christenliebe dieser wichtigen Mission hat widmen lassen, die, seit vierzig Jahren in Verlassenheit geblieben, gewiß noch mancherlei bedarf, die aber doch jetzt — Dank Eurer Großmuth — das Nothwendigste besitzt, die heiligen Geheimnisse zu feiern. Dank sey Eurer Mildthätigkeit! der Altar bestehend aus einigen über zwei Tonnen gelegten Brettern ist durch einen des dreieinigen Gottes würdigeren ersetzt worden. Hr. Abbé Carnet, dieser unermüdete, unerschrockene Missionar, den man Sümpfe und Moräste durchwaten sieht, der mit rühmenswerthem Muthe die gefährlichen Insektenstiche und tödlichen Bisse der Reptilien erträgt, hatte seine verstreute Heerde in dem Tempel versammelt und stimmte am Fuße des reich geschmückten Altars das Tedeum an. Freie, Sklaven, und Indianer, ohne Unterschied, brachten dem Allmächtigen ihr Dankopfer dar, zugleich aber auch beteten sie für das Wohlergehen ihrer Wohlthäter in Frankreich, die sie durch ihre großmüthigen und freiwilligen Gaben beglückten. Ja! göttlich muß die Religion seyn, welche so erhabene Mildthätigkeit einflößt; sie ist ein eben so sanftes als starkes Band, das die Menschen vereinigt und zu eben so viel Brüdern macht. Ehre, Dank und Segen den Wohlthätern der Mission von Sinnamary!</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Univers)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">
            <hi rend="italic normalweight">|Sp. 1602|</hi> Guiana.</p>
         <p>Die Londoner (prot.) Missions-Gesellschaft hat zwei ihrer thätigsten Arbeiter, im englischen <hi rend="italic">Guiana</hi>, die beiden Missionäre J. <hi rend="italic">Wray</hi> und James <hi rend="italic">Havre</hi> durch den Tod verloren. Sie waren in Angelegenheit der Mission nach Demarara gereist gewesen, brachten von daher die Keime eines bösen Fiebers mit, und starben, der Eine am 6. Juni, der Andere zwei Tage später.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Bergedorfer Bote)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Jamaika.</p>
         <p>‒†‒ <hi rend="italic">Jamaika</hi>, welches bisher in geistlichen Sachen von dem Bischofe von <hi rend="italic">Olympus</hi>, der seinen Sitz auf Trinidad hatte, abhing, erhält seinen besondern geistlichen Obern. Allem Anscheine nach ist dazu Pater <hi rend="italic">Fernandez</hi>, ein spanischer Mönch, bestimmt, der sich lange Zeit in den südamerikanischen Missionen befunden hat. Zwei Jesuiten werden unter ihm arbeiten, ein Engländer und ein Franzose. Letzterer, Pater <hi rend="italic">Duperron</hi> war am 3. Sept. nach England abgegangen, um seinem Mitbruder sich anzuschließen. Beide begeben sich unmittelbar nach der Mission, wo die Zahl der Katholiken freilich geringe ist, doch hofft man, die auf der Insel in großer Unzahl befindlichen Neger zu bekehren, besonders da dieselben seit ihrer Emanzipation manche Besorgnisse einflößen. Man hat zweifelsohne eingesehen, daß die Religion das mächtigste Hilfsmittel abgibt, sie im Zaume zu halten.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften"> (Ami de la Religion)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Nordamerika. </p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Vereinigte Staaten von Nordamerika.</p>
         <p>‒†‒ <hi rend="italic">Charlestown</hi>. Am 31. Aug. hat zum erstenmale hier eine <hi rend="italic">Ursulinerinn</hi> Profeß gethan. Diese hier im Lande ganz neue Feierlichkeit, hatte in der Kathedrale viele Leute versammelt. Die Nonne, welche den <hi rend="italic">schwarzen</hi> Schleier empfing war eine Miß Wulfe, die in derselben Kirche im Jahr 1831 mit dem <hi rend="italic">weißen</hi> Schleier bekleidet worden war und damals ihr Noviziat angetreten hatte, die 6 Probemonate ungerechnet. Der Hr. Bischof <hi rend="italic">England</hi> leitete die Feierlichkeit, assistirt von drei Priestern und mehreren jungen Geistlichen. Die übrigen Ursulinerinnen, vier Nonnen und eine Novize nahmen abgesonderte Plätze ein. Nach den gebräuchlichen Gebeten richtete der Prälat eine Anrede an die Einzukleidende, über ihren Beruf, über die Vorzüge und Verbindlichkeiten ihres Standes. Er feierte die Messe und empfing das Gelübde der Miß <hi rend="italic">Wulfe</hi> die den Namen <hi rend="italic">Schwester Maria-Joseph von Sales</hi> annahm.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Ami de la Religion)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Deutschland. </p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Preußen.</p>
         <p>Berlin, 30. Nov. In diesem Augenblicke werden im kön. lithographischen Institute viele tausend Exemplare eines Erlasses, welcher das Rechtsverhältniß der Angelegenheiten des nach Minden abgeführten Erzbischofs von <hi rend="italic">Köln</hi>, Frhr. <hi rend="italic">von Droste</hi>, darstellt verfertigt. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Hamb. Corr.)</p>
         <p>— Die „Hannover'sche Zeitung“ meldet aus <hi rend="italic">Kiel</hi> unter'm 4. Dez. Folgendes: </p>
         <p>„Die Wegführung des Erzbischofs von <hi rend="italic">Köln</hi> hat auch hier, in einer <hi rend="italic">protestantischen</hi> Stadt, große Sensation erregt. Hoffentlich wird die gegen den Erzbischof ergriffene Maßregel durch genaues Vorlegen authentischer Aktenstücke besser in's Licht gestellt werden, als bisher durch das ministerielle Publicandum geschehen ist. Nehmen wir die Sache, wie sie bis jetzt vorliegt, so scheint es nicht, als wenn der Frhr. <hi rend="italic">Droste von Vischering</hi> sich im Unrechte befände. Es ist die Aufsicht über den geistlichen Unterricht und die religiöse Erziehung ein wesentlich bischöfliches Recht und jede Behinderung dieses Rechtes durch die weltliche Macht ein Eingriff in die geistliche Gewalt des Bischofs. Wo die katholische Kirche keine bloß geduldete ist, da hat der Erzbischof auch gar keine dringende Veranlassung, mit der weltlichen Macht zu pacisciren. Ein solches Pacisciren kann die Kirche als letztes Auskunftsmittel nur dann anständig seyn, wenn sie dadurch allein größere Gefahren von sich abzuwenden vermag. Ist denn aber die katholische Kirche in Rheinpreußen und Westfalen bloß eine tolerirte? Unseres Wissens ist dieses noch niemals behauptet. |Sp. 1603| Man wird die Zerwürfnisse zwischen Staat und Kirche am sichersten vermeiden, wenn die weltliche Macht sich jedes Einschreitens in das rein geistliche Gebiet enthält. Will man eine katholisch-theologische Facultät mit der Universität verbinden, so bleibt nichts Anderes übrig, als sie ganz allein unter die bischöfliche Aufsicht zu stellen; denn, wie gesagt, nur dem Bischofe ist nach katholischem Kirchenrechte eine solche Aufsicht zuständig, wie denn auch in der Ordnung die Bildung der jungen Geistlichen in bischöflichen Seminarien geschieht. Will dennoch ein weltliches Ministerium eine theologische Facultät unter sich behalten, so muß man erwarten, daß der Bischof seine Mißbilligung über Irrlehren und Irrlehrer, insofern er sie dafür erkennt, ausspricht, und die durch Irrlehrer gebildeten jungen Geistlichen in seiner Diözese demnächst als Seelsorger und Religionsdiener nicht anstellt. Erlaubt das weltliche Recht die gemischten Ehen, und gestattet es den Eltern, über die Wahl der Religion der Kinder sich zu vertragen, so ist dagegen, vom weltlichen Standpunkte aus, nichts zu sagen. Aber man begehre doch nicht, wenn der kathol. Ehegatte sein religiöses Gewissen beruhigen und den Consens des Bischof's einholen oder den kathol. Pfarrer zur Einsegnung zuziehen will, statt sich mit der Copulation durch einen protestantischen Geistlichen zu begnügen, daß dann der Bischof seiner eigenen religiösen Ueberzeugung Zwang anthun, und, die Grundsätze seiner Kirche verleugnend, darin einwilligen solle, daß die Kinder aus gemischten Ehen in einer andern als der katholischen Religion erzogen werden. Es hält freilich schwer, daß wir Lutheraner uns in die Denk- und Handlungsweise eines reinen Katholiken versetzen: es ist fast natürlich, daß wir in Religionssachen unsere persönlichen Gefühle, Ansichten und Wünsche vorwalten lassen; aber von den höheren Staatsbehörden erwartet man mit Fug, sowohl eine besonnene Einsicht in das Wesen der Religion und der weltlichen Macht, als eine scharfe Abgränzung beider, wo diese Abgränzung in Gemäßheit des der Kirche zuständigen Gebietes stattfinden muß. Will aber der Staat versteckter Weise sich eines Theiles der bischöflichen Kirchengewalt bemächtigen, so darf man sich nicht wundern, wenn die Kirchenobern mit ihren geistigen Mitteln sich in den Vertheidigungsstand setzen, so gut sie es vermögen.“ </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Hannov. Ztg.)</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Würtemberg.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Stuttgart</hi>. Dem Wunsche des Professors <hi rend="italic">Gustav Schwab</hi>, seine hiesige Stelle mit einer einträglichen Pfarre zu vertauschen, ist von der Regierung endlich nachgegeben worden. Hr. <hi rend="italic">Schwab</hi> wird demgemäß binnen Kurzem von seiner hiesigen Professur abtreten, um an seinen neuen Bestimmungsort, ein bedeutendes Dorf in der Nähe Tübingen's, in der Eigenschaft als Pfarrer auswandern. Das „Morgenblatt“, das in neuester Zeit ohnedieß etwas herunterkommt, verliert durch diesen Umstand den Redakteur seiner poetischen Spalten, und die angesehenen Fremden, wie ausländische Künstler und Gelehrte einen gefälligen Cicerone und liebenswürdigen Wirth. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Frankf. Journ.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Tübingen</hi>, den 6. Nov. Die öffentliche Austheilung der akademischen Preise vom Jahr 1836 bis 1837 fand heute auf die gewöhnliche feierliche Weise statt. Bei der <hi rend="italic">evangelisch-theologischen Fakultät</hi> erhielten den ordentlichen wissenschaftlichen Preis: P. <hi rend="italic">Stark</hi> von Göppingen, Zögling des evang.-theol. Sem.; einen außerordentlichen wissenschaftlichen Preis: A. <hi rend="italic">Mauch</hi> aus Goßheim, Zögling des k. Wilhelmsstiftes; den ersten Prediger-Preis: F. <hi rend="italic">Schelling</hi> aus München, den zweiten T. F. <hi rend="italic">Köstlin</hi> aus Stuttgart; den ersten katechet. Preis: G. Ch. Wurm aus Nürtingen, den zweiten F. C. <hi rend="italic">Hochstetter</hi> aus Holzgerlingen, sämmtlich Zöglinge des evang.-theol. Seminars. Bei der <hi rend="italic">katholisch-theologischen Fakultät </hi>wurden würdig erkannt des Preises für eine Abhandlung über die wissenschaftliche Aufgabe: C. <hi rend="italic">Lichtenstein</hi> von Zeil, St. d. kathol. Theol. im Wilhelmsst.; des ersten homiletischen Preises: A. <hi rend="italic">Weber</hi> vom Scharfenhof, Sem. zu Rottenburg, des zweiten: E. <hi rend="italic">Hamma</hi> von Wurmlingen, Zögl. d. Wilhelmsst.; die beiden katech. Preise wurden nicht vertheilt. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Schwäb. Merk.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Rottenburg</hi>. Der hochwürdigste Herr Bischof von <hi rend="italic">Rottenburg</hi> hat diesen Sommer an mehreren Orten Oberschwabens das heilige Sakrament der Firmung ertheilt. Die Theilnahme war sehr groß. An vielen Orten scheint aber der Luxus der |Sp. 1604| Firmpathen den guten Eindruck, welchen die heilige Handlung gemacht hat, sehr geschwächt zu haben. Wo unter dem Volke so viel Wohlhabenheit herrscht, wie in diesen Gegenden, da läßt der Bürger und der Landmann nicht leicht eine solche Gelegenheit sich zu zeigen, ungenützt vorübergehen. Und so wurden denn auch hier durch reiche Pathengeschenke einerseits Stolz und Eitelkeit, andererseits Neid und Scheelsucht hinlänglich genährt, auch an manchen Orten unmittelbar nach der heiligen Handlung das Andenken an dieselbe buchstäblich im Weine ersäuft. Da möchte denn doch wohl die Frage erlaubt seyn, ob es nicht besser wäre, nach dem Beispiele der Erzdiözese <hi rend="italic">Freiburg</hi>, das Institut der Firmpathen ganz abzuschaffen, und einen jeden Pfarrer zum Firmzeugen aller Firmlinge seiner Gemeinde zu bestellen. Gewiß würde dadurch mancher Unordnung vorgebeugt werden.“</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften"> (Freim. Bl. üb. Theol. und Kirchenth.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Crailsheim</hi>, den 1. Nov. Aus dem zu unserm Oberamte gehörigen Orte <hi rend="italic">Stimpfach</hi> haben Unterzeichnete folgende öffentliche <hi rend="italic">Danksagung</hi> erlassen: „Der verstorbene Herr Domkapitular <hi rend="italic">Wagner</hi> in Rottenburg, früher viele Jahre Pfarrer dahier, gedachte der hiesigen Gemeinde stets in Freundlichkeit und Liebe, und hat diese, wie immer, so auch vorzüglich vor seinem Hinscheiden dadurch auf eine schöne Weise bethätigt, daß er die hiesige Kirche und Schule mit einem Legate von 150 fl. bedachte, und die Schulbibliothek mit einer ansehnlichen Zahl von Jugendschriften und sonstigen zweckmäßigen Büchern vermehrte: Von dieser rühmlichen Handlung öffentlich Erwähnung zu thun, und ihren wärmsten Dank Namens der hiesigen Gemeinde auszusprechen, hielten sich die Unterzeichneten verpflichtet.</p>
         <p>Den 18. Okt. 1837 </p>
         <p>Pfarrer <hi rend="italic">Reiching </hi>Schultheiß <hi rend="italic">Ottenwälder</hi>.“</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften"> (Schwäb. Merk.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Waiblingen, den 5. Dez. Der Evangelische Lichtfreund</hi> und das<hi rend="italic"> Frankfurter Journal</hi> erzählen nach der <hi rend="italic">Hannover'schen Zeitung, d. d. Stuttgart</hi>, 26. Nov., folgende Geschichte: „Die bösen Folgen der supranaturalistischen Lehren, welche durch die HH <hi rend="italic">Kerner</hi> und <hi rend="italic">Eschenmaier </hi>aufgekommen, und von ihnen unablässig genährt werden, stellen sich immer greller und häßlicher heraus. Zum Beweise dessen will ich nur eines schrecklichen Vorfalls erwähnen, der zu dieser Kategorie Gehört. Im Oberamte Waiblingen geschah nämlich vor mehr, denn einem Monate eine Mordthat, wenn wir nicht irren, an einer Frauenperson, durch die Hand eines Mannes. Vor das Gericht gestellt“ glaubt der inhaftirte Inculpat sich das letztere noch zu verbinden, indem er ihm eröffnet: man möge nur nicht glauben, daß er die Person umgebracht, der Teufel habe es gethan in eigner Person; er habe ihn gesehen in seiner höllischen Galla, wie er aus der Ermordeten, die er besessen gehabt, herausgestiegen, um an ihr den Mord zu verüben. Der Wahnsinnige oder der Betrüger, welche letztere Eigenschaft ihm wohl zuvörderst gebührt, bleibt steif und fest auf seiner Behauptung, und das Schreckliche ist, daß die die Lehren der HH <hi rend="italic">Kerner</hi> und <hi rend="italic">Eschenmaier</hi> gleichsam seine Aussage sanctioniren. Hier also eine der vielfachen Consequenzen, welche aus jenen Irrlehren ge-</p>
         <p>zogen werden können. Hoffentlich wird hierdurch die Regierung endlich veranlaßt, direkt gegen dieses Uebel einzuschreiten.“ Dagegen aber lies't man einen, aus <hi rend="italic">Würtemberg</hi>, 6. Dez. eingesendeten Artikel in der Beilage zu unterzeichnetem Journal: </p>
         <p>Im „Frankfurter Journal“ vom 23. Nov., Nro. 322 lies't man einen, aus der „Hannover'schen Zeitung“ entlehnten Artikel aus Stuttgart vom 16. desselben Monats, in welchem von einem Mord in Waiblingen (bei Stuttgart) erzählt wird, wo der Thäter vor Gericht behauptet habe, nicht er habe den Mord begangen, sondern der Teufel; diesen habe er aus der Person der Gemordeten, die derselbe besessen, herausgehen und sie ermorden sehen u.s.w. <hi rend="italic">An dieser ganzen Geschichte ist nun nicht eine Sylbe wahr</hi>. Es ist in und um Waiblingen gar kein Mord vorgefallen, und das Gericht weiß nicht das Mindeste von einem solchen Verbrechen, oder von jener Aussage eines Angeschuldigten. (Die Redaktion des Journals verfehlte nicht, dieses zur Steuer der Wahrheit bekannt zu machen). </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Frankf. J.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Hall</hi>, den 24. Sept. Die ihrer Anlage und ihrem Baustyle nach ausgezeichnete hiesige <hi rend="italic">Michaeliskirche</hi> hat im Laufe dieses Sommers durch die höchst preiswürdige Liberalität des |Sp. 1605| königlichen Finanzministeriums und der königlichen Finanzkammer so bedeutende Verbesserungen erhalten, daß sie jetzt unter den schönen Kirchen unseres Vaterlandes eine der ersten Stellen einnimmt. Das Chor, der vorzüglichste Theil des Gebäudes, bisher durch einen hohen Altar versteckt, ist nun gelichtet, und mit seiner herrlichen Wölbung und seinen schlanken Säulen dem bewundernden Auge aufgeschlossen. Dieser unpassend aufgestellte Altar hat in dem Hintergrunde des Chors eine günstige Stelle erhalten, nachdem zuvor der früher daselbst befindliche ältere Altar an die Seitenwand gerückt worden war. An dem Eingange in das Chor steht nun ein kleinerer und mit Geschicklichkeit gearbeiteter neuer Altar von Stein. Hölzerne Stände, wodurch die Kirche verstellt gewesen war, wurden entfernt, ebenso eine beträchtliche Anzahl verfallener, werthloser Gemälde, welche bisher mehr die Schatten-, als Lichtseite des schönen Gebäudes ausgemacht hatten. Durch den Abbruch der alten unbrauchbaren Orgel wurde ein bisher zugedecktes großes Fenster eröffnet, und dadurch mehr Licht gewonnen; die Kanzel erhielt einen, den Verhältnissen der Kirche mehr entsprechenden Standort. Der neuen Orgel, einem Meisterwerke unseres berühmten Landsmannes, des trefflichen Künstlers <hi rend="italic">Walker</hi> aus Ludwigsburg, wurde die angenehmste Stelle auf der Emporkirche über dem Hauptportale angewiesen. Diese und andere Veränderungen wurden unter der einsichtsvollen und thätigen Leitung des königl. Bau-Inspektors <hi rend="italic">Stock</hi> zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeführt. Auch auf die Verbesserung der Kirchenmusik wurde von Seiten des königl. Ministeriums des Innern und des k. evangelischen Consistoriums eine sehr dankenswerthe Rücksicht genommen, insofern das Musikpersonal weitere besoldete Mitglieder erhielt, und eine Anzahl neuer Instrumente angeschafft wurde. Das thätige Interesse, welches die k. Behörden für die Ausstattung der Kirche an den Tag gelegt hatten, blieb nicht ohne günstige Einwirkung auf die städtischen Collegien und einzelne Privatpersonen. Mehrere zum Theil bedeutende Stiftungen trugen theils zur Vervollkommnung der Orgel und der Kirchenmusik, theils zur Ausschmückung der Altäre bei. An dem heutigen Sonntage wurde die feierliche Einweihung der neuen Orgel und des neuen Altars, so wie der verbesserten Kirche überhaupt vorgenommen. Das Fest ward verherrlicht durch eine Deputation der k. Kreis-Finanz-Kammer, welche sich dem feierlichen Zuge in die Kirche, welchen die k. Beamten, die sämmtlichen Geistlichen, die städtischen Behörden, die Bürgergarde, ein großer Theil der übrigen männlichen Bevölkerung und die gesammte Schuljugend bildeten, anschloß, und dem Gottesdienste beiwohnte. Nach der auf den Festgegenstand sich durchaus beziehenden Predigt wurde ausführliche Nachricht von den vorgenommenen Veränderungen gegeben, und im Namen der Kirchengemeinde der ehrfurchtsvollste Dank ausgedrückt für die Freigebigkeit, womit für die kirchlichen Bedürfnisse, sowohl von Seiten der Staats-Finanzverwaltung, als von Seiten Einzelner gesorgt worden war. Bei dem gemeinschaftlichen Mittagsmahle, zu dem sich auch die verehrten Repräsentanten der königl. Kreis-Finanzkammer eingefunden hatten, war der erste Toast <hi rend="italic">Seiner Majestät dem Könige</hi>, dem hohen Beförderer alles Guten und Schönen. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Schwäb. Merk.)</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Churhessen.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">* Cassel</hi>, den 8. Novbr. Es dürfte viele Ihrer Leser interessiren, die folgenden zwei Artikel aus unsrer hiesigen „Cassel. Allg. Ztg.“ zu lesen. Zuerst gab dieselbe in der Beilage in No. 298 vom 27.Okt. als eingesandt:</p>
         <p>„In dem Hinscheiden des Hrn. Generalsuperintendenten Dr. <hi rend="italic">Rommel</hi> zu Cassel hat diese Stadt, — hat das ganze Land einen Mann verloren von edlem, sehr achtungswerthem Charakter; einen Mann von tiefer Schärfe des Verstandes, von vielseitigem gründlichen Wissen, der sich in der Wissenschaft seines Berufes der Theologie insbesondere auch bis in die letzten Jahre seines hohen Alters auf dem Höhepunkt derselben zu erhalten wußte. Nur wenige Prediger Churhessen's werden es seyn, die nicht mit Hochachtung und wahrer Verehrung die wohlbegründeten Verdienste desselben anerkennen sollten. Die meisten Prediger der ihm untergeben gewesenen Diözese werden in den verschiedensten Geschäfts- und Amtsverhältnissen die wiederholtesten Beweise sei- |Sp. 1606| ner Humanität, seiner seltenen äußeren und inneren Haltung, und seiner gewissenhaftesten Amtstreue aufzuweisen haben.</p>
         <p>Je würdiger nun der zur Ruhe Gegangene während eines Zeitraums von 42 Jahren seinen vielfach verzweigten Beruf erfüllte, — desto dringender ist jetzt die Frage: wer wird in eben so würdiger Nachfolge die Stelle desselben ersetzen?</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Wer wird nun zum Superintendenten der Diözese Cassel gewählt werden</hi>?</p>
         <p>Diese Frage, ich weiß es, die Natur der Sache lehrt es, beschäftigt jetzt viele geistliche und nichtgeistliche Bewohner unseres Vaterlandes; beschäftigt besonders mehr oder minder auch die über 137,000 evangelischen Gemeindeglieder, welche zur Diözese Cassel gehören, und beschäftigt <hi rend="italic">vorzugsweise</hi> jene 112 Pfarrer dieses Bezirks, von denen jeder einzelne eine Wahlstimme für den neuen Superintendenten abzugeben hat.</p>
         <p>Welches sind die lebenden Prinzipien, die man bei der bevorstehenden Wahl eines neuen Superintendenten streng und gewissenhaft wird im Auge halten müssen?</p>
         <p>Wahrhaft zu beklagen würde es seyn, wenn bei dieser Wahl engherzige Rücksichten oder tadelnswerthe Grundsätze befolgt würden, wenn hierbei einem verwerflichen Servilismus etwa gehuldigt werden sollte. Sehen wir nicht öfters bei solchen Proceduren Schwächen und Schattenseiten, die nie sollten zu Vorscheine kommen?</p>
         <p>Der Eine hat z. B. einen alten ihm bewährten Freund, vielleicht noch aus den Zeiten des gemeinschaftlichen Universitätenlebens her, der in seinem bisherigen Berufe, und der Stellung, die er bis dahin eingenommen, alle Anerkennung verdienen kann, dessen Wohl zum Superintendenten aber dennoch ein beklagenswerther Mißgriff seyn würde. Nichts destoweniger indeß hätt sich der Freund, ohne hinlängliche und gewissenhafte Prüfung des Sachverhältnisses für verbunden, <hi rend="italic">seine Stimme</hi> dem Freunde aus schuldigem Danke und Freundschaft nicht zu versagen. Ein Anderer glaubt aus bloßer Artigkeit vielleicht, und wegen des nahen Verbandes sein Votum dem in seiner Stelle wohl recht würdigen Klassenvorsteher schuldig seyn zu müssen; und auch in dieser Stimmenabgabe würde bei sorgfältiger Untersuchung eine Verkennung des eigentlichen Bedürfnisses nicht minder vielleicht zu bedauern seyn.</p>
         <p>Männer bloß allgemeiner Erudition und Befähigung, seyen sie hierbei auch mit der Gabe eines guten Kanzelvortrags ausgerüstet, reichen nicht aus, wenn es sich um Besetzung der Superintendentur gerade in <hi rend="italic">Cassel</hi> handelt. Vielmehr würde man bei dieser Stelle auf einen Mann Rücksicht zu nehmen haben, der:</p>
         <p>1) in der allseitigsten und vertrautesten Bekanntschaft mit der Theologie als Wissenschaft steht, der sich eben deßhalb durch gediegene, gründliche Gelehrsamkeit auszeichnet, der heimisch auf den Boden der gesammten Theologie: aus ihr als seinem eigentlichen Elemente seine Nahrung zieht und seine Bewegung empfängt.</p>
         <p>Dieß ist unerläßlich nöthig, damit der Superintendent von solchem Standpunkte aus auf eine würdige dem Bedürfniß entsprechende Weise nicht nur die Prüfungen der Kandidaten halten und leiten könne, sondern auch, damit er etwaige Meynungsverschiedenheiten gehörig zu würdigen verstehe, und Irrthümer innerhalb der reinen Christußlehre gründlich zu bestreiten und zu widerlegen wisse. </p>
         <p>Wir bedürfen eines Mannes zum Superintendenten, der in unserer religiös bewegten Zeit als Sprecher nicht allein der zunächstigen Superintendentur, sondern des gesammten Vaterlandes anzusehen und zu betrachten seyn wird, als Repräsentant eines echt apostol. Geistes im Wollen, Seyn und Handeln.</p>
         <p>Aus diesen Gründen muß ferner ein Superintendent zu Cassel 2) noch volle Energie und lebensfrische Thatkraft besitzen. Im Innern und Aeußern unseres religiösen Cultus ist es gerade jetzt hoch an der Zeit, daß Vieles geändert, Manches verbessert und dem Zeitbedürfniß angeformt werde. Unsere Klasseneinrichtungen, das Conventswesen bedarf einer Reform, einer Richtung und Umgestaltung so dringend als kaum irgend etwas Anderes. Der Superintendent muß daher mit der Aussprache der Zeit akkordiren, sonst hilft er uns Nichts und kann uns Nichts helfen. Das religiöse Zeitbedürfniß muß in ihm seinen Träger und Hebel anerkennen, wenn nicht niedergerissen, sondern wahrhaft gebaut und erbaut werden soll.</p>
         <p>Käme zu diesen Vorzügen |Sp. 1607| 3) noch hinzu, daß der zu Wählende auch jetzt schon in einiger Bekanntschaft stände mit dem politischen Zweige des Berufes , so ließe sich gleich vom Anfange seiner Wirksamkeit um so größeres Heil für die gesammten Bedürfnisse unseres kirchlichen Lebens erwarten. Es ist darum dringend nöthig, daß sich die Wahl auf einen Mann unseres Vaterlandes von solchen Eigenschaften, — der wie billig der reformirten Kirche zugethan seyn muß, concentrire.</p>
         <p>Eine solche Uebereinstimmung innerhalb des berührten Gesichtspunktes möglichst zu veranlassen, ist der ausschließliche Zweck dieser Worte. Mögen dieselben Anklang finden, und dazu beitragen, daß die Wahl mit Umsicht und Sachprüfung vollzogen werde. Damit ein Mann an die Spitze der Diözese Cassel gestellt werde, der mit einem erleuchteten Geiste und gründlich gelehrtem Wissen das lebendige, wahre Christenthum verbindet; der in gegenseitiger Durchdringung solcher Schätze als Beförderer eines frischen, warmen lebensthätigen Christensinnes in unserm Vaterlande und in dem zunächst untergebenen Bezirke betrachtet werden könne; der das auf's Neue jetzt schon mehrfach angeregte christlich religiöse Leben und Streben sicher und würdig zu leiten verstehe, damit ein solches Leben aus Jesu und seine Lehre selbst geschöpft, in rechter Leitung und sicherer Weiterführung vor so manchen gefahrvollen Klippen und irrigen Auswüchsen heilsam bewahrt bleiben möge.“</p>
         <p>Darauf erschien in der Beilage zu der gestrigen No. 308, unter der Ueberschrift: <hi rend="italic">Etwas über die Ernennung eines kurhessischen evangelischen Landes-Bischofs, auch Einheit des evangelischen Kultus in Churhessen</hi>:</p>
         <p>„In der Beilage zu Nro. 298 d. Ztg. vom 27. Okt. d. J. hat ein achtungswerther Ungenannter (S. 2390) Forderungen an einen würdigen Nachfolger des rühmlich vollendeten Herrn General-Superintendenten Dr. <hi rend="italic">Rommel</hi> ausgesprochen.</p>
         <p>Einsender dieser unbefangen wohlgemeinten Zeilen ist zuvörderst darin mit Jenem einverstanden, daß der Wohlwürdige, durch seine Gelehrsamkeit der Prüfung jedes Kandidaten, auch des fähigsten und kenntnißreichsten, gewachsen sey, mithin Keinen, wie mancherwärts der Fall seyn soll, zu scheuen, daß er übrigens Thatkraft und Geschäftskenntniß habe.</p>
         <p>Die Würde der <hi rend="italic">evangelischen</hi> Kirche fordert aber wohl auch, zumal der <hi rend="italic">römischen</hi> gegenüber, daß er, wie das kirchliche Oberhaupt andrer, größtentheils evangelischen deutschen Bundesstaaten, nicht ohne besondere Rücksicht auf das Herzogthum Nassau, welches bekanntlich nur die Hälfte der Geviert-Meilen und weniger, als die Hälfte der Bewohner Churhessen's hat, zum Bischof erhoben, und als solcher ausgezeichnet werde. Derselbe möchte hierauf, unter Anderm besonders dafür sorgen, daß in den Kultus- und Religions-Unterricht mehr <hi rend="italic">Einheit</hi> komme. <hi rend="italic">Ein Kirchenbuch</hi> oder <hi rend="italic">eine Agende</hi>, der <hi rend="italic">Münchner</hi> vom Jahre 1836 nicht unähnlich, <hi rend="italic">ein</hi> kirchliches <hi rend="italic">Gesangbuch</hi> und ein evangelischer <hi rend="italic">Landes-Katechismus</hi> sind wünschenswerth. Aus einer Provinz in eine andere versetzte Staatsdiener jeder Art, sähen sich denn nicht genöthigt, für sich selbst und ihre Kinder, nach ihrer Versetzung, andere Bücher anzuschaffen, was Manchen der ärmeren und niedern lästig, den Schülern und Schülerinnen aber mehr oder weniger nachtheilig ist. Auch zu der alljährlichen Feier des <hi rend="italic">Buß-, Bet- und Danktages </hi>möchte nur <hi rend="italic">einerlei Anweisung</hi> aus <hi rend="italic">Cassel</hi> rechtzeitig ergehen, nicht verschiedene, von dorther, von <hi rend="italic">Marburg</hi> und <hi rend="italic">Hanau</hi>. Denn es ist wohl erhebend und erbaulich, wenn in <hi rend="italic">einem</hi> Lande desselben Tages über <hi rend="italic">einerlei Bibel-Worte </hi>gepredigt, und einerlei Gesang angestimmt werde. Geschrieben am 30. des Wein-Monats 1837. P. </p>
         <p>
            <hi rend="italic">Marburg</hi>, Hr. Professor der Theologie, Dr. W. <hi rend="italic">Scheffer</hi> zu Marburg, seit mehreren Jahren zugleich Mitarbeiter im dasigen Konsistorio, durch dessen Thätigkeit und Eifer im heiligen Interesse der Kirche schon so manches Gute bewirkt worden ist, hat neuerdings eine Aufgabe zu lösen sich bemüht, welche ihm den Dank aller evangelischen Geistlichen Churhessen's in vollem Maße zu gewinnen geeignet ist. Er that dieß in der zeitgemäßen, mit vielem Fleiße und unverkennbarer Liebe zur Sache gearbeiteten Schrift, deren in der Beilage zur Cassel'schen Allgemeinen Zeitung vom 14. Sept. d. J. No. 255 bereits Erwähnung geschah, und deren vollständiger Titel dieser ist: „<hi rend="italic">Ueber Bildung von Prediger-Vereinen und eine Reform des </hi>|Sp. 1608| <hi rend="italic">Conventswesens</hi>, in besonderer Beziehung auf Churhessen. Mit einem Nachtrage über theologische Literatur, als Wegweiser für Prediger, Bibliotheken, gr. 8. Marburg bei Ch. <hi rend="italic">Garthe</hi>, 1837. -- In diesem Buche tritt der würdige Hr. Verf. allen Predigern seines Vaterlandes so nahe als möglich. Möchte man seine Stimme zur rechten Zeit vernehmen, und geneigt seyn, das Werk der Bildung von Prediger-Vereinen und der Umänderung unseres Conventswesens nicht zu verschieben. Im Aufschube dürfte wenig Heil zu finden seyn. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Cass. Allg. Ztg.)</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Sachsen-Meiningen.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Meiningen</hi>, den 26. Okt. Am 21. Sonntage nach Trin. ist Dr. <hi rend="italic">Ackermann</hi> aus Jena, der durch sein Religionsbuch als ein ausgezeichneter Theologe bekannt ist, in die durch den Tod unseres ehrwürdigen <hi rend="italic">Emmerich</hi> erledigte Hofpredigerstelle getreten und wir haben alle Hoffnung, daß eine unserer Zeit angemessene Reform in unserm Kirchenwesen vorgenommen werden wird. Bekanntlich unterscheidet sich die katholische Kirche von der protestantischen auch darin, daß erstere die Messe, letztere jedoch die Predigt für die Hauptsache des Gottesdienstes hält, Gesang und Gebet aber zu bloßer Nebensache herabsinken, so daß uns Leute bewußt sind, die eine Gewohnheit daraus machen, bei'm Anfange der Predigt in der Kirche zu erscheinen und sich am Schlusse derselben wieder zu entfernen. Der Vernünftigere aber ist überzeugt, daß die Predigt nicht allein den Gottesdienst ausmacht, sondern daß Gebet und Gesang die Gemüther erst zur Andacht erheben und jener die gehörige Würde geben müssen. Aus jener einseitigen Ansicht scheint es auch zu kommen, daß man das Herumgehen des Klingelbeutels gerade bei'm Gesange bewerkstelligt, als wenn die Andacht, in die die Zuhörer versetzt werden sollen, durch das Klingeln, das wie ein unwillkommener Mißklang in der allgemeinen Harmonie die Ohren verwundet, nicht gestört, wenn nicht ganz vernichtet werden könnte, oder als wenn man die Ansicht hege, der Gesang sey bloß als eine nothwendige Spielerei, die Predigt geräuschvoll anzukündigen, vorhanden. In der reformirten Kiche verschmähen es die angesehensten Männer nicht, als Kirchenväter den aus der Kirche Gehenden ein Becken vorzuhalten, in welches diese ihre Gaben hineinlegen. Dieß könnte wohl ohne Schwierigkeit in unserer luth. Kirche nachgeahmt werden, wobei es vielleicht zweckmäßiger seyn dürfte, wenn das Einsammeln des minderen Andrangs wegen bei'm Hineingehen und im Innern der Kirche geschähe.</p>
         <p>Ein zweiter Uebelstand, der sich unbegreiflicher Weise bei uns eingeschlichen hat, ist, daß man nach Beendigung der Predigt Bekanntmachungen von Hochzeiten u. dgl. auf der Kanzel abliest, und so den Eindruck, der in dem einen oder andern Gemüth zurückgeblieben seyn möchte, gewaltsam zerstört. Könnte man nicht solche Dinge unter einem verschlossenen Drahtgitter an die Kirchthüre anschlagen? Wenn der Gesang nach Obigem ein wirksames Mittel ist, die Andacht zu erhöhen, so muß man auch denselben so vollkommen als möglich herzustellen suchen, und auch das hoffen wir von unserm neuen Hofprediger, daß er die Einrichtung treffen wird, daß vier Jünglinge aus dem Gymnasium, die den Gesangunterricht am erfolgreichsten genossen haben, vierstimmig den Gesang der Gemeinde begleiten, wodurch ohne Zweifel dieser kunstgemäßer gemacht würde. — Es ist vielfältig erwiesen, daß auch Kirchenbilder den Geist zur Andacht erheben, obgleich man andererseits das Vorurtheil hat, als seyen sie nur Eigenthum der katholischen Kirche, und der unsrigen, die den Bilderdienst verbannt hat, fremd. Auch die katholische betet solche Bilder nicht an, sondern sie sollen ein Mittel seyn, Personen und Handlungen der heiligen Geschichte dem Gemüthe zu größerem Eindruck, zu vergegenwärtigen. In unserer Schloßkirche sind mehrere große Bilder, Handlungen aus der evangelischen Geschichte darstellend; dieselben sind aber von Schmutz so überzogen, daß man sie schwer erkennen kann; möchte man diese Gemälde doch anfrischen, mit neuen geschmackvolleren Rahmen versehen und Sorge tragen, daß ihre Bedeutung bekannt werde.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Allg. Anz. u. Nationalz. d. Deutschen)</p>
         <p>— Hier hält sich gegenwärtig ein isr. Einwohner Jerusalem's auf, gebürtig aus Dreißigacker, der bisher in der Absicht Deutschland und Europa, durchreiste, um mittelst einer Substriptionsversicherung einige erprobte Jugenbildner, so wie einige geschickte Handwerker und praktische Oekonomen nach dem h. Lande über- |Sp. 1609| zusiedeln, welche die dortigen verwahrlosten Europäer kultiviren sollen. Die zu diesem Zwecke zu errichtende Anstalt würde alle die bedeutenden Unterstützungen, die bisher jährlich aus Europa dorthin flössen, und oft zwecklos verschwendet wurden, für die Zukunft entbehrlich machen. Es ist derselbe Rabbiner und Talmudist, den der berühmte Weltgänger, Fürst <hi rend="italic">Pückler-Muskau</hi>, zu Susa in Afrika antraf, und über den er, sich im vierten Bande seines <hi rend="italic">Semilasso in Afrika</hi> vortheilhaft äußert, so wie auch bereits die „Allgemeine Zeitung des Judenthums No. 6 und 97“ desselben Erwähnung thut. Es wäre zu wünschen, daß Herr M. <hi rend="italic">Sachs</hi>, trotz seiner vielfachen in Holland und Deutschland bestandenen Abentheuer, seinen menschenfreundlichen Zweck erreichte. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Oesterr. Morgenbl. No. 122)</p>
         </div>
         <div type="ta">
         <head>Theologische Akademie.</head>
         
         <div type="taka">
         <head>Katholische Abtheilung.</head>
         <p><title><hi rend="italic bold">* Ueber die beiden im jetzigen Judenthume sich gegenüberstehenden religiösen Richtungen</hi>
            <hi rend="bold">.</hi></title>
            
         </p>
         <p>
            <hi rend="bold">Vom Regierungsrath </hi>
            <hi rend="italic bold">Wilhelm von Schütz </hi>
            <hi rend="bold">in Reichenwalde.</hi>
         </p>
         <p>(Fortsetzung.)</p>
         <p>Diese letzten Worte enthalten eine Lehre, welche — ich scheue mich nicht, es auszusprechen — auch sogar einzelnen, das Vernunftsfundament suchenden, die Moral überschätzenden, und eine reine Vernunftmoral suchenden Katholiken in das Gedächtniß zu rufen wäre, und Hr. <hi rend="italic">Seligmann</hi> hat einen Wink in Betreff der Moral gegeben, den auch die Wissenschaft sich nur mit Nutzen aneignen möchte, indem er den, meines Wissens noch nicht geltend gemachten Unterschied feststellt, zwischen einer <hi rend="italic">rein vernünftigen</hi> und einer <hi rend="italic">durch die Religion sanctionirten Moral</hi>. Aber gerade auf das, was er hier fordert, dringt auch die den Rationalismus und erfinderische Spekulation zurückweisende Kirche, die wohl zu unterscheiden weiß eine Moral, welche unsere Vernunft macht, von einer Moral, welche Gott gegeben hat, und vor deren höherer Beschaffenheit jene nämliche Vernunft nicht Anstand nehmen kann, sich verehrend und anbetend niederzuwerfen.</p>
         <p>Nichts vielleicht wäre mehr fähig gewesen, als diese Eröffnungen israelitischer Glaubensgenossen, und dieser Geist, in welchem sie ihren Neuerern und Rationalisten, die eigentlich die Protestanten des Judaismus sind, entgegentreten, ihnen die Anerkennung der Katholiken zu erwerben, und ihnen alle die Tugend einzuräumen, die der religiöse Sinn an sich, abgesehen von seiner positiven Richtung, verdient.</p>
         <p>Aber diese Betrachtungen scheinen auch in einen schweren, ja unlösbaren Widerspruch verwickeln zu wollen. Denn was thun sie anders, als an den Juden die Beharrlichkeit preisen, mit der sie wahrhafte Juden bleiben wollen, mit der sie verlangen nicht nach einem fernen philosophischen Empyräum, sondern zurück nach dem Schooße Abraham's. Heißt denn das nicht die Juden darin bestärken wollen, daß sie Juden blieben? Und wie will das zusammenstimmen mit dem der katholischen Kirche, also auch jedem einzelnen Katholiken, zur Last gelegten Hang zum Proselytismus?</p>
         <p>Alles das sind bedeutungsvolle Fragen, denen näher zu treten, ja die zu einer gewissen Auflösung zu führen, ganz unvermeidlich ist. Ich will versuchen, das Meinige für diesen großen Zweck, für dieß wichtige Ziel beizutragen, und dazu biete mir den entsprechendsten Anschließungspunkt die von Hrn. Dr. Heß gegebene Darstellung des Verhältnisses, in welchem die Talmudisten zu den reinen Bibelanhängern stehen, weil der einen Seite, oder dem einen Punkte nach, dieß Verhältniß dem der Katholiken und Protestanten analog, in einer anderen Beziehung |Sp. 1610| aber doch auch streng verschieden ist von der Grundbeschaffenheit und von den nothwendigsten, ihn von allen andern Confessionen unterscheidenden Eigenschaften des Katholizismus. Denn darauf kommt es sehr an, und das ist so ungemein entscheidend, daß dem Katholizismus, man vergleiche ihn mit allen möglichen Religionen und Confessionen, eine ganz besondere Eigenthümlichkeit bleibt, ihm Etwas verbleibt, das allen andern Weisen der Gottesverehrungen fehlt, und das doch, hält man auch nur den Begriff der Religion fest, dieser Begriff allein schon fordert, und der ohne das Wesen der Religion in mangelhafter Unvollendung bleibt. Dr. <hi rend="italic">Heß</hi> nämlich zeigt an, daß die Talmudisten neben der Bibel auch noch eine besondere Tradition besitzen, und anerkennen, welche den bloßen Bibelanhängern mangelt, ohne dabei zu verschweigen, daß eine Autorität, welche den der Bibel zur Seite gehenden Erklärungen derselben den authentischen und untrüglichen Charakter beilegt, ihnen fehle. In der That finden wir diese letztere auch nirgends, als nur bei der katholischen Kirche, und doch ist sie für das wahre Wesen, für die Vollendung der Religion ein eben so unschätzbares als unerläßliches Bedürfnis. Ein Bedürfniß, welches die Protestanten leugnen, bestreiten, ja verfolgen, während die Juden nichts weniger, als feindselig dagegen präoccupirt sind. Dieser letztere Umstand gibt einige Hoffnung für die Möglichkeit, sich wegen desselben mit ihnen zu verständigen, und zwar auf das glücklichste zu verständigen, sofern nur nicht die Ansicht entgegenstände, daß jeder, diese Verständigung und Rechtfertigung versuchende oder übernehmende Katholik nicht aus freier Ueberzeugung, nicht aus vollkommener Einsicht, sondern als ein befangener Nachbeter der Dogmen seiner Kirche, dieß Geschäft unternähme. Man gilt, sich damit befassend, im Voraus als ein gedungener Anwalt, der zu rechtfertigen versucht, was er selbst nicht glaubt, oder für den Anhänger eines den Sinn beherrschenden Vorurtheils. Dennoch ist im Gegentheil die Meynung, daß dem so sey, ein bloßes Vorurtheil, dessen Widerlegung allerdings sehr große Schwierigkeiten finden müßte, wenn es seinen Widerleger einzig und allein in der Zahl der Katholiken finden sollte, und wenn nicht über den Gegenstand eine Stimme von ungemeinem Gewichte bereits gesprochen hätte, ehe an Christenthum und Katholizismus noch war gedacht worden. Eine Stimme folglich, die aus doppelten Gründen Gewicht finden müßte bei den Israeliten, und der kein Vorwurf, eine befangene zu seyn, etwas anhaben oder die Kraft schwächen könnte: selbst dann nicht, wenn sie minder direkt auf Moses und die Verhältnisse der Israeliten ginge.</p>
         <p>Es ist Niemand anders, als der griechische Philosoph <hi rend="italic">Plato</hi>, den ich hierbei im Sinne trage, und von dem ich behaupte, daß er ein sehr gewichtvolles Wort über Moses und das Wesen der Tradition in seinem Gespräche <hi rend="italic">Phädros</hi> gesprochen habe, in dessen wahrem Sinne die bisherigen Erklärungen aber noch nicht eingedrungen sind, und mit dessen Angabe ich daher zuerst hervortreten müßte. Nun bin ich auch wirklich, wie ich glaube, so weit mit diesem platonischen Werke gekommen, daß ich einen fortlaufenden, seinen Inhalt und seinen Sinn entwickelnden Commentar würde geben können; aber er ist denn doch einmal noch nicht geschrieben, und so bleibt mir nur übrig, zusammenzudrängen, was sich mir, als seines Verfassers wahre Meinung und Absicht dargeboten hat. </p>
         <p>Der Philosoph behandelt im Allgemeinen die Frage nach den Medien, welche den Ausdruck der höchsten Wahrheiten enthalten, und läßt sich auf eine Untersuchung ein, ob namentlich die Griechen sich im Besitz derselben wohl befinden möchten; indem er eine Prüfung derjenigen veranlaßt, die dafür angenommen werden könnten, oder dafür angenommen zu werden pflegen, als die Rede der Philosophie, die Richtung, die Sprache, die Schrift, die Gesetze u. s. w., bis er endlich, in allen Wesen eine Unzulänglichkeit entdeckend, den Dialog mit einem kurzen Paramythus schließt, in welchem das Hauptstück eine Betrachtung bildet, welche dem <hi rend="italic">Thaut</hi>, als dem Erfinder der Schrift, aus dem Munde eines Andersdenkenden, gewisse Besorgnisse in Betreff dieser Schrift und in Betreff der Auslegung alles Niedergeschriebenen zu Gemüthe führt. Es möchte hier alles darauf ankommen, auszumitteln, wer jener Andersdenkende wohl seyn könnte, und ich bin der Meynung, daß <hi rend="italic">Plato</hi> hinweisen wollte auf <hi rend="italic">Moses</hi>. Denn nicht nur bezeichnet er den Sprechenden als einen Aegyptier, sondern nennt ihn auch <hi rend="italic">Thamus</hi>. Es würde daher in einem Werke |Sp. 1611| über Phädros des Nachweises bedürfen, daß jenes Wort Thamus die Zufammenziehung sey für Thaut, Moses, einen in der Geschichte Aegyyten's berühmter, und bei den Profanscribenten sehr häufig vorkommende Namen. Ob <hi rend="italic">Plato</hi> aber bei seiner Hinweisung auf ägyptische Priesterweisheit nicht den Judaismus im Sinne gehabt habe, dieß wäre dann das zweite der Untersuchung bedürfende Problem, und für die Affirmative spräche doch gewiß der bedeutende Einfluß Joseph's auf Aegypten, der so in die Augen springend ist, daß es von einem Mangel an aller historischen Combinationsgabe zeugen würde, wenn man nicht einen von den Pharaonen selbst geförderten Jehovadienst in Aegypten annehmen wollte, <hi rend="italic">Platon</hi> mithin, wenn er auf ägyptische Priesterweisheit hindeutet, die beiden Nachkommen <hi rend="italic">Abraham's</hi>, den Patriarchen, lebendig verbliebene Tradition kann gemeint haben. Und muß ich bei dieser Gelegenheit mein Bedauern aussprechen, daß Herr Hofrath <hi rend="italic">Thiersch</hi>, der einer gewiß sehr glücklichen Ahnung theilhaft geworden war, als er die Vermuthung äußerte, daß über Aegyyten nach Griechenland gekommene Momente der jüdischen Tradition bei den Hellenen in Mythen könnten seyn umgestaltet worden, von seiner Vermuthung sich zu schnell durch Autoritäten hat abbringen lassen, die mir nicht imponirt hätten. Aber weil dieß und alles dahin Gehörige hier bloßer Wink und Fingerzeig bleiben muß, wird es Notwendigkeit für mich, zu bitten, daß geneigte Leser es einstweilen einmal für möglich annehmen möchten, <hi rend="italic">Plato</hi> habe wirklich unter dem <hi rend="italic">Thamus</hi> den Moses gemeint, und drum mir gestatten wollen, aus dessen Rede nachstehende Worte zu übernehmen:</p>
         <p>„O kunstreicher <hi rend="italic">Thauth</hi>, der Eine versteht die Ausbildung der Künste, der Andere das Verhältniß von Schaden und Vortheil, welches ihren Gebrauch begleitet. So hast Du, als Stifter der Buchstaben, jetzt das Gegentheil von dem gesagt, was sie bewirken werden. Diese Erfindung wird den Seelen der Lernenden vielmehr Vergessenheit bringen aus Vernachlässigung des Gedächtnisses, weil sie im Vertrauen auf die Schrift sich nur von außen mittelst fremder Zeichen, nicht aber innerlich, selbst und mittelbar erinnern werden.“ Und hiermit hängt dann eng zusammen, was bald darauf <hi rend="italic">Sokrates</hi> sagt: „Ist Etwas einmal geschrieben, so schweift auch jede Rede gleichsam unter Allen umher, unter denen, die sie verstehen, und unter denen, die sie nichts angeht; sie versteht dann nicht, zu wem sie reden soll, und zu wem nicht. Und wird sie verletzt oder wider Gebühr entstellt, so bedarf sie immer <hi rend="italic">ihres Vaters Hilfe</hi>; denn selbst ist sie weder sich zu schützen, noch zu behaupten, im Stande.“</p>
         <p>Merkwürdig, daß jene protestantische Gelehrten, die stets nur die Verhärtung der Juden im Munde führen, selbst viel zu sehr protestantisch verhärtet waren, um bei allem ihrem Studium des <hi rend="italic">Plato</hi>, den Sinn jener Worte fassen zu können. Den Kirchenvätern hat er sich nicht verborgen, wie dieß ihre dogmatische Grundlage von <hi rend="italic">memoria, intellectus et voluntas</hi> allein schon bezeugen könnte; und Israeliten, wie mehreren der hier genannten, wird er sich bestimmt ausschließen. Denn es handelt sich dabei bloß um das Verhältniß zwischen dem sprechenden und dem gesprochenen göttlichen Worte. Nach <hi rend="italic">Plato</hi> würde das Wesen der Religion und Kirche darin bestehen, oder darauf beruhen, daß das göttliche Wort niemals ein bloß gesprochenes werde, sondern, obwohl gesprochen, stets noch die Wirksamkeit des Sprechenden in sich erhalte. Also schon Plato nennt hier das Wort den Sohn, oder vergleicht es wenigstens dem Sohne, der stets des Vaters Hilfe bedarf, eine Hilfe, ohne welche es dann nicht entgehen kann, durch das Mißverstehen der Menschen entstellt, ja verfälscht zu werden. Was will dieß, übertragen in die israelitische Denkweise, anders sagen, als daß, nachdem Gott einmal zu Moses gesprochen, er ihm das Gesetz gegeben, und dieser es vom Berge Sinai aufgeschrieben, den Kindern Gottes brachte; Israel, auch ein Organ behalten sollte und mußte, durch welches Gott fortfahren konnte, mit ihm zu reden? Dieß war <hi rend="italic">Aron </hi>mit seinen Priestern, war der Oberpriester mit seinen priesterlichen Genossen, der wiedergekommen ist in Jesus Christus, nur weit vollkommener, als er früher gewesen war.</p>
         <p>(Schluß folgt.)</p>
         </div>
         </div>
         <div type="anz">
         <head>Anzeigen.</head>
         <p>(98) An die verehrl. <hi rend="italic">Leser</hi> und <hi rend="italic">Correspondenten </hi>der mit Neujahr 1838 bei <hi rend="italic">Franz Varrentrapp</hi> in <hi rend="italic">Frankfurt a. M</hi>. erscheinenden neuen Zeitschrift:</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Katholische Kirchenzeitung. Redigirt von Dr. Julius V. Hoeninghaus</hi>. Ritter des päpstlichen Ordens vom goldenen Sporn, correspondirendem Mitgliede der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.</p>
         <p>Kaum ist die, zugleich mit der Benachrichtung vom demnächstigen Aufhören der <hi rend="italic">Universal-Kirchenzeitung</hi> erlassene, Anzeige der neuen <hi rend="italic">Katholischen Kirchenzeitung</hi> in die Oeffentlichkeit getreten als bereits von vielen Seiten her dem Begründer die beifälligste Aufnahme dieser seiner Absicht bezeugt wird. Einmüthig vereinigen sich darin gefeierte Kirchenprälaten und angesehene Theologen, und schon ist eine der anerkannt achtbarsten katholischen Zeitstimmen, die in Luzern erscheinende <hi rend="italic">Schweizerische Kirchenzeitung</hi>, welche in ihrer jüngsten Nummer (No. 49 vom 9. Dez.) „das neue Unternehmen des Dr. <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>, nämlich die Herausgabe einer <hi rend="italic">katholischen Kirchenzeitung</hi>, die von ihm allein redigirt werden soll, und die eine entschiedene katholische Haltung verspricht, <hi rend="italic">mit Freuden begrüßt</hi>“, zum Organe des ehrenvollsten Vertrauens geworden, welchem zu entsprechen, der Herausgeber sein Möglichstes thun wird.</p>
         <p>Als einen thatsächlichen Beweis, wie sehr die Redaktion in Verwendung aller ihrer zu Gebote stehenden Kräfte zugleich Bedacht auf die Vortheile nimmt, die der Verlagsplatz dem Unternehmen darbietet, publizirt sie nachstehendes Verzeichniß der in- und ausländischen theologischen, literarischen und politischen Blättern, die ihr als Grundlage der umfassendsten Berichterstattung gesichert sind<note place="foot" xml:id="ftn1" n="1">
               <p rend="footnote text"> Auf die mit einem * bezeichneten Blätter können Mitleser eintreten, worüber das Nähere im Bureau der Redaktion.</p>
            </note>:</p>
         <p>I. In <hi rend="italic">italienischer</hi> Sprache.</p>
         <p>1. Diario di Roma. Rom. *</p>
         <p>2. Annali delle scienze religiose. * </p>
         <p>3. La Voce della verità. Modena. * </p>
         <p>4. Il Cattolico. Lugano. *</p>
         <p>II. In <hi rend="italic">englischer</hi> Sprache.</p>
         <p>5. Evening Post. Dublin. * </p>
         <p>6. Morning Chronicle. London. *</p>
         <p>III. In <hi rend="italic">holländischer</hi> Sprache.</p>
         <p>7. De Godsdienstvriend. *</p>
         <p>8. Nederlandsche cathlijke Stemmen. *</p>
         <p>IV. In <hi rend="italic">französischer</hi> Sprache.</p>
         <p>9. L'Univers. Paris. *</p>
         <p>10. L'Ami de la Religion. *</p>
         <p>11. La Gazetta de France.</p>
         <p>12. Annales de la propagation de la foi. Lyon. *</p>
         <p>13. L'Invariable. Freiburg. *</p>
         <p>14. Le Courrier de a Meuse. Lüttich. * </p>
         <p>15. Journal de la Francfort.</p>
         <p>V. <hi rend="italic">Katholisch</hi>-theologische in <hi rend="italic">deutscher </hi>Sprache.</p>
         <p>16. Neue theologische Zeitschrift. Wien. * </p>
         <p>17. Theologische Quartalschrift. Tübingen. *</p>
         <p>|Sp. 1613| 18. Der Katholik. Speyer. * </p>
         <p>19. Sion. Augsburg. *</p>
         <p>20. Allg. Religions- und Kirchenfreund. Würzburg. *</p>
         <p>21. Athanasia. *</p>
         <p>22. Der Herold des Glaubens. Aschaffenburg. * </p>
         <p>23. Chrysostomus. Regensburg. *</p>
         <p>24. Schlesisches Kirchenblatt. Breslau. *</p>
         <p>25. Zeitschrift für Philosophie und kathol. Theologie. Coblenz. *</p>
         <p>26. Freimüthige Blätter für Theologie u. Kirchenthum. Stuttgart. * </p>
         <p>27. Wöchentlicher Anzeiger für die kathol. Geistlichkeit. Bamberg. *</p>
         <p>28. Schweizerische Kirchenzeitung. Luzern. *</p>
         <p>VI. <hi rend="italic">Nichtkatholische-theol</hi>. in deutscher Sprache.</p>
         <p>29. Evangel. Kirchenzeitung. Berlin. *</p>
         <p>30. Allgemeine Kirchenzeitung. Darmstadt. *</p>
         <p>31. Schweizerische evangel. Kirchenzeitung. Zürich. *</p>
         <p>32. Neue Kirchenzeitung f. d. reform. Schweiz. ebendas. *</p>
         <p>33. Der Kirchenfreund f. d. nördl. Deutschland. Osnabrück. *</p>
         <p>34. Röhr's Krit. Predigerbibliothek. Hannover. *</p>
         <p>35. Homil. lit. päd. Correspondenzblatt. Altorf. * </p>
         <p>36. Der evangel. Lichtfreund. Darmstadt. *</p>
         <p>37. Der christliche Beobachter. Frankfurt a. M. *</p>
         <p>38. Der christliche Hausfreund. ebendas.</p>
         <p>39. Der Bergedorfer Bote. Hamburg. *</p>
         <p>40. Bremer Kirchenbote. *</p>
         <p>41. Der Pilger aus Sachsen. Dresden. * </p>
         <p>42. Theol. Studien und Kritiken. Hamburg. *</p>
         <p>43. Tholuck's Lit. Anzeiger. Halle. *</p>
         <p>44. Evangel. Theol. Quartalschrift. Tübingen. * </p>
         <p>45. Der Christenbote. Stuttgart. *</p>
         <p>46. Der evangel. Heidenbote. Basel. *</p>
         <p>47. Nachrichten aus der Heidenwelt. Stuttgart. *</p>
         <p>48. Missionsblatt. Barmen. *</p>
         <p>49. Calwer Missionsblatt. *</p>
         <p>50. Nachrichten aus der Brüdergemeinde.</p>
         <p>51. Meklenburgisches Kirchenblatt. *</p>
         <p>52. Allgem. Zeitung des Judenthums. Leipzig. *</p>
         <p>53. Geiger's Wissenschaftliche Zeitschrift. Stuttgart. *</p>
         <p>VII. <hi rend="italic">Gemischte</hi> theologische.</p>
         <p>54. Badisches Kirchenblatt. Offenburg. *</p>
         <p>55. Zeitschrift für Philosophie und spekulative Theologie. Bonn *</p>
         <p>VIII. <hi rend="italic">Literarische, geographische, statistische etc</hi>.</p>
         <p>56. Das Ausland. München.</p>
         <p>57. Journal für die neuesten Land- und Seereisen. Berlin. </p>
         <p>58. Magazin f. d. Literatur des Auslandes. ebend.</p>
         <p>59. Jahrbücher für Geschichte und Statistik. Leipzig. </p>
         <p>60. Blätter für literar. Unterhaltung. </p>
         <p>61. Gersdorf's Repertorium. </p>
         <p>62. Rheinwald's Repertorium.</p>
         <p>63. Repertorium der gesammten deutschen Literatur. Leipzig. </p>
         <p>64. Allgemeine Literaturzeitung. Halle. </p>
         <p>65. Jenaische Literaturzeitung. </p>
         <p>66. Heidelberger Jahrbücher der Literatur. </p>
         <p>67. Göttingische gelehrte Anzeigen. </p>
         <p>68. Jahrbücher f. wissensch. Kritik. Berlin.</p>
         <p>69. Morgenblatt, nebst Literatur und Kunstblatt. Stuttgart.</p>
         <p>70. Allg. Anzeiger der Deutschen. Gotha. </p>
         <p>71. Der Telegraph. Hamburg. *</p>
         <p>72. Der Eremit. Altenburg.</p>
         <p>73. Skandinavische Bibliothek.</p>
         <p>74. Westland, eine nordamerik. Zeitschrift für Deutsche. Heidelberg.</p>
         <p>IX. <hi rend="italic">Politische</hi> in deutscher Sprache.</p>
         <p>75. Agramer politische Zeitung. </p>
         <p>76. Oesterreich. Beobachter. Wien. </p>
         <p>77. Allgemeine Zeitung.* </p>
         <p>78. Münchner polit. Zeitung. </p>
         <p>79. Der Korrespondent von und für Deutschland: Nürnberg. </p>
         <p>80. Fränkischer Merkur. Bamberg. </p>
         <p>81. Neue Würzburger Zeitung.* </p>
         <p>82. Aschaffenburger Zeitung. </p>
         <p>83. Frankfurter Journal. </p>
         <p>84. Frankfurter Oberpostamts-Zeitung. </p>
         <p>85. Neue Speyerer Zeitung. </p>
         <p>86. Mannheimer Journal. </p>
         <p>87. Karlsruher Zeitung. </p>
         <p>88. Freiburger Zeitung. </p>
         <p>89. Baseler Zeitung. </p>
         <p>90. Neue Zürcher Zeitung. </p>
         <p>91. Der Waldstätter Bote. Schwyz.* </p>
         <p>92. Schwäbischer Merkur. Stuttgart.* </p>
         <p>93. Deutscher Courier. ebds. </p>
         <p>94. Mainzer Zeitung. </p>
         <p>95. Großh. hess. Zeitung Darmstadt. </p>
         <p>96. Hanauer Zeitung. </p>
         <p>97. Kasseler Allgemeine Zeitung. </p>
         <p>98. Deutsche Nationalzeitung. Braunschweig. </p>
         <p>99. Hannoversche Zeitung. </p>
         <p>100. Unparteiische Korrespondent. Hamburg. </p>
         <p>101. Börsenhalle. ebd. </p>
         <p>102. Correspondenzblatt. Kiel.* </p>
         <p>103. Allgem. preuß. Staatszeitung. Berlin. </p>
         <p>104. Berliner priv. Zeitung. </p>
         <p>105. Magdeburger Zeitung. </p>
         <p>106. Rhein. westphälischer Anzeiger. Hamm.* </p>
         <p>107. Düsseldorfer Zeitung. </p>
         <p>108. Aachner Zeitung.</p>
         <p>|Sp. 1614| 109. Kölner Zeitung. </p>
         <p>110. Der Welt- und Staatsbote. Köln. </p>
         <p>111. Rhein - und Moselzeitung. Coblenz. </p>
         <p>112. Leipziger Zeitung. </p>
         <p>113. Leipziger Allgemeine Zeitung.</p>
         <p>Diese beträchtliche Fülle von, fast durchgängig <hi rend="italic">durch die Post</hi> bezogenen, Zeitblättern, im Geldwerthe einer Anlage von <hi rend="italic">mehr, als tausend Gulden rhein</hi>. gleichkommend, welche der Redaktion nur, theils durch eigenen bedeutenden Kostenaufwand, theils durch Uebereinkunft mit hiesigen Redaktionen politischer Zeitungen, möglich geworden ist, und der sich noch außer den eingeleiteten Uebersetzungen aus den <hi rend="italic">ungarischen </hi>und <hi rend="italic">böhmischen</hi> Kirchenzeitungen, die zu erwartenden <hi rend="italic">amerikanischen </hi>Blätter anreihen werden, beurkundet eine <hi rend="italic">gesicherte solide Grundlage</hi> zur umsichtigsten Berichterstattung, wie sie andern Verhältnissen wohl nicht leicht erreichbar seyn dürfte.</p>
         <p>So einleuchtend indeß hieraus hervorgeht, wie unabhängig von den mancherlei Hindernissen, die so häufig die Leistungen der direkten Correspondenzverbindungen beschränken, die Redaktion der <hi rend="italic">Katholischen Kirchenzeitung</hi> in den Stand gesetzt ist, den Thatbestand aller bemerkenswerthen Vorgänge inner- und außerhalb der Kirche zu berichten, so eifrig wird dieselbe doch unausgesetzt darauf bedacht seyn, durch gehaltvolle Originalcorrespondenzen von zuverlässiger und befähigter Hand den Werth des Blattes möglichst zu erhöhen.</p>
         <p>Die Redaktion der <hi rend="italic">Katholischen Kirchenzeitung</hi> bezielt in diesem Bestreben weniger einen ausgedehnten Kreis von Referenten, als das einmüthige und kräftige Zusammenwirken derjenigen edeln Männer, die, mit Bewußtseyn auf dem felsenfesten Boden der Kirche stehend, von Glaubenswärme zur Lebensthätigkeit angeregt, und im Hochmaße ihrer geistigen Begabtheit berufen sind, das Urtheil über die Ereignisse der Tagesgeschichte mit dem Lichte der ewigen Wahrheit in Einklang zu bringen, und so segenvoll in die Zeit einzuwirken. An sie alle, mögen sie dem Klerikal- oder dem Laienstande angehören, ergeht — und zwar, da bei der vorgerückten Jahresneige eine sofortige allseitige schriftliche Einladung nicht ausführbar ist, auch <hi rend="italic">hiemit</hi> — die freundliche und herzliche Bitte, im Interesse der heiligen Sache das Unternehmen auf eine für den Katholizismus ehrenvolle und für die Zeitgenossen heilbringende Weise, jeder von seinem Standpunkte aus und nach seinen Kräften, also im Geiste einer wahrhaft katholischen Wirksamkeit, zu unterstützen.</p>
         <p>Briefe und Zusendungen werden, nach der Dringlichkeit des Gegenstandes und sonstigen Umständen per Brief-Fahrpost oder Buchhändler-Gelegenheit (alsdann mittelst F. <hi rend="italic">Varrentrapp </hi>dahier) <hi rend="italic">an die Redaktion der Katholischen Kirchenzeitung in Frankfurt a. M</hi>. erbeten.</p>
         <p>Den HH. <hi rend="italic">Autoren</hi> wird es angenehm seyn, zu vernehmen, daß die <hi rend="italic">Nachweise von Rezensionen theol. Schriften </hi>in dem neuen Blatte mit Sorgfalt sollen gegeben werden.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Notiz für die HH Buchhändler</hi>.</p>
         <p>Alle verehrl. <hi rend="italic">Verlagshandlungen theologischer und verwandter Schriften</hi> erhalten in der neuen <hi rend="italic">Katholischen Kirchenzeitung</hi> die Gelegenheit, ihre Anzeigen (gegen 6 kr. oder 1 1/2 gr. Insertionsgebühren per Zeile) einer weiten Verbreitung zugeführt zu sehen.</p>
         <p rend="UKZ 2 13 zwischentitel">Berichtigungen.</p>
         <p>In No. 97. Sp. 1544 Z. 32 v. u. st. jungen Seelen lies jungen Seelenhirten. Z. 16 v.u. st. Wollen wir klagen über lies Wollen wir klagen, so lasset uns klagen über. Z. 10 v. u. st. Theile l. Heile. Z. 9 v. u. ? ist zu viel.</p>
         </div>
         <div>
         <p>
            <hi rend="bold">Buchhandlung</hi>
            <hi rend="italic bold">: F. Varrentrapp – </hi>
            <hi rend="bold">Herausgeber:</hi>
            <hi rend="italic bold"> Dr. J. V. Hoeninghaus. –</hi>
            <hi rend="bold"> Druckerei</hi>
            <hi rend="italic bold">: Heller </hi>
            <hi rend="bold">und</hi>
            <hi rend="italic bold"> Rohm. </hi>
            <hi rend="bold">Maschinendruck</hi>
            <hi rend="italic bold">.</hi>
            <seg> </seg>
         </p>
    </div>  
      </body>
   </text>
</TEI>

