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            <title type="main">Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands</title>
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            <publisher>Steinheim-Institut</publisher>
            <publisher>Beata Mache</publisher>
            <pubPlace>Essen</pubPlace>
            <date type="publication">2014</date>
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                     Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands
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                  <title level="j" type="issue" n="99">10. Dezember 1837, Nro. 99</title>
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                        <forename>Julius Vinzent</forename>
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         <editorialDecl><p>Offensichtliche Setzerfehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Original-Orthographie wurde ansonsten beibehalten.</p></editorialDecl>  
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         <p rend="UKZ 1 Titel">Unparteiische UniversalKirchenzeitung<lb/>
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            katholischen, und israelitischen Deutschland's.<lb/>Frankfurt a. M., den 10. Dezember 1837. Nro. 99.</p>
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         <div type="inhalt">
         <head>Inhalt: </head>
         <p>
            <hi rend="bold">Visitationsreise des päpstlichen Delegaten in </hi>
            <hi rend="italic bold">Syrien</hi>
            <hi rend="bold"> (Forts.) —</hi>
         </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Kirchliche Nachrichten</hi>
            <hi rend="italic">. Asien. Georgien</hi>; protest. SeparatistenGemeinde. — <hi rend="italic">Irland</hi>; neuer Bischof; Sendschreiben <hi rend="italic">O'Connells</hi>; Uebertritt; Tadel bischöflichen Benehmens. —<hi rend="italic"> Sardinien</hi>. <hi rend="italic">Menton</hi>; Cholera. <hi rend="italic">Nizza</hi>; Predigt des Protestantismus. — <hi rend="italic">Deutschland. Bayern. München</hi>; Beschwerde, die protest. Kirche Rheinbayern's betr.; die Hugenotten auf dem Theater; Votum des Abgeordneten <hi rend="italic">v. Ringseis</hi>, die barmh. Schwestern betr., und Debatten darüber. <hi rend="italic">Regensburg</hi>; barmherzige Schwestern. <hi rend="italic">Augsburg;</hi> Dombau. <hi rend="italic">Biswangen</hi>; neue Synagoge. <hi rend="italic">Fürth</hi>; israel. Angelegenheit. <hi rend="italic">Baden. Freiburg</hi>; Blüthe der kathol. Fakultät; Schreiben des Erzbischofs. <hi rend="italic">Heidelberg</hi>; über die Anwesenheit prot. Theologen. — <hi rend="italic">Sachsen Coburg Gotha. Gotha</hi>; Jesuitenfurcht des <hi rend="italic">Allg</hi>. Anz.; Todesfall. — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Theologische Akademie. </hi>
         </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Prot. Abth.</hi> Gegenwärtiger Zustand und gegenseitiges Verhältniß der verschiedenen Offenbarungen des heil. Geistes (Schluß.) — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Literatur. </hi>
         </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Kathol. Abth.</hi> 
            <hi rend="italic">Scholz</hi> Die heil. Schrift des Alten Testamentes. Rec. vom Professor Dr. <hi rend="italic">Loehnis</hi> in Gießen. — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Anzeigen.</hi><lb/><hi rend="normalweight">|Sp. 1567|</hi>
         </p>
         </div>
         <div type="mantel">
         <head>
             Visitationsreise des päpstlichen Delegaten in Syrien.</head>
         <p>(Fortsetzung.)</p>
         <p>„Nachdem wir den vornehmsten Stellen dieses berühmten Berges, der auch von dem <hi rend="italic">heil. Ludwig</hi> besucht worden war, unsere Aufmerksamkeit gewidmet hatten, begaben wir uns nach <hi rend="italic">Cäsarea</hi>, indem wir gleich dem <hi rend="italic">h. Paulus</hi>, als dieser von Tyrus aus dorthin kam, unsern Weg über Ptolomais nahmen, woselbst wir einen Tag verweilten, um an folgenden Tage nach <hi rend="italic">Cäsarea</hi> zu gelangen. A Tyro descendimus Ptolomaidam, et, salutatis fratibus, mansimus die una apud illos; alia autem die profecti venimus Caesaream. (Act. XXI. 7. 8.) Schon bevor wir in dieser Stadt ankamen, waren unsere Gedanken ganz mit deren frühern Größe beschäftigt. Hier war es, so sagten wir uns, wo der <hi rend="italic">h. Petrus</hi> den Hauptmann <hi rend="italic">Cornelius</hi> zu der Religion Christi bekehrte und ihn in dessen Namen taufte; hier war es, wo sich das Haus des Diakons <hi rend="italic">Philippus </hi>befand, worin, dem <hi rend="italic">h. Hieronymus</hi> zufolge, mit ihm seine vier prophetischen Töchter wohnten; hier, wo der Prophet <hi rend="italic">Agabus</hi> sich mit dem Gürtel des <hi rend="italic">h. Paulus</hi> umschlang, wo derselbe <hi rend="italic">Paulus</hi> im Prätorium gefangen gehalten wurde, und, nachdem er zwei Tage hindurch Ketten getragen, vor dem Könige <hi rend="italic">Agrippa</hi> und dem Prätor <hi rend="italic">Felix</hi> an den Kaiser appellirte … Indem wir uns nun alles dieses im Geiste vergegenwärtigten, glaubten wir, wenn auch nicht dieselbe Stadt, doch wenigstens auf den Trümmern jener alten Stadt eine neue zu finden, welche deren Namen trüge und etwas von dem alten Glanze derselben bewahrt hätte; aber wie groß war unser Erstaunen, als wir, am Orte selbst angekommen, in der Stadt die Stadt suchten! Es stellte sich unsern Augen nicht als Trümmer, dar; nicht ein Haus, nicht eine Hütte, nicht einmal die Stimme eines Menschen, der uns hätte sagen können: hier ist das alte Cäsarea in Palästina. Erstaunt, überrascht von dieser furchtbaren Verödung, suchten wir bei mattem Tageslichte einen sichern und bequemen Zufluchtsort, und fanden ihn unter dem Schatten jener majestätischen Ruinen, wo wir ohne irgend ein anderes Zelt, als das herrliche Himmelsgewölbe, mit seinen funkelnden Gestirnen abschmückt, eine Novembernacht zubrachten, die ein wenig kalt war, uns aber dennoch kurz dünkte, so sehr war unser Geist mit den Erinnerungen erfüllt, welche diese Ruinen hervorriefen!</p>
         <p>Am 29. früh Morgens vor Sonnenaufgang, befanden wir uns auf dem Wege nach <hi rend="italic">Jaffa</hi>, und am Abende, mit Einbruch |Sp. 1568| der Nacht, hielten wir unsern Einzug in diese Stadt. Die ganze Bevölkerung hatte sich, die Konsuln und die Väter vom heil. Lande an ihrer Spitze, an unsern Weg gestellt. Unter dieser Begleitung wurden wir zu dem Kloster der Väter vom h. Lande geführt. Hier empfing uns noch die Elite der Bewohner von Jaffa, ohne Unterschied der Nation oder des Ritus. Es schien, als hätte die Anwesenheit des Delegaten, indem sie alle Unterschiede verwischte, jede Trennung aufgehoben und alle Herzen durch die Bande der Nächstenliebe verbunden. Dieselbe Einigkeit fand am folgenden Tage, Sonntags, in der lateinischen Kirche statt, in welcher wir die h. Messe feierten, worauf Alle, dem Gebrauche gemäß, zum Kuß des Hirtenringes zugelassen wurden. Hiertnächst ertheilte ich im Namen Sr. Heiligkeit, des gemeinschaftlichen Vaters aller Gläubigen, für den wir die wärmsten Gebete an Gott richteten, den apostol. Segen. Der Nachmittag wurde dem Besuche der kathol. Griechen gewidmet. Diese sind, da sie gegenwärtig keine Kirche haben, genöthigt, den Gottesdienst in einem Privathause zu halten; indeß haben sie doch Hoffnung, bald eine Kirche bauen zu können, wozu wir im Namen des Werkes für Glaubensverbreitung ihnen auch unsere Opfergabe spenden wollten. Man trifft in Jaffa noch etwa 20 Maroniten und einige Syrier und Kopten an, die aber, weil sie weder Priester noch Kirche haben, unter dem Pfarrer vom heil. Lande stehen. Im Ganzen beläuft sich die kathol. Bevölkerung von Jaffa nur auf etwa drei oder vierhundert Personen.</p>
         <p>Jaffa ist gegenwärtig nichts mehr, als eine kreisförmig gebaute und amphitheatralisch am Abhange eines großen Hügels gelegene häßliche Häusermasse. Die Unglücksfälle, welche diese so oft betroffen, haben die Anzahl ihrer Ruinen vervielfältigt. Eine Mauer, welche mit ihren beiden Enden gegen das Meer hin ausläuft, umgibt sie von der Landseite und schützt sie gegen einen plötzlichen Ueberfall. Ihr Hafen ist sehr unbedeutend; aber zwei Quellen mit süßem Wasser, die sich innerhalb desselben, am Ufer des Meeres selbst, befinden, unterscheiden Jaffa von den übrigen Städten und Flecken der Küste: das ist das heutige Joppe. Was das Joppe von ehemals betrifft, so ist bekannt, welche religiöse Erinnerungen es hervorruft. Ich sage nichts von seinem Namen: Einige wollen den Namen der Stadt Jaffa von ihrem Gründer <hi rend="italic">Japhet</hi> ableiten, und Andere wollen, daß er ihr von <hi rend="italic">Joppe</hi>, der Tochter des <hi rend="italic">Aeolus</hi> und Gattinn des <hi rend="italic">Cepheus</hi>, ertheilt worden sey. Gegründeter aber ist, daß es <hi rend="italic">Joppe</hi> war, wo die Schiffe des <hi rend="italic">Hiram</hi>, welche mit Cedern für den Tempel beladen waren, anlandeten, und wo der Prophet <hi rend="italic">Jonas</hi> sich einschiffte, als er vor dem Angesichte Gottes floh. Joppe fiel |Sp. 1569| fünfmal in die Hände der Aegypter, der Assyrier und der verschiedenen Völker, welche mit den Juden im Kriege standen, bevor die Römer nach Asien kamen. Es wurde eine der elf Toparchieen, wo das Götzenbild <hi rend="italic">Astarte</hi> angebetet wurde. <hi rend="italic">Judas Maccabäus</hi> verbrannte diese Stadt, deren Bewohner zweihundert Juden getödtet hatten. <hi rend="italic">Gottfried von Bouillon</hi> hatte sich Jaffa's bemächtigt; <hi rend="italic">Saladin</hi> machte sich später zum Herrn desselben und zerstörte es. Im J. 1252 ließ es der <hi rend="italic">h. Ludwig</hi> wieder aufbauen; 16 Jahre später nahm es der Sultan von Aegypten wieder, und seit dieser Zeit ist es beständig in den Händen der Türken geblieben. Es war in Jaffa, wo der heil. <hi rend="italic">Petrus</hi> die <hi rend="italic">Tebitha</hi> wieder in's Leben rief und bei <hi rend="italic">Simon</hi> dem <hi rend="italic">Gerber</hi> die Männer empfing, die aus Cäsarea zu ihm kamen. Man zeigt noch den Ort, wo jenes Haus gestanden hat, auf einem Felsen in der Nähe des Meeres, gerade im Innern des Klosters vom h. Lande. Es wurde damals eine Kapelle zu Ehren des h. <hi rend="italic">Petrus</hi> dorthin gebaut. Diese Kapelle ist in sehr schlechtem Zustande. In dem oberen Theile, wo der heil. Apostel, wie man erzählt, die berühmte Erscheinung gehabt hat, ist ihm zu Ehren eine Kirche errichtet worden, die von den ehrwürdigen Vätern vom Heiligen Lande versehen wird. Es war zu Jaffa, wo die Königinn seligen Andenkens, die Gemahlinn des h. <hi rend="italic">Ludwigs</hi> eine Tochter gebar, Namens <hi rend="italic">Blanca</hi>, und wo der heil. <hi rend="italic">Ludwig</hi> die Nachricht von dem Tode seiner Mutter erhielt.“</p>
         <p>(Fortsetzung folgt)</p>
         <p rend="UKZ 2 13 zwischentitel">Kirchliche Nachrichten.</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Asien. </p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Georgien.</p>
         <p>In der so eben erschienenen 2. Abtheilung des 1. Bandes von <hi rend="italic">Eichwald's</hi> Reise auf dem caspischen Meere und im Kaukasus findet sich die interessante Notiz, daß in Georgien ein <hi rend="italic">deutsches Dorf</hi>, von würtemberg. <hi rend="italic">Separatisten</hi> bewohnt, existirt. Im Glauben an eine Prophezeihung: die Welt werde 1835 untergehen, und Die am wenigsten schlimm wegkommen, welche Jerusalem am nächsten wären, waren sie dorthin gezogen.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Leipziger Ztg.)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Irland.</p>
         <p>† Herr <hi rend="italic">Francis Haty</hi>, Pfarrer von <hi rend="italic">Kilcok</hi>, ist trotz des lebhaftesten und achtbarsten Widerstandes zum Bischof von <hi rend="italic">Kildare</hi> und <hi rend="italic">Leighlin</hi> erwählt worden. Wir freuen uns sehr, diese Nachricht mittheilen zu können; Hrn. <hi rend="italic">Haly's</hi> Wahl ist eine der ehrenvollsten und glücklichsten, die seit langer Zeit in der irländischen Kirche erfolgt ist; derselbe ist nicht bloß Gelehrter, sondern auch Weltmann, und vortrefflicher Priester.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Dublin EveningPost)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">O'Connell</hi> hat aus Derrynane Abbey vom 12. Oktbr. ein Sendschreiben an den liberalen irischen Pair Lord <hi rend="italic">Cloncurry</hi> erlassen, worin er sich mit dessen Vorschlag, daß die liberalen irischen Pairs und UnterhausMitglieder einige Tage vor der Eröffnung des Parlaments sich in Dublin versammeln, und über die für Irland Wünschenswerthen Maßregeln berathen sollen, vollkommen einverstanden erklärt, und behauptet, es stehe jetzt dem irischen Volke ein verzweifelter, aber hoffentlich auch der letzte Kampf um rechtliche Gleichstellung mit dem englischen bevor. Die englischen Tories bauen ihre letzte Hoffnung auf ihre Bemühung, die Bigotterie und daß Vorurtheil der protest. Engländer zum Wahnsinn zu steigern. Viele der englischen Tories verlangen, wie einst das englische Parlament zur Zeit des Cromwell'schen Kriegs, nach gänzlicher Ausrottung des irischen Stammes. Deßwegen sey es dringend nöthig, Alles zu thun, um die furchtbaren Leiden, mit denen die Tories Irland bedrohen, zu verhüten. Es handle sich jetzt mehr, als je, um den Versuch, ob sich ohne Aufhebung der Union Gerechtigkeit für Irland schaffen lasse. Da die irische Nation, falls die feindselige Gesinnung |Sp. 1570| der englischen Tories durchdringe, berechtigt sey, die Aufhebung der Union zu verlangen, haben selbst Männer, die sonst entschiedene Gegner der Trennung waren, wie Lord <hi rend="italic">Ebrington</hi>, zugegeben. Die Thatsache aber, daß die große Masse der englischen Tories wilde, blutige Feindschaft gegen das kathol. Irland hege, gehe aus Folgendem hervor: 1) Aus dem Benehmen der protestant. Geistlichen in England in den letztern zwei Jahren, indem dieselben das englische Volk, das unter allen Völkern am meisten von der Geistlichkeit sich gängeln lasse (the most priestridden people), in politischer Beziehung nach Belieben leiten, und insbesondere bei den letzten Wahlen die thätigsten Agenten der gegen Irland feindseligen Kandidaten gewesen seyen. 2) Aus der Sprache der englischen Torypresse gegen das irische Volk, und 3) insbesondere gegen die katholische Geistlichkeit in Irland, gegen welche die heftigsten Schimpfwörter angewendet werden, wie: Schurken, Mörder, barbarisches Gesindel, wildes Lumpenpack, Meineidige, Römlinge, Ungläubige, papistische Schufte, Heuchelvolk, brutale Priesterschaft, Mörder in Chorhemden etc. 4) Aus der durch die Tories und die Pfarrer geschaffenen torystischen Mehrheit unter den englischen UnterhausMitgliedern. 5) Aus der offen zugestandenen , niederträchtigen Verschwörung gegen alle freisinnigen irischen Volksvertreter, welche in London angesponnen, und deren Fäden über ganz Großbritannien ausgesponnen worden seyen.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Schwäb. Merk.)</p>
         <p>† Im Kirchspiele <hi rend="italic">Croagh</hi> ist ein Mann, der sechzig Jahre in dem protestantischen Glaubensbekenntnisse gelebt hatte, zu dem römischkatholischen Glauben übergetreten. Hr. <hi rend="italic">Banson </hi>hat sein neues Glaubensbekenntniß in Gegenwart einer zahlreichen Versammlung entgegen genommen. Derselbe Geistliche nahm auch einen jungen Protestanten auf dessen Todbette in den Schooß der römischkatholischen Kirche auf. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Univers)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">John Bull</hi> ist bekanntlich sehr für seine Aristokratie eingenommen, und betrachtet sich durch ihren Glanz gehoben. Deßwegen wird es auch dem freisinnigen Bischof von <hi rend="italic">Ripon </hi>von Manchen höchlich verübelt, daß er nicht mit der gehörigen Würde austrete, indem er sich von seinem Palaste aus ohne Gefolge in die Kirche begebe, keine Perücke trage, und durch häufiges Predigen und häufige Theilnahme an Bibel und MissionsVersammlungen sich zu gemein mache.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Schwäb. Merk.)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Sardinien.</p>
         <p>† <hi rend="italic">Menton</hi> im Fürstenthum <hi rend="italic">Monaco</hi>. Hier hat sich ein merkwürdiges Beispiel von Hingebung und christlicher Liebe kund gegeben. Als man vor einem Monate den Ausbruch der Cholera zu <hi rend="italic">St. Remo</hi> im Herzogthume <hi rend="italic">Genua</hi> erfuhr, erboten sich 14 junge Leute, von hier edelmüthiger Weise dahin zu gehen, den Kranken beizustehen, die Gesunden zu ermuthigen. Vor ihrer Abreise ließen sie sich die heil. Sakramente reichen, und einige hinterlegten auch ihren letzten Willen. In der laufenden Zeit ist es eine erfreuliche Erscheinung, solche Lebensverachtung und ein solches Trotzbieten gegen eine furchtbare Geißel gewahr zu werden. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Gaz. de Mil.)</p>
         <p>— In <hi rend="italic">Nizza</hi>, im Gebiete des Königs von Sardinien, hielt seit einiger Zeit ein junger reformirter Geistlicher für die zahlreichen reformirten Fremdlinge, die sich an diesem berühmten Orte aufzuhalten pflegen, reformirten Gottesdienst. Es hat sich nun zugetragen, daß auch viele Katholiken an diesen gottesdienstlichen Versammlungen Theil nahmen, und Freude daran zu finden anfingen. Alsobald hat der junge Prediger, mit Namen <hi rend="italic">Buskarlet</hi>, Befehl bekommen, binnen 48 Stunden die Stadt zu räumen, und die Einwohner, bei welchen man Bibeln fand, sind festgenommen, und in's Gefängniß geworfen worden. (?)</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Berged. Bote)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Deutschland.</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Bayern.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">München</hi>. In einer der letzten Sitzungen der Kammer der Abgeordneten wurde vom fünften Ausschuß Bericht erstattet über die Beschwerden 1) von 204 theils geistlichen, theils weltlichen Mitgliedern der Diözesan-Synoden der vereinigten prote |Sp. 1571| stantisch-evangelischen Kirche im Rheinkreise, und 2) der dieser Beschwerde beigetretenen sämmtlichen rheinbayerischen Abgeordneten desselben Glaubensbekenntnisses — wegen Verletzung verfassungsmäßiger Rechte dieser Kirche. Der Referent hat die beiden fraglichen Beschwerden, formell und materiell für begründet erachtet, vor die Kammer gebracht zu werden. Der Coreferent dagegen hat den Antrag gestellt, es mögen zu näherer Aufklärung und besserer Beleuchtung der Sache zuvörderst noch einige Aufschlüsse von dem Ministerium erholt werden. Der fünfte Ausschuß hat die letztere Ansicht getheilt. Das Präsidialschreiben, wodurch um diese Aufschlüsse gebeten wird, ist alsbald ausgefertigt worden, bis jetzt aber noch keine Antwort eingelaufen.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Schwäb. Merk.)</p>
         <p>— Die „Hugenotten“ von <hi rend="italic">Meyerbeer</hi> sollen nächstens aufs Theater kommen, doch läßt sich kaum ein bedeutender Erfolg erwarten , da aus religiösen Rücksichten der Text ganz und gar umgeändert erscheint, und daher auch die Musik ihre innerste Beziehung verlieren muß. Es ist übel für die Kunst, daß aus solchen Rücksichten auch bei andern Stücken viele Schönheiten eingebüßt werden. (Uns will bedünken, — bemerkt hiezu die Redaktion des „Herold des Glaubens“ sehr treffend — es sey noch übler für die <hi rend="italic">Kunst</hi>, wenn sie, anstatt dem Wahren zur Verkörperung als Schönes zu dienen, zum feilen Werkzeuge der Lüge und zur Kupplerinn wird, welche das Volk verführt. Wahrhafte und aufrichtige Freunde der Kunst erklären sich auch überall gegen solchen <hi rend="italic">Mißbrauch</hi> derselben). Gegen eine fernere Aufführung „Ludwig XI.“ soll die <hi rend="italic">Geistlichkeit</hi> förmlich Protest eingelegt haben. Man ist jedoch von Seiten der <hi rend="italic">Regierung</hi> nicht immer geneigt, all ihren Wünschen nachzukommen.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Leip. Allg. Ztg.)</p>
         <p>— Das Votum des Abgeord. Dr. <hi rend="italic">von Ringseis</hi> in der Sache der <hi rend="italic">barmherzige Schwestern</hi>, bestimmt für die Sitzung der Ständeversammlung vom 28. Okt., aber nicht vorgetragen weil die Majorität den Schluß der Debatte verlangte, lautet so: Meine Herren! Unter drei Titeln fordert das Institut der barmherzigen Schwestern Unterstützung vom Aerar, als Kranken, als Unterrichts und als klösterliche Anstalt. Als Krankenanstalt wirkt das Institut der Schwestern nicht bloß für die hiesige Gemeinde; denn es verpflegt arme hier befindliche Kranke des ganzen Königreichs. Als die trefflichste Central-Unterrichts-Anstalt für Krankenpflege hat es eben so viel Anspruch auf Unterstützung, als die chirurgischen, Hebammen, Veterinär und andere Schulen. Betrachte ich aber dieses Institut zugleich als klösterliches für Krankendienst und Krankenpflegeunterricht, so muß ich die von der Krone postulirte Position auf's entschiedenste vertheidigen, als eine, die rechtlich und verfassungsmäßig von der Kammer gar nicht verweigert werden kann. Nochmal und nothwendig ergreife ich somit das Wort für einige Klassen von Klöstern, und zwar nicht mehr bloß, wie ich früher gethan, im Interesse des Unterrichts der kathol. Bevölkerung, nicht mehr bloß im Interesse der Kranken und Armen, nicht mehr bloß im Interesse der Nationalwirthschaft, sondern im Namen und Interesse der bedrohten Gerechtigkeit, im Namen und Interesse der bedrohten Freiheit aller Konfessionen, im Namen und Interesse der bedrohten Verfassung, nicht bloß der unsrigen, sondern jeder andern deutschen, somit selbst der hannovranischen, falls sie wirklich zu Rechte besteht. Meine Herren! Ich verdenke es keinem meiner protestantischen Mitbürger, wenn er, auf konfessionellem Standpunkte stehend, die Klöster nicht will, obwohl viele der größten von mir in früheren Debatten benannte protest. Autoritäten sich <hi rend="italic">für</hi> sie aussprachen. Aber wir stehen im vorliegenden Falle nicht auf konfessionellem, sondern auf staats und privatrechtlichem Boden. Die 200 Millionen Kapitalwerth des in Bayern eingezogenen kathol. Kirchengutes wurden der Krone nicht zur unbedingten Disposition, sondern durch Reichsdeputationsschluß vom Jahre 1803 mit der lästigen Bedingung überlassen, einen Theil für Kultus und Unterricht zu verwenden. Im Konkordat wurde die Dotation „einiger Klöster“ bedingt. Noch ist, wie durch mehrere Deputirte erwiesen, und von Seite des Ministertisches zugegeben wurde, kein einziges Kloster dotirt. Die künftige Dotation der barmherzigen Schwestern geschähe also keineswegs aus dem allgemeinen Säckel, sondern aus einem ganz kleinen Theile des ungeheueren, unter der erwähnten onerosen Bedingung eingezogenen kathol Kirchengutes. Ohne dieses hätte der bayerische Staat um 200 Millio- |Sp. 1572| nen Schulden mehr, und diese müßten aus allgemeinem Säckel bestritten werden. Keineswegs kontribuirt also die protestantische Bevölkerung Bayern's zur Dotation von Klöstern, sondern das kathol. Kirchengut kontribuirte viele Millionen zur Erleichterung der Abgaben protest. Einwohner. Die kathol. Bevölkerung bettelt somit nicht bei der nichtkatholischen, sie bettelt nicht bei den Kammern, sie bettelt nicht bei der Krone; sie hat ein unbestreitbares Recht, die Dotation einiger Klöster aus Staatsmitteln zu fordern, ein so unbestreitbares, daß ich, falls ich der entschiedenste Protestant wäre, aus Achtung für das Recht für diese Dotation stimmen, oder mich wenigstens aller Abstimmung enthalten würde. Und die Kammer hat kein Recht, auch nicht das geringste, die Krone in der Erfüllung dieser ihrer Verbindlichkeit, so wie in der Ausübung ihrer Prärogative zu hindern, eben so wenig, als sie ein Recht hat, die Krone zu hindern, ihre vor Errichtung der Verfassung kontrahirten Schulden zu zahlen. Aber es gehört ja, hörten wir, das Institut der barmherz. Schwestern „nicht zu den Klöstern.“ Meine Herren! Die große Ehre, die man ihnen anzuthun meynte, sie nicht zu den Klöstern zu rechnen, wäre wahrhaftig zu theuer bezahlt durch die darauf gegründete Verweigerung der Dotation. Denn als Kranken und Unterrichtsanstalt hat das Institut zwar Billigkeits, aber nur als klösterliche, durch das Konkordat unabweisbare rechtliche Ansprüche auf Dotation aus Staatsmitteln. Die Interpretation, was Kloster sey, steht jedoch nicht der Kammer zu. Oder beträfe das aus einer Abstimmung des ehemaligen Deputirten <hi rend="italic">von Rudhardt</hi> vom verehrl. zweiten Herrn Sekretär angeführte Citat auch die barmh. Schwestern?! Meine Herren! Die Bevölkerung, die man in diesem Citat als eine durch den gemeinsten, schmutzigsten Eigennutz bestechlich dargestellt, ist dieselbe, von der ein großer, vielleicht der größte Theil von uns in diese Kammer gesendet zu seyn die Ehre hat. Denn nicht bloß Bier, sondern, wie wir hörten, auch Weinländer stellten Petitionen um Klöster. Unmöglich unterdrücken kann ich dabei die Bemerkung, daß man dieselbe Bevölkerung bald als souveränes, in ihrer Mehrheit infallibles, und mit Majestätsrechten begabtes Volk, bald aber, wenn es zweckdienlicher scheint, als die niederträchtigste Kanaille behandelt. — Ich ergriff das Wort für die Klöster, wie ich sagte, im Namen der bedrohten Gerechtigkeit, im Namen der bedrohten konfessionellen Freiheit, der bedrohten Verfassung. Ja, wiederholt erkläre ich, wer fremdes Recht gefährdet, gefährdet das eigne; wer Rechte und Freiheiten <hi rend="italic">einer</hi> Konfession bedroht, bedroht die Rechte und Freiheiten <hi rend="italic">Aller</hi>; wer Ein Element der Verfassung verletzt, gefährdet die Verfassung im Ganzen. Meine Herren! Könige und Regierungen wurden mit mehr oder weniger Umschreibung der Verfassungsverletzung beschuldigt; und so übe auch ich nur ein hier schon oft angerufenes, parlamentarisches Recht, meine Ueberzeugung auszusprechen: verfassungswidrig sind die Beschlüsse der Majorität über die Klöster; verfassungswidrig die faktische Interpretation, es sey dem Konkordat Genüge geschehen; verfassungswidrig der faktische Versuch, die Krone zu hindern in Erfüllung ihrer konkordatmäßigen Verpflichtung und der Ausübung ihm Prärogative; verfassungswidrig die versuchte Beschränkung der Stiftungsfreiheit der kathol. Bevölkerung; verfassungswidrig die Verweigerung der postulirten Bausumme für das Priorat in Ottobeuren; verfassungswidrig endlich die verweigerte Bewilligung der von der Regierung begehrten jährlichen Unterstützung von 10,000 fl. für die barmherzigen Schwestern. Oder wäre, etwa nach der Theorie des modernsten Staatsrechtslehrers Dr. <hi rend="italic">Schwindl</hi>, ein Vertrag darum schon null und nichtig, weil er mit der Tiara und Krummstab geschlossen? Wahrlich, wer das Konkordat verletzt, verletzt einen Theil der Verfassung, und gefährdet die ganze. Die Verletzung der Verfassung eines Landes gefährdet, wie wir in diesem Saale öfter hörten, die Verfassung auch anderer Länder. Wollen wir also nicht selber durch verfassungswidriges Handeln unsere Verfassung und die anderer Länder gefährden! — </p>
         <p>— den 3. November. In der gestrigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten kam das Postulat von jährlich 10,000 fl. für die <hi rend="italic">barmh. Schwestern</hi> wieder zur Verhandlung. Es erhob sich dabei eine lebhafte Debatte, nicht so sehr über den Gegenstand selbst, als über ein, als Votum des Abgeordneten Dr. <hi rend="italic">von Ringseis</hi> aus letzter Sitzung in einem öffentlichen Blatte abgedrucktes Inserat. Mit Indignation sprach sich die ganze |Sp. 1573| Kammer — vom Ministertisch aus sowohl als von Kammergliedern — gegen diesen Artikel aus; auch nicht Eine Stimme erhob sich zur Vertheidigung (der Verfasser war auch nicht in der Kammer). Zuerst bedauerte Abg. <hi rend="italic">Lechner</hi>, daß derselbe wahrscheinlich bösen Eindruck bezüglich dieser Position auf die Gemüther gemacht habe, und bat die Kammer dringend, keine Rücksicht auf dergleichen Aeußerungen zu nehmen, und nach so vielen Beweisen von Wohlthätigkeit auch diesen hinzuzufügen. Lebhaft erklärte sich Dr. <hi rend="italic">Briegleb</hi>, vorzüglich als Protestant, gegen den Artikel: er habe zweimal für diese Position gestimmt, heute dagegen; denn das gebiete ihm, nach dieser plumpen Aufdeckung der Tendenzen dieses Ordens von einem kompetenten Mann, der Trieb der Selbsterhaltung und der Eid für des Landes Wohl. Graf <hi rend="italic">von Seinsheim</hi> bedauerte dieses „traurige Ereigniß“; indeß möge die Kammer sich dadurch nicht gegen die Sache selbst einnehmen lassen; möge christlich und großmüthig vergessen; die Tendenzen, die aus dem Artikel bezüglich des Instituts der barmherzigen Schwestern gefolgert werden könnten, seyen nie und in keiner Weise vorhanden, wie er aus amtlicher Stellung bezeugen könne. <hi rend="italic">Von Hornthal</hi> bat die Kammer, einem Machwerke, wie dieses Pamphlet sey, nicht so viel Ehre anzuthun, ihm einen Einfluß auf die Abstimmung zu gestatten; sie möge der Majorität des Ausschusses betreten, welche begutachtet, daß der ersten Kammer unter der Modifikation beigestimmt werden möge; es seyen ein für allemal 60,000 fl. für die vierte Finanzperiode den barmh. Schwestern zu bewilligen. Dr.<hi rend="italic"> Schwindl</hi>, der in dem fraglichen Artikel der „modernste Staatsrechtslehrer“ genannt wird, bemerkte, daß, wer den Vorschlag auf gänzliche Enthaltung von der Abstimmung mache, könne nicht einmal das ABC unseres konstitutionellen Staatsrechts begriffen haben. Der königl. Finanzminister <hi rend="italic">von Wirschinger</hi> nahm mehrmals das Wort, bedauerte jenen Vorfall, und er wie der k. Kommissär <hi rend="italic">v. Abel </hi>wiesen die Behauptung zurück, als habe der Verf. durch seine amtliche Stellung — als Arzt im Krankenhause, als Obermedizinalrath und Ministerialreferent — auch die wahre Tendenz des Ordens richtig anzugeben vermocht; denn er sey ordinirender Arzt, und zu keiner andern Erklärung kompetent. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Korr. v. D.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Regensburg</hi>. Obwohl die Kammer der Abgeordneten dem Mutterhause der barmherzigen Schwestern sich so wenig günstig gezeigt hat, daß sie die von der Regierung beantragte jährliche Unterstützung desselben nicht bewilligte, fährt das Mutterhaus dennoch eifrig fort, seiner Bestimmung zu entsprechen und andre Krankenhäuser mit Schwestern zu versehen. So wurden am 14. Okt. 5 Schwestern in das neue kathol. Krankenhaus in Regensburg eingewiesen, in welches das ehemalige deutsche Haus recht schön und zweckmäßig verwandelt worden war. Die dazu gehörige, seit vielen Jahren geschlossene Kirche des heil.<hi rend="italic"> Aegidius </hi>wurde dazu hergerichtet und am Tage der Einführung der Schwestern vom hochwürdigsten Bischofe eröffnet, welcher selbst die Predigt und das Pontifikalamt hielt. Auch fand bereits die feierliche Einweihung des schön und zweckmäßig neu erbauten Krankenhauses in Neumarkt statt, wo ebenfalls 2 Schwestern eingeführt wurden. Am 19. Nov. werden einstweilen 4 Schwestern das vereinigte Kranken, Spital und Waisenhaus in Aschaffenburg übernehmen. Hr. Superior <hi rend="italic">Hauber</hi> und die Frau Geral-Oberinn werden sie dahin begleiten. Letztere wohnte auch der Feierlichkeit in Regensburg bei; jener in Neumarkt wohnte Hr. Beichtvater <hi rend="italic">Sintzel</hi> bei, der dabei eine Rede hielt. Im kommenden Frühjahre werden 6 bis 8 Schwestern das ansehnliche Spital (Pfündnerhaus) in Landshut übernehmen. Das Mutterhaus ist, Gott Lob! unter Dach. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Sion)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Augsburg</hi>, 28. Novbr. Der Bau an der hiesigen Domkirche und die Wiederherstellung des großen gemalten Fensters ist nunmehr vollendet, und wurde aus Staatskosten in einem Betrage von mehr, als 10,000 fl. bestritten. Die Ausführung darf im höchsten Grade gelungen genannt werden, und sowohl die Ausbesserung der ältern, als die Herstellung der neuen Glasgemälde zeugt von dem hohen Grade der Kunstfertigkeit, welche der hiesige Künstler <hi rend="italic">Walch</hi> in diesem Zweige der Kunst besitzt.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Schwäb. Merk.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Biswangen</hi> im Oberdonaukreise. Dahier wurde eine neue Synagoge erbaut, die durch ihre Schönheit und Eleganz sich fast mit allen bisher erbauten messen kann. Se. kön. Maj. ließ den Plan dazu unentgeldlich von der königl. Baukommission entwerfen. </p>
         <p>|Sp. 1574| <hi rend="italic">Fürth</hi>, 1. Nov. Dahier wird ein kön. Regierungskommissär aus Ansbach erwartet, der die Streitigkeiten zwischen dem Hrn. Rabbiner Dr. <hi rend="italic">Levi</hi> und seinen Gegnern auf irgend eine Weise ausgleichen und eine <hi rend="italic">Versöhnung</hi> zu Stande bringen soll. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Allg. Z. d. Judenth.)</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Baden.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Freiburg</hi>, 18. Okt. Die Universität Freiburg darf sich zur Acquisition des Prof. <hi rend="italic">von Hirscher</hi> aus Tübingen mit Recht Glück wünschen. Die katholischtheolische Fakultät in Freiburg scheint nun das werden zu wollen, was Tübingen eine Zeit lang war, die vorzüglichste in ganz Deutschland. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Fr. Z.)</p>
         <p>— Das Kapitel <hi rend="italic">Stühlingen</hi> hat an den hochwürdigsten Herrn Erzbischof von Freiburg ein Schreiben gerichtet, in welchem es um baldige Einberufung einer <hi rend="italic">Synode </hi>bittet. Der hochw. Erzbischof hat darauf in der Hauptsache Folgendes erwiedert:</p>
         <p>„Seyen Sie meines redlichen Willens versichert, daß ich in thesi die Wohlthat kirchlicher Synoden eben so anerkenne, als ich fest überzeugt bin, daß sie in praxi jenen Segen nicht verbreiten, den man sich davon verspricht. Fragen wir uns aufrichtig über den <hi rend="italic">Zweck</hi> dieser Anstalt, so finden wir bei dem gegenwärtigen Standpunkt des süddeutschen Kirchenwesens ihre Entbehrlichkeit. Ein Ritual haben wir, das, obwohl als ein menschliches Werk nicht frei von kleinen Fehlern, selbst nach dem Urtheile aufgeklärter Theologen, gerechten Anspruch auf <hi rend="italic">Liberalität</hi> zu machen hat. Ein neuer Katechismus wird wirklich in sämmtlichen PastoralKonferenzen der Erzdiözese berathen, der in einer Synode zu keinem Ende führen würde. Ein allgemeines DiözesanGesangbuch ist wirklich in Arbeit, und bedarf einer Diözesan Revision um so weniger, als es größtentheils aus dem Constanzer Gesangbuch und bessern neuen Werken extrahirt wird. Die schwierige Aufgabe einer allgemeinen Gottesdienstordnung wird dadurch erleichtert, weil jene für das Bisthum Rottenburg bestimmte und wirklich unter der Presse liegende allen Dekanaten unserer Erzdiözese zum Gutachten wird mitgetheilt werden.</p>
         <p>Ich halte Sie, hochwürdige Herren! für viel zu weise, als daß ich glauben sollte, Sie wünschen die Synode vorzüglich <hi rend="italic">für Aufhebung des Cölibats</hi>. Ich halte Sie für viel zu klug, als daß ich von Ihnen glauben sollte, Sie verlangen eine Synode in Form eines Landtages oder einer protestantischen Versammlung. Selbst die Vorschrift des tridentinischen Kirchenrathes wird für unsere Zeit, auch nach Ansicht des aufgeklärten Kanonisten <hi rend="italic">Sauter</hi>, unpassend.</p>
         <p>Und nun frage ich Sie: wozu Synoden? Vertrauen Sie Ihrem Oberhirten und seinem Senate. Wir werden alle billigen Wünsche unserer hochw. Mitarbeiter zu befriedigen suchen, ohne des vorgeschlagenen, selbst auf mehreren Landtagen verworfenen Mittels zu bedürfen. Meine Pfarr und KirchenVisitationen werden die <hi rend="italic">Wunden aufdecken</hi>, welche mein liebender Ernst heilen wird.“ </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Sion)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Heidelberg</hi>. In Beziehung auf einen letztlichen Artikel in der A. K. Ztg. und in der Univ.-K.-Ztg. No. 90 lies't man in ersterer:</p>
         <p>Wenn kürzlich in diesen Blättern die am 30. Aug. d. J. von Hrn. Dr. <hi rend="italic">Tholuck</hi> hier gehaltem Predigt mit „gewissen Tendenzen“ an hiesiger Universitätsstadt in eine solche Verbindung gesetzt worden, daß daraus, weil nicht auch an <hi rend="italic">de Wette</hi> und <hi rend="italic">Marheinecke</hi>, die um dieselbe Zeit gleichfalls hier gewesen, zu predigen die Aufforderung ergangen, ein Schluß auf die sich hier kundgebende theologische Richtung gezogen werden dürfte: so kann hierauf mit Zuverlässigkeit und Unparteilichkeit erwiedert werden, daß <hi rend="italic">de Wette</hi> nur einen halben Tag sich hier aufgehalten, <hi rend="italic">Marheinecke</hi> aber wirklich mehrfach zu einer Predigt ersucht worden, ohne jedoch sich dazu bewegen zu lassen. Der ehrwürdige, über allem Parteiwesen der Zeit in reiner Frömmigkeit erhabene Geistliche würde, wie Hr. Dr. <hi rend="italic">Tholuck</hi>, mit derselben freundlichen Bereitwilligkeit auch den beiden anderen genannten berühmten Theologen seine Kanzel eingeräumt haben. Sollte übrigens der Einsender auf „gewisse Tendenzen“ der theologischen Fakultät hingezielt haben, so ist nur zu bekannt, daß in ihr die Vermittelung zwischen den Elementen die vorherrschende wissenschaftliche Bestrebung sey. </p>
         <list type="ordered">
            <item>K. Z.)</item>
         </list>
         <p>|Sp. 1575|</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Sachsen-Coburg-Gotha.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Gotha</hi>, den 18. Nov. Die jetzt wieder mehr grassirende lächerliche Furcht vor den Jesuiten hat neulich auch wiederum den Hrn. Dr. <hi rend="italic">J. Fr. Hennicke</hi>, den sehr geschäftigen Redakteur des (Gothaer) Allgemeinen Anzeigers, sehr unangenehm afficirt, worauf er denn in No. 292 seines Blattes eine gar wundersame Jeremiade einrückte. Es ärgert den alten Mann in die Seele hinein, daß der deutsche und besonders der bayerische Adel seine hoffnungsvollen Kinder den Jesuiten in Freiburg in der Schweiz zur Bildung anvertraut! Ja, es schmerzt ihn, daß die Jesuiten von Oesterreich her immer näher und näher rücken, und nebst dem Collegium in Gratz nun auch eine stattliche Niederlassung in Linz an der Donau gegründet haben! Herr Dr. <hi rend="italic">Hennicke</hi> soll sich nur kein graues Haar darob wachsen lassen; denn er und seine Kindeskinder erleben die Ankunft der Loyoliten in Gotha nicht. Auch gehet ihn diese Angelegenheit der katholischen Menschheit gar <hi rend="italic">nichts</hi> an. Oder will er braven katholischen Eltern etwa das Recht streitig machen, ihre Kinder in den wahren christlichen Grundsätzen erziehen zu lassen? Thut doch dieser Autor immer so liberal, und will Aufklärung und wahre Freiheit befördern! — Wir wüßten übrigens dem Gothaer Anzeiger einen guten Rath zu geben: „Es wäre sehr heilsam, wenn er, statt auf die <hi rend="italic">Jesuiten</hi>, die in so weiter Ferne sind, zu invigiliren, vor seiner eigenen Thüre kehre, und die Verwüstungen rüge, die der <hi rend="italic">Rationalismus</hi> in seiner Nähe anrichtet; wenn er beklage, wie der Tag des Herrn in seiner Nähe durch knechtliche Feldarbeiten frei und ungestraft entheiligt wird; wenn er überhaupt dahin wirke, daß die Menschen die Grundwahrheiten des Christenthums wieder erkennen, Gott fürchten, der Obrigkeit gehorchen, und ein sittliches und frommes Leben führen würden.“ — Und gerade dieß ist das Streben der Jesuiten. Herr <hi rend="italic">Hennicke</hi> sollte selbst den Patres des JesuitenOrdens noch danken, daß sie wieder eine gehorsame und gottesfürchtige Jugend heranzubilden und die Klagen zu stillen streben, die mit Recht überall über die Verdorbenheit der Sitten und über die Gottlosigkeit herrschen, und worüber selbst seine Nachbarn, Röhr und <hi rend="italic">Bretschneider</hi>, diese Heerführer der Rationalisten Deutschlands, ihr Lamento in Schriften und auf ihren modernen Kathedern so oft anstimmen! — Die <hi rend="italic">Fabeln</hi> und <hi rend="italic">Entstellungen </hi>übrigens, die Hr. Dr. <hi rend="italic">Hennicke</hi> aus einem famösen Schriftsteller gegen den Jesuiten-Orden bei dieser Gelegenheit anführt, sind leeres Stroh, und längst von allen gutdenkenden Menschen gewürdigt; auch gehört eine sehr große Bornirtheit dazu, um solches Geschwätz eines neuen Abdrucks werth zu halten.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Allg. Religions u. Kirchenfreund)</p>
         <p>— den 28. Nov. Gestern Nachmittag endete in dem hohen Alter von 82 Jahren der Oberkonsistorialrath, vormalige Direktor des hiesigen Gymnasiums und Ritter des kön. sächs. Civil-Verdienst-Ordens, Friederich Wilhelm <hi rend="italic">Döring</hi>, sein thätiges Leben. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Lpz. Z.)</p>
         
         </div>
         <div type="ta">
         <head>Theologische Akademie.</head>
         
         <div type="tapr">
         <head>Protestantische Abtheilung.</head>
         <p><title>     <hi rend="bold">* </hi>
            <hi rend="italic bold">Gegenwärtiger Zustand und gegenseitiges Verhältniß der verschiedenen
               Offenbarungen des h. Geistes.</hi></title>
              </p>
         <p>(Schluß.)</p>
         <p>Nachdem Christus gesiegt, nachdem <hi rend="italic">Spinoza</hi> erschienen, ist die Mission des Christenthums erfüllt, und freudig rufen wir mit dem fröhlichen Sänger in die verjüngte Welt hinein:</p>
         <p>„Auf diesen Felsen bauen wir <lb/>Die Kirche von dem Dritten. <lb/>Vom dritten, neuen Testament, <lb/>Das Lied ist ausgelitten!“</p>
         <p>Einfach ist die Lehre des dritten Testamentes, einfach wie das klare Licht, wie das reine Gold. Der wahre Mensch ist die Mensch gewordene Wahrheit, — Darum ist sein höchstes Gut die |Sp. 1576| Erkenntniß Gottes, <hi rend="italic">der</hi> ist die Wahrheit. <hi rend="italic">Dieses</hi> Gut ist an keine Person gebunden; denn der Spender der Wahrheit ist, wie ein Licht ausstrahlendes Wesen, um so erleuchteter, je mehr er von sich gibt. Und wer nach dem Besitze <hi rend="italic">dieses</hi> Gutes strebt, dessen Wesen ist nicht beschränkt egoistisch, sondern unendlich und ewig — er ist der selbstbewußte Gott, die verwirklichte Wahrheit; das ist die erhabene Lehre <hi rend="italic">Spinoza's</hi> und, mit unwesentlichen Modifikationen, der gesammten <hi rend="italic">deutschen</hi> Philosophie.</p>
         <p>Was Spinoza „Erkenntniß Gottes“ nennt, das kann schlechthin mit „Bewußtseyn des Lebens“ oder noch schlichter mit „Selbstbewußtseyn“ übersetzt werden. Denn Gott allein ist das wahre Selbst, und wo daher wahres Selbstbewußtseyn, da ist eo ipso Gottesbewußtseyn. — „Der wahre Mensch ist Gott, wiefern Er das Wesen des Menschen bildet.“ Was hier Spinoza mit mathematischer Schärfe ausgesprochen, das ist schon vom Anfange an erkannt worden; nur hat sich das Gottesbewußtseyn, durch die Erbsünde vermittelt, zu einer stets klaren Erkenntniß gesteigert. Von Adam heißt es schon, er war geschaffen im <hi rend="italic">Ebenbilde Gottes</hi>. Und <hi rend="italic">Christus</hi> war der <hi rend="italic">Sohn Gottes, — Spinoza</hi> hat also kein <hi rend="italic">neues</hi> System aufgestellt, sondern wie Gott in <hi rend="italic">Adam</hi> als <hi rend="italic">Bild</hi>, in Christus als <hi rend="italic">Mensch</hi>, so erschien er in <hi rend="italic">Spinoza</hi> als <hi rend="italic">Geist</hi>, der Geist, welcher schon lange vorher als der heilige, tröstende, beglückende, der Menschheit prophezeiht war. — <hi rend="italic">Spinoza</hi> war nicht allein theoretischer Philosoph, sondern auch Theolog, auch Politiker; er war ein ganzer Mensch; der Adam der Neuzeit; das ist keine Fiktion, keine Mythe, sondern historisch!</p>
         <p>Man könnte die welthistorische Bedeutung, die wir <hi rend="italic">Spinoza</hi> beilegen, mißverstehen; darum wollen wir uns deutlichst aussprechen.</p>
         <p>Wir sind weit davon entfernt, <hi rend="italic">Spinoza</hi> zu vergöttern; wir glauben und hoffen nicht, daß es ihm ergehe, wie seinem Vorfahren Jesu Christo. Wir sind keine Mystiker mehr, erkennen und anerkennen, daß es spätere Geister weiter, als er, in der Erkenntniß Gottes gebracht, und noch bringen werden. <hi rend="italic">Hegel</hi> hat offenbar die Erkenntniß Gottes in einer bestimmten Richtung schon weiter ausgeführt. <hi rend="italic">Spinoza</hi> ist nur der <hi rend="italic">Grundtypus</hi> der Geister der Neuzeit. Das <hi rend="italic">Spinoza'</hi>sche Gottesbewußtseyn ist zwar in Bezug auf das Adam'sche ein vermitteltes, aber ein unvermitteltes in Bezug auf jedes in ihm begründete spätere. Die <hi rend="italic">Hegel'</hi>sche Geistesphilosophie ist nicht bestimmt in der Lehre <hi rend="italic">Spinoza's</hi> ausgesprochen, sondern in ihr nur, wie die Blume im Keime, enthalten — so wie etwa das Christen- im Judenthum, das neue Testament im alten. Aber eben durch dieses einseitige Hervortreten einer bestimmten Richtung im Gottesbewußtsein — wie es in der <hi rend="italic">Hegel'</hi>schen Philosophie geschehen, welche das geistige, geschichtliche Moment zum Bewußtseyn gebracht — wird das <hi rend="italic">absolute</hi> Leben negirt. Dadurch gewinnt unsre Zeit einige Aehnlichkeit und Verwandtschaft mit der christlichen. Die große Geschichte des Juden und Christenthums scheint sich in unsrer Zeit im Kleinen zu wiederholen. Aber das ist nicht <hi rend="italic">unsrer</hi> Zeit allein, sondern <hi rend="italic">allen</hi> Zeiten eigen. Es ist dieß der Mikrokosmus der Geschichte im Makrokosmus, das Wiederkehren der Dreiperiode im Kleinen, wie im Großen, im Einzelnen, wie im Ganzen. — Man kann also in gewissem Sinne <hi rend="italic">Hegel</hi> wohl einen „geistigen Christus“ nennen. Den christlichen Charakter, den wir dadurch unsrer Zeit aufdrücken, wird die Zukunft erst bestätigen und im rechten Lichte zeigen. — Aber wenn auch <hi rend="italic">Hegel</hi> über <hi rend="italic">Spinoza</hi>, wie das neue Testament über das alte hinausragt, so ist doch gerade deshalb seiner Lehre, wie der christlichen, nur ein <hi rend="italic">vermittelnder </hi>Charakter eigenthümlich, und wenn auch einige Hegelianer in ihrem Götzendienste wähnen, daß über ihren alten und neuen Christus nicht hinausgegangen werden wird, so ist doch für uns nichts gewisser, als daß jede Vermittelung ein zu Vermittelndes, wie jedes Suchen ein Verlornes und Wiederzufindendes voraussetzt. — Es gibt eine Zeit zum Pflanzen, eine andere zum Graben, eine Zeit zum Setzen, eine andere zum Umsetzen, eine Zeit der Ruhe, eine andere der Bewegung. Wir leben in der letzteren — aber es ist nicht immer so!</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Spinoza</hi> wollte nicht, wie <hi rend="italic">Christus</hi>, eine neue Seele, einen neuen Glauben schaffen. Wer nicht schon den lebendigen Glauben an die Göttlichkeit des Menschensohnes hat; auf wessen Gemüth das <hi rend="italic">zweite</hi> Testament ohne Einfluß geblieben, der |Sp. 1577| wird vom <hi rend="italic">dritten</hi> Testamente wahrlich nicht kurirt werden! Wer nicht schon früher vom Geiste durchdrungen, der sich in den Schriften <hi rend="italic">Spinoza's</hi> offenbart; wer hier nicht sein eigenes besseres Selbst, wie in einem klaren Spiegel schaut, der wird mit Nichten zu jenem klaren Selbstbewußtseyn erhoben werden, welches <hi rend="italic">Spinoza</hi> die <hi rend="italic">Erkenntniß Gottes</hi> nennt. Er wird höchstens Wahrheit, aber nicht die beseeligende Erkenntniß, aber nicht die lebendige, bei <hi rend="italic">Spinoza</hi> finden. Was man so gewöhnlich Verstehen nennt, das ist nicht das lebendige Erkennen — es ist kein Durchdrungenen vom Erkannten in Geist, Gemüth und Phantasie — sondern ein äußerliches Verstehen, das kalt läßt, wie eine mathematische Formel. <hi rend="italic">Wahrhaft Erkanntes ist nur das Durchlebte. — Spinoza</hi> setzt daher voraus, daß Christus gesiegt. — Wenn wir vom Siege Christi zur Zeit des Auftretens <hi rend="italic">Spinoza's</hi> sprechen, so meynen wir nicht, daß alle Welt zur selben Zeit vom echt humanen Geiste Christi durchdrungen gewesen wäre. Kranke gibt es zu allen Zeiten — und sie bilden vielleicht die größere Zahl — aber die Gesunden sind die Zeiger an der Uhr der Zeit. Sie sind die Herrn und Lenker derselben, weil sie die geistig Stärkern. — Es hat zu allen Zeiten Menschen gegeben, die am Fortschritte des heil. Geistes keinen Antheil genommen, die aus dem aktiven Dienste der Menschheit getreten sind, und Gnadenbrod essen — unwirksame abgelebte Alte!</p>
         <p>Obschon man längst davon zurückgekommen, daß Spinozismus Atheismus sey, so hat man doch noch eine gewisse Scheu vor der neuen Lehre. Es ist dem Christenthume einst nicht besser ergangen. Nachdem die ersten Verfolgungen der Christen, die man des Atheismus anklagte, schon einer hohen Verehrung Christi Platz gemacht hatten, konnte man sich im Leben doch noch nicht so recht mit dem Wesen und Geiste des Christenthums befreunden, bis diesem endlich in einem neuen Geschlechts die Braut entgegenkam mit der es sich zu fruchtbarer Ehe gatten sollte. — Wir haben zwar kein solches Geschlecht zu erwarten, Barbaren können unsre alte Welt nicht mehr verjüngen, sondern Ideen, Ideen und Thaten. Von Außen kann uns kein Heil mehr kommen, sondern von Innen, vom Geiste, der jetzt entbunden, thätig wirkt und schafft. —. Wer Du auch seyest, Leser dieser Blätter, ob Jude, Katholik, Protestant, oder Keiner von diesen, so hast Du doch gehört von einer großen Revolution, welche die Gestalt der Welt verändert hat. Ihre materielle Seite ist Dir vielleicht bekannter, als ihre geistige.</p>
         <p>Allein auch die neue Erkenntniß Gottes ist, Dank dem raschen Fortschritte des entbundenen Geistes, weit verbreiteter, als Du, glauben magst. Wie einst jedes reine Gemüth von den Wahrheiten des Christenthums ergriffen worden, da dieselben das ganze Leben durchdrangen, so gibt's jetzt wenige reine Geister mehr, die nicht jene heilige Philosophie in sich aufgenommen hätten, welche sich des auserwählten Volkes der Neuzeit, des germanischen, schon so sehr bemächtigt hat, daß man sie nach ihm die <hi rend="italic">deutsche</hi> nennt. — Eine große Geisterrevolution hat die Vorurtheile zerstört, welche den Geist, wie die Leidenschaften das Gemüth, trüben und unfähig zur Erkenntniß machen. — Der Boden ist wieder geebnet zur neuen Saat.</p>
         <p>M. D.</p>
         </div>
         </div>
         <div type="lit">
         <head>Literatur.</head>
         
         
         <div type="litka">
         <head>Katholische Abtheilung.</head>
         <p>* Die heilige Schrift des Alten Testaments. Dritten Theiles erster Band, welcher die Psalmen enthält. Herausgegeben von Thadd. Ant. <hi rend="italic">Dereser</hi> und J. Mart. Aug. <hi rend="italic">Scholz</hi>. Dritte von Dr. Scholz besorgte Ausgabe. Mit kaiserlicher königlicher allergnädigster Freiheit und Genehmigung des |Sp. 1578| hochwürdigen erzbischöflichen Generalvikariats zu Köln. Frankfurt a. M. bei <hi rend="italic">Franz Varrentrapp</hi> 1836.</p>
         <p>Beurtheilt von Dr. <hi rend="italic">Loehnis</hi>, ord. offentl. Prof. an der kathol. theol. Facultät der Universität Gießen.</p>
         <p>Das vielfach verbreitete Bibelwerk, welches der geistliche Geheimerath und Hofkaplan Dominicus <hi rend="italic">von Brentano</hi> 1797 angefangen, und der geistliche Rath und Professor Dr. <hi rend="italic">Dereser </hi>von 1799 an fortgesetzt hat, schreitet durch die rastlose Thätigkeit des Hrn. Domkapitulars und Professors Dr. <hi rend="italic">Scholz</hi> seit 1827 seiner hohen Vollendung rasch entgegen. Die sorgfältige Verlagshandlung ist immer eifrig bemüht gewesen, diese Arbeit solchen Händen anzuvertrauen, welche im Besitz der vielen hiezu erforderlichen Sprach und Realkenntnisse waren und Ausdauer genug hatten, um den mancherlei Anforderungen Genüge zu leisten, welche an dergleichen großartige Werke gestellt werden können. Hr. Dr. <hi rend="italic">Scholz</hi> hat seinen Beruf zu dergleichen Leistungen schon durch so viele glückliche Proben bewährt, daß wir uns nicht anders als innig erfreuen können, ihn auf diesem Felde wiederholtermalen recht herzlich zu begrüßen. Mit den biblischen Sprachen aufs innigste vertraut, mit theologischer Wissenschaft reichlich genährt, von der Liebe zur Bearbeitung der heiligen Schriften durchglüht, vergesellschaftet sich noch bei ihm ein anderer Umstand, der ihn wie einst den h. <hi rend="italic">Hieronymus</hi> vor tausend Andern zu dieser Arbeit besonders tüchtig macht — ich meyne die Kenntniß des heiligen Landes aus eigner Ansicht. Wir wissen, daß er in den Jahren 1820—1821 den General von <hi rend="italic">Minutoli</hi> auf einer Reise nach Aegypten und die umliegenden Länder begleitet, und bei dieser Gelegenheit auch Syrien und Palästina zu wissenschaftlichen Zwecken durchforscht hat.</p>
         <p>Seine Habilität zu diesem schwierigen Geschäfte hat er durch langjährige an den berühmtesten Orten gemachten Vorstudien sich erworben, durch gelehrte Reisen nach Wien, Paris, Turin, Mailand, Venedig, Florenz, Rom, Neapel u. a.</p>
         <p>Die Anerkennung seiner in dieser Hinsicht erworbenen Verdienste wurde nicht nur schon von vielen gelehrten Blättern angerühmt, sondern auch mit der großen goldnen Medaille von Sr. Maj. dem Könige von Preußen belohnt.</p>
         <p>Neuerlich hat Hr. Dr. <hi rend="italic">Scholz</hi> die Reihe der bisherigen Bände des besagten Bibelwerkes durch einen abermaligen vermehrt, welcher die Psalmen in einer neuen Ueberarbeitung liefert. Diese neue Ausgabe hat so bedeutende Vorzüge vor den früheren von <hi rend="italic">Brentano</hi> und <hi rend="italic">Dereser</hi> besorgten Ausgaben, daß sie mit Recht eine ganz umgearbeitete genannt werden kann.</p>
         <p>Die zweite von Dr. <hi rend="italic">Dereser</hi> besorgte Ausgabe zählte 424 Seiten. Diese neue von Dr. <hi rend="italic">Scholz</hi> bearbeitete erreicht die Zahl von 455 Seiten. Letztere hat also bei gleichem (und fast scheint es mir sogar etwas größerem) Format und eben so engem Druck mehr, als 30 Seiten Bereicherungen von mancherlei Art. Aber nicht allein dieser Ueberschuß von genannten paginis ist es, was mir dieser Ausgabe einen Vorzug vor ihren altern Schwestern verleiht, sondern im Innern des Werkes sind an unzähligen Stellen die wesentlichsten Verbesserungen, Zusätze und Abänderungen eingeschaltet worden. </p>
         <p>Die Uebersetzung vieler Psalmen ist ganz neu bearbeitet, das hebräische Original ist getreuer wieder gegeben, der Ausdruck veredelt, abgerundet und wahrhaft gefeilt. Die neue Uebersetzung durchtönt ein gewisser Rhythmus, der zuweilen auf eine ganz ungezwungene Weise in reimlosen Jamben daherschreitet. Hr. Dr. S. ist auch der ganz richtigen Ansicht zugethan, daß griechische und römische Versmaße nicht das Gewand sind, in welches hebr. Psalmen gekleidet werden dürfen. </p>
         <p>Die Inhaltsangabe von vielen Psalmen, und der Ideengang derselben, in den Anmerkungen dargelegt, ist ebenfalls besser gefaßt, um das Ganze leichter zu überschauen und zu behalten.</p>
         <p>Herr Dr. S. hat eine weise Sparsamkeit in den Anmerkungen eintreten lassen, indem er alle diejenigen Erklärungen weggelassen hat, die weit hergeholt, die zu mystisch, zu spielend und dem Zusammenhange durchaus fremd sind. Dagegen ist der Wortsinn an schwierigen Stellen hinlänglich erklärt, und auf jenen Sinn Rücksicht genommen worden, welche die Kirche in manche Stellen hineinlegt. Indessen hat der neue Herausgeber |Sp. 1579| die mystische Auffassung auch nicht ganz unberücksichtigt gelassen. Nein! er bietet sehr vielen Stoff zum Nachdenken, zu Betrachtungen und frommen Anwendungen der durch die Anführung der mystischen Auffassungen, welche die heiligen Väter von vielen Psalmen umständlich enthalten. Die Auswahl ist sehr gut getroffen, der dabei eingehaltene Takt sehr fest und sicher, und die Behandlung weiß sich sehr geschickt zwischen den Gränzen des Richtigen zu halten; sie empfiehlt sich durch die Anführung solcher Auffassungsweisen bei den Freunden dieser Ansicht, und verstößt auf der andern Seite nicht bei den Gegnern dieser Interpretationsart wegen der Besonnenheit, mit welcher zu Werke gegangen wird.</p>
         <p>Es ist hinlänglich bekannt, daß die Vulgata in ihrer Uebersetzung der Psalmen unzähligemal von dem jetzigen masoretischen Texte abweicht. Die <hi rend="italic">LXX</hi>, woraus die Vulgata herstammt, müssen eine ganz andere Recension der Psalmen vor sich gehabt haben. Es ist hier der Ort nicht, über den Werth oder Unwerth der jedesmaligen Varianten zu discutiren. Dieß ist eine Sache größerer Commentare. Der neue Herausgeber drückt im Texte die neue Uebersetzung des hebräischen Originals aus, und in den Noten gibt er die abweichende Uebersetzung der Vulgata, welche er mit den erforderlichen Erläuterungen begleitet. Aus dieser Einrichtung gehen für mancherlei Klassen von Lesern wesentliche Vortheile hervor. Derjenige, welcher ein besonderes Studium aus der hebräischen Sprache macht, findet eine getreue zuverlässige Uebersetzung. Wenn derselbe aber z. B. als Geistlicher angewiesen ist, die Psalmen nach der Vulgata zu lesen, und wenn er auf diese großen Abweichungen stößt, findet er hier den Schlüssel, in das Innere dieser Schwierigkeiten zu gelangen, und sie befriedigend zu lösen. Auch derjenige, welcher eine aus dem hebräischen veranstaltete Uebersetzung der Psalmen neben einer aus der Vulgata bearbeiteten liest, und auf solche Abweichungen aufmerksam wird, kann durch Hilfe dieser wohlgelungenen Arbeit sich über die Anstände hinweghelfen.</p>
         <p>Ich kann hier einen Wunsch nicht bergen, der mir besonders bei dem 68. (Vulg. 67) Psalm sehr fühlbar war. Da dieses Lied im Original so sehr von der Uebersetzung der Vulgata abweicht, so wäre es erwünscht gewesen, am Ende der Uebersetzung aus dem Hebräischen die Uebersetzung nach der Vulgata in den Noten folgen zu lassen. Und da in beiden zwar Ein verwandter Grundgedanke sich durchzieht, der aber durch die veränderten Verhältnisse anders modificirt erscheint: so wäre es für den Leser dienlich gewesen, beides genauer vorzulegen. Ungefähr auf folgende Weise:</p>
         <p>Nach dem hebräischen Original ist eine historische Thatsache der Gegenstand des Liedes, und dieses ist der buchstäbliche Sinn, Nämlich die feierliche Uebersetzung der heiligen Lade aus dem Hause Obededom's auf Sion. Zuvor erinnert der Dichter an ähnliche Feierlichkeiten aus der hebräischen Vorzeit, an den Zug aus Aegypten und Gottes Erscheinung auf Sinai. Dann spricht er gegen Gott seinen Dank aus für verliehene Siege, und bittet um die Wohlfahrt der Nation. — Der Grundgedanke des Liedes ist aber: <hi rend="italic">Der Triumph der Religion Jehova's</hi>.</p>
         <p>Nach <hi rend="italic">LXX</hi> und Vulgata Ps. 67. Schon in früher Zeit faßte man dieses Lied in einer mystischen Beziehung auf, und man erkannte als den Grundgedanken desselben den Triumph <hi rend="italic">der messianischen Religion</hi>, welche durch Jesus Christus eingeführt und durch die Apostel verbreitet werden sollte. In diesem Sinne haben es die <hi rend="italic">LXX</hi> schon vor Christus übersetzt und so gibt auch die Vulgata das Lied. Die Apostel <hi rend="italic">Paulus</hi> ad Eph. 4, 8 deutet es auf die glorreiche Himmelfahrt Jesu. Und die heil. Väter legen es meistens im mystischen Sinne aus: „Christus ist glorreich auferstanden und hat seine Feinde zerstreut (2. 3), hat den Gerechten Frieden und Sicherheit, Freude und Jubel (4), den Wittwen und Waisen Schutz (6) verschafft. Christus hat seine Kirche eingerichtet, dadurch, daß er Menschen von der verschiedensten Gesinnung und Weise vereinigt (7), daß er dieser Kirche höhere Kraft von oben ertheilt (8—11), daß er die Apostel zur Verbreitung der Lehre und zur Bewahrung der Reinheit derselben (12 bis 14) ausgesendet, und daß er Vorsteher (15—17) eingesetzt hat. Christus ist glorreich gen Himmel gestiegen, wobei ihn Engel begleiteten, wobei er aus dem Kerker befreieten in seinem Gefolge hatte, wobei er Gaben spendete (18, 19). Dadurch öffnete er uns den Weg des Heils (20, 21), schlug die Feinde. |Sp. 1580| (22—24). Christus herrscht nun ewiglich und führt allmählich auch die Juden zur wahren Kirche (27—29), bekehret die Heiden zum Glauben (30—33), scheidet die Ungläubigen aus (31) und stärkt die Auserwählten (34—36).“</p>
         <p>Wenn auf diese oder ähnliche Weise mehrere der abweichendsten Psalmen wären behandelt worden: so hätte unser vorliegendes Buch einen großen Vorzug mehr. Denn es kann nicht anders als die Beruhigung des Lesers befördern, wenn er durch die verschiedene Fassung und Erklärung solcher Lieder nach dem Hebräischen und nach der Vulgata übersetzt, in der höchsten Ungewißheit gelassen wird, wie er die Sache vereinigen soll. Der hebräische Text ist das durch das Alterthum geheiligte Original, und er gibt in all seinen Abweichungen einen sehr gefälligen, oft durch poetischen Schwung ausgezeichneten Sinn; und die Vulgata ist die durch das Ansehen der kathol. Kirche den Gläubigen vorgelegte authentische Uebersetzung, welche ihre guten Gründe für sich hat, man mag die Sache exegetisch, dogmatisch oder kritisch betrachten. Die Vulgata kann und muß gegen jede Einrede in Schutz genommen werden. Und der hebräische Text ist so vielfach bearbeitet, daß man in die dunkelsten Partien desselben Licht bringen und das Ganze wohl verstehen kann.</p>
         <p>Für reichliche neue Zusätze ist dadurch Platz ausgemittelt worden, daß so viele bloße Vermuthungen über den Verfasser dieses oder jenes Psalmes; daß die historischen Beziehungen dieses oder jenes Liedes eliminirt worden sind. Darin hatte <hi rend="italic">Dereser</hi> wenig Glück. Der Leser wird es dem neuen Herausgeher danken, daß er ihn der Mühe, diese unstatthaften Notizen zu lesen, überhoben hat.</p>
         <p>Daß an manchen Stellen durch kritische Nachhilfe viel für das bessere Verständniß dieser herrlichen Blüthen der frommen Sänger gethan worden ist, braucht nicht besonders bemerkt zu werden.</p>
         <p>Aus der ganzen Arbeit des neuen Herausgebers geht hervor, daß er das Intepesse der verschiedensten Leser im Auge hatte und daß der Gebrauch dieses Buches vielfachen Nutzen gewährt. Der Freund hebräischer Sprachstudien erhält, wie früher schon bemerkt wurde, in diesem Werke ein willkommenes Hilfsmittel, um über die Schwierigkeiten der Sprache leichter hinwegzukommen. Der kathol. Geistliche, welcher diese Uebersetzung neben der von der Kirche im Brevier vorgeschriebenen Vulgata liest, wird, wie ebenfalls schon gesagt worden ist, Licht und Aufklärung über manche Ungewißheiten und Zweifel erhalten, welche die Differenz beider Texte nothwendig herbeiführt. Eben so gern wird Derjenige dieses Buch zur Hand nehmen, welcher den liturgischen Theil des Gottesdienstes genauer in's Auge faßt, worin ein großer Theil der Gebete aus den Psalmen genommen ist. Ein anderer Leser kann an dieses Buch, wie an eine heilige Quelle gehen, um da jene Gefühle zu schöpfen, welche seinen Geist über das Irdische erheben, welche seinen Geist mit Stoff zu frommen Betrachtungen bereichern, und welche ihn für die verschiedenen Verhältnisse des Lebens mit göttlicher Weisheit erfüllen. Wieder ein anderer Leser kann dieses Buch als ein Blumenbeet betrachten, auf welchem sich die morgenländische Poesie in ihrer reichsten Farbenpracht entfaltet. Es wird ihm hier Gelegenheit geboten, sich manchen Kranz der schönsten Geistesblüthen zu flechten, welche den Vorzug haben, daß sie auf das reinste duften und nie verwelken. Einer Anthologie solcher Gesänge kann sich keine andere Nation rühmen u.s.w. u.s.w.</p>
         <p>Ich hätte übrigens Belege zu allem dem, was ich als vorzüglich in dieser neueren Ausgabe gerühmt habe, anführen können. Ich hätte das Verhältniß dieser neuen Uebersetzung zu den ähnlichen vortrefflichen Arbeiten von <hi rend="italic">Mendelssohn, Knapp, Kuinöl, de Wette, Hitzig u. A.</hi> ausmitteln können. Ich hätte diejenigen Bemerkungen besonders namhaft machen können, welche Funken geistlicher Erbauung in sich schließen, um sie contemplativen Seelen zu empfehlen, u.s.w. u.s.w. Alles dieß erfordert einen größern Raum, als diese Blätter mir gestatten.</p>
         <p>Die typographische Ausstattung dieses Werkes ist vortrefflich zu nennen. Die gefälligen Lettern sowohl im Text als in den Noten nehmen sich auf dem blendendweißen ausgesuchten Papiere sehr vortheilhaft aus. Die Correktur im deutschen Theile des Buches ist mit großer Sorgfalt gehandhabt. Um aber jüngern Lesern, welche das hebräische beachten, einen oder den andern Anstoß aus dem Wege zu räumen, will ich auf einige Versehen |Sp. 1581| aufmerksam machen, welche dem Scharfblicke des Correktors entgangen sind: </p>
         <p>Pag. 	5	 Z. 4 v. u. lies 	גתית 	statt 	עתית.</p>
         <p>5	2 v. u. 		נגינות 		נעינות.</p>
         <p>18	13 v. u.		סימן		טיק .</p>
         <p>67 	21 v. u. 	עולם 		 צולם. Im Druckfehlerverzeichniß ist dieser Fehler zwar angemerkt, aber wieder irrig gedruckt, nämlich ץולם. </p>
         <p>Pag. 76 	Z. 25 v. o. lies	מי 	statt	 טי. </p>
         <p>256 	25 v. u. 	 חצי הספר, die Mitte des Buches, statt חאי.</p>
         <p>Häufig kommen Verwechselung ähnlicher Buchstaben vor, eben so fehlen oft die Vokalpunkte, oder sie sind verschoben oder sonst fehlerhaft gesetzt, und so steht es auch mit andern Lesezeichen. </p>
         <p>Ich scheide von dem Herausgeber mit all der Achtung, welche seinen hohen Verdiensten gebührt; ich bitte um Nachsicht, wenn ich vielleicht etwas von dem Besten, was er hinzugethan hat, übersehen habe; und bringe ihm zum voraus den Dank dar, welchen seine Leser bei'm Gebrauch dieses Buches gewiß im hohen Grade empfinden werden.</p>
         </div>
         </div>
         <div type="anz">
         <head>Anzeigen.</head>
         <p>(95) Bei Th. Pergay in Aschaffenburg sind erschienen und zu bekommen in allen Buchhandlungen:</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>, Dr. J. V. <hi rend="italic">Das Resultat meiner Wanderungen</hi> durch das Gebiet der protestantischen Literatur oder die Nothwendigkeit der Rückkehr zur katholischen Kirche, ausschließlich durch die eigenen Eingeständnisse protestantischer Theologen und Philosophen dargethan. 2te vermehrte Auflage. 1837. 45 Bogen. 8. brosch. 4 fl. 3 kr. rheinisch.</p>
         <p>Der schnelle Absatz der ersten vor zwei Jahren erschienenen starken Auflage dieser in deutschen, französischen und italienischen Blättern rühmlichst erwähnten und bereits in's Holländische übersetzten Schrift, spricht wohl am meisten für die Wichtigkeit und das hohe Interesse des Werkes, das die allgemeinste Sensation erregt hat.</p>
         <p>Der zweiten Auflage hat der Herr Verfasser durch eine nochmalige Durchsicht einen neuen Werth verliehen. </p>
         <p>Einen Anhang dazu bildet:</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>, Dr. J. V. <hi rend="italic">Chronologisches Verzeichniß</hi> der denkwürdigsten <hi rend="italic">Bekehrungen</hi> vom Protestantismus zur katholischen Kirche, von der Reformation an bis auf die neueste Zeit 1837. 5 Bogen 36 kr. rhn.</p>
         <p>Ferner ist erschienen: </p>
         <p>
            <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>, Dr. J. V. <hi rend="italic">Bestand der katholischen Kirche auf dem ganzen Erdkreise</hi>. 1836. 18 Bogen. 1 fl. 12 kr.rhn. Eine nach den Ländern und Diözesen geordnete Uebersicht des Bestandes der katholischen Kirche in allen 5 Weltteilen.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>, Dr. J. V. <hi rend="italic">Katholisches Museum </hi>für die gebildete Lesewelt 5 Hefte in gr. 8. jedes zu 10 Bogen. Preis des Heftes 54 kr. Das 3te Heft ist gänzlich vergriffen.</p>
         <p>Th. <hi rend="italic">Moore</hi>, <hi rend="italic">Reisen eines Irländers</hi>, um die wahre Religion zu suchen. Aus dem Englischen übersetzt von M. <hi rend="italic">Lieber</hi>. 3te Auflage. 1835. 20 Bogen 1 fl. 30 kr. rhn.</p>
         <p>Die sich immer gleichbleibende Theilnahme an diesem trefflichen Werke des gefeierten Dichters, bürgt hinlänglich für die Gediegenheit der Uebersetzung, die überdieß in geschmackvoller Ausstattung dem Publikum dargeboten wird.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Legende von dem Christoph</hi> und Meister <hi rend="italic">Hans Hemling's</hi> Bild, mit einer Vorrede von J. <hi rend="italic">Merkel</hi> Hofbiblio- |Sp. 1582| thekar und Professor in Aschaffenburg, mit 3 Kupfertafeln. 1836. 16 36 kr. rhn.</p>
         <p>In poetischer Auffassung und trefflicher Diktion wird uns die bekannte schöne Legende vorgeführt. „So möge“ , schließt die Vorrede „d'rum das kleine Werk vom großen <hi rend="italic">Christoph</hi> dem geneigten Publikum bestens empfohlen seyn und, wie es in kleinerm Kreise schon gethan, auch in größerem die Freunde der Poesie ergehen und das Gemüth erfrischen.“</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Göschl</hi> Dr. J. M. <hi rend="italic">Ueber den Ursprung des kirchlichen Zehnts</hi>. Eine kirchenhistorische Abhandlung, 1837. gr. 4. 18 kr. rhn.</p>
         <p>Eine sehr zeitgemäße Erscheinung, da in der neuesten Zeit die Zehntfrage so häufig zur Sprache kam, und namentlich in den Ständeversammlungen allem Zehntrechte der Krieg angekündigt wurde.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Katholischer neuer Verlag</hi>, der K. <hi rend="italic">Kollmann'</hi>schen Buchhandlung in <hi rend="italic">Augsburg</hi>, welcher durch alle solchen Buchhandlungen Deutschland's, Oesterreich's, Böhmen's, Ungarn's und der Schweiz zu haben ist:</p>
         <p>(<hi rend="italic">Erste deutsche Uebersicht</hi>.)</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Sämmtliche Schriften des </hi>Quint. Sept. Flor. Tertullian; übersetzt und bearbeitet <hi rend="italic">Franz Anton von Besnard</hi>. (In zwei Bänden.) <hi rend="italic">Erster Band</hi>. Gr. Oktav. (22 1/2 Bogen.) Preis 1 fl. 36 kr. oder 1 Thlr. preuß.</p>
         <p>Die Schriften <hi rend="italic">Tertullian's</hi> gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Denkmälern des christlichen Alterthums. Er hat so viel herrliches, einen solchen Reichthum an tiefen Gedanken, eins solche Fülle und Kraft des Gemüthes; allenthalben offenbart er eine so begeisterte Liebe für das deutsche Christenthum, daß er wohl verdient, in deutscher Bearbeitung allgemeiner eingeführt und bekannt zu werden. Es ist unstreitig, daß diese Schriften ganz vorzüglich zu denjenigen der christlichen Vorzeit gehören, welche, <hi rend="italic">nicht bloß der Geschichte</hi>, sondern <hi rend="italic">der Sache selbst wegen noch jetzt, und gerade in unsern Tagen</hi>, mit ganz besonderm Nutzen <hi rend="italic">gelesen zu werden verdienen</hi>: denn gewiß muß eine Vergleichung der Denkart jener Zeit mit der Gegenwart zu ernstern Betrachtungen führen, und insonderheit kann es nur ersprießlich seyn, die damalige Sinnesart mit der nun beliebten zu vergleichen, wie auch die Ursachen solchen Abstandes zu betrachten. <hi rend="italic">Sowohl jenen also, die der Sprache des Originals unkundig</hi> oder der eigenthümlichen Schreibart und schwierigen Denk wie Darstellungsweise die dieses Schriftstellers entfremdet sind und für die es gleich wohl von nicht geringem Interesse und Nutzen seyn kann, mit dem Inhalte dieser Schriften näher bekannt zu werden, als auch selbst dem <hi rend="italic">gebildeten Publikum wird diese Herausgabe sämmtlicher Schriften Tertullians nicht unwillkommen, seyn</hi>.</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Dieser Erste Band</hi> enthält: <hi rend="italic">Das Sendschreiben an die Märtyrer und an Skapula — die Schutzschrift für die Christen — vom Zeugnisse der Seele  von den Schauspielen — von der Idolatrie — vom Kranze  von der Verjährung — zwei Bücher an seine Frau — von der Flucht während der Verfolgung — Gegengift wider den Skorpionbiß — von der Geduld — vom Anzuge der Weiber  von der Verschleierung der Jungfrauen — vollständig</hi> in gediegener Übersetzung. </p>
         <p>
            <hi rend="italic">Der zweite Band</hi>, <hi rend="italic">welcher bis zum Dezember</hi> erscheint, wird <hi rend="italic">alle andern Schriften enthalten</hi>. </p>
         <p>Heut zu Tage wird so vieles Geld für fade, bloß der vorübergehenden Unterhaltung gewidmete, Lektüre ausgegeben, wie viel mehr verdient aber daher wohl ein Unternehmen wie dieses, welches einen bleibenden Schatz darbietet, die Unterstützung <hi rend="italic">aller derjenigen</hi>, denen die <hi rend="italic">religiöse Ausbildung</hi> ihrer selbst und ihrer Angehörigen oder Untergebenen die Erlangung der <hi rend="italic">religiösen Weltklugheit</hi> als das erste Bedürfniß erscheint! </p>
         <p>Wir hoffen daher auch bei diesem, wie bei unsern seitherigen religiösen Verlagsunternehmungen, von Seiten der hochw. <hi rend="italic">Geistlichkeit </hi>sowohl, als von <hi rend="italic">religiösen Laien</hi> freundliche Unterstützung zu finden.</p>
         </div>
         <div>
         <p>
            <hi rend="bold">Buchhandlung</hi>
            <hi rend="italic bold">: F. Varrentrapp – </hi>
            <hi rend="bold">Herausgeber:</hi>
            <hi rend="italic bold"> Dr. J. V. Hoeninghaus. –</hi>
            <hi rend="bold"> Druckerei</hi>
            <hi rend="italic bold">: Heller </hi>
            <hi rend="bold">und</hi>
            <hi rend="italic bold"> Rohm. </hi>
            <hi rend="bold">Maschinendruck</hi>
            <hi rend="italic bold">.</hi>
            <seg> </seg>
         </p>
  </div>   
      </body>
   </text>
</TEI>

