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            <title type="main">Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands</title>
            <title type="sub">Frankfurt a. M. 30. November 1837, Nro. 96</title>
            <title type="short">Universal-Kirchenzeitung</title>
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            <publisher>Steinheim-Institut</publisher>
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            <date type="publication">2014</date>
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                     Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands
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                  <title level="j" type="issue" n="96">30. November 1837, Nro. 96</title>
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         <editorialDecl><p>Offensichtliche Setzerfehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Original-Orthographie wurde ansonsten beibehalten.</p></editorialDecl>  
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         <p rend="UKZ 1 Titel">Unparteiische Universal-Kirchenzeitung<lb/> 
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            katholischen, und israelitischen Deutschland's.<lb/>Frankfurt a. M., den 30. November 1837. Nro. 96.</p>
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         <head>Inhalt:</head>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">An die verehrl. Leser der <hi rend="italic">Universal-Kirchenzeitung</hi> und das theologische <lb/>Publikum überhaupt. Von Dr. J. V. <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>. — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Kirchliche Nachrichten.</hi>
            <hi rend="italic"> Asien. Mesopotamien</hi>. Ernennung eines neuen kathol. Bischofs von <hi rend="italic">Babylon</hi>; Ankunft der Jesuiten zu <hi rend="italic">Orfa</hi>. — <hi rend="italic">Kirchenstaat. Rom</hi>; Weihe; Dankesfeier wegen Aufhören der Cholera; Todesfälle; Seligsprechungen; Vortrag in der kathol. Akademie über <hi rend="italic">Möhler's</hi> Symbolik; wissenschaftliche Rede des Kardinals <hi rend="italic">Polidori</hi>; Allerheiligen- und Allerseelentag; Predigten in französischer und deutscher Sprache; Todesfälle. — </p>
         <p>
            <hi rend="italic bold">Anzeigen.</hi> Ankündigung der neuen <hi rend="italic">
               Katholischen Kirchenzeitung</hi>, redigirt von Dr. J. V. <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi>.
         <lb/><hi rend="normalweight">|Sp. 1519|</hi> </p>
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         <head>
            * An die verehrlichen Leser der <hi rend="italic">Universal-Kirchenzeitung</hi> und das <lb/>theologische Publikum überhaupt.</head>
         <p>Das Erscheinen der <hi rend="italic">Universal-Kirchenzeitung</hi> wurde seiner Zeit bestimmt angekündigt und auf einen vollen Jahrgang hin zur Theilnahme an diesem literarischen Institute eingeladen. Binnen wenigen Wochen hat sie diesen Cyklus vollendet, und damit der Begründer und Herausgeber seine Verpflichtung ehrenhaft erfüllt. Heute findet derselbe sich zu der Benachrichtigung bewogen, daß ungeachtet der sehr ausgedehnten Verbreitung, welche das Blatt dem Vertrauen des Publikums von Beginn an verdankte, er dennoch beschlossen hat, seine Kirchenzeitung nach dem Ablaufe dieses Jahres in der bisherigen Organisation nicht weiter fortzusetzen. Indem er sich beehrt, die Motive, die ihn hiezu bestimmen, der Offenkunde vorzulegen, erachtet er zugleich diesen Anlaß für den angemessensten Zeitpunkt, einige inzwischen durch verschiedenartigen Ursprung nothwendig gewordene <hi rend="italic">Erklärungen</hi> zusammengefaßt zu erledigen.</p>
         <p>Absicht und Ansicht des Herausgebers bei der Begründung.</p>
         <p>Um für die nachfolgenden Paragraphen einen sichern Standpunkt zur Beurtheilung zu gewinnen, ist es erforderlich, in kurzgefaßten Zügen diese voranzustellen.</p>
         <p>Die Begründung des Unternehmers ging aus einer <hi rend="italic">Absicht </hi>hervor, die Anspruch darauf hat, von jedem Ehrenmanne geehrt zu werden. Es war der Wunsch, in der höchsten, Zeit und Ewigkeit umschlingenden, Angelegenheit der Menschheit, durch Förderung des Lichtes der <hi rend="italic">Wahrheit</hi>, zum <hi rend="italic">Frieden</hi>, zum einzig wahren Frieden, zu wirken. Sie selbst, die beseligende Wahrheit ist in aller Ewigkeit nur Eine, aber ihr Lebenstrieb, die heilige Liebe, erstrebt die Beglückung aller nach dem Ebenbilde Gottes erschaffenen Brüder.</p>
         <p>Die Wahrheit, diese Eine und alleinbeglückende, ist begabt mit innerer Siegeskraft. Sie liebt darum das Licht, und, mit dem verderblichen Irrthume vor ihm nebeneinander gestellt, erhöhet dieser im Gegensätze nur ihren Glanz. Der echte Wahrheitsfreund — stehe er ihr selbst nun durch wirkliche Erkenntniß, oder auch nur erst durch die Richtung der Gesinnung nahe — kann deßwegen die schärfste Prüfung, das gemessenste Entgegentreten der streitenden Elemente nur erwünscht finden. Jede der Parteien — wird man sich sagen — glaubt, die Eine Wahrheit ausschließlich zu besitzen, und muß es glauben, so lange ihr die Religion, zu der sie sich bekennt, als die göttliche gilt. Wohl gibt es unter allen, somit auch den mehr oder weniger im Irr- |Sp. 1520| thume befangenen religiösen Gemeinschaften Redliche. Daß diese nicht alle in der wirklichen Wahrheit übereinstimmen, liegt so wenig als an Verstocktheit ihres Herzens, so wenig auch an Nicht-Erkennbarkeit der wahren Religion an sich. <hi rend="italic">Verblendung, Vorurtheil, Unkunde</hi> sind die im Wege liegenden Hemmnisse, die hinweggeräumt werden müssen. Wer aber den Zweck will, der muß auch die Mittel wollen, und zwar die rechten. Nun zeigt die Erfahrung — und die Kunde unserer Literatur, wie des praktischen Lebens bieten der neuen Belege täglich unzählige dazu dar — daß eben in unserm deutschen Vaterlande, wo bei dem bestehenden vielfachen Zwiespalt gerade das Gegentheil so dringendes Bedürfniß, gar vielfach, und selbst in der sonst gelehrten Welt, über das Glaubenssystem und die Dogmen einer kirchlichen Genossenschaft bei den Gliedern anderer Confessionen ganz schiefe Ansichten oder völlige Unkunde herrschen, und daß von der betreffenden Literatur wenig oder gar keine Notiz genommen werde. Diese eigenthümliche Lage der Dinge in Deutschland schien mir auch eine besondere Berücksichtigung zu erheischen, und von dieser <hi rend="italic">Ansicht</hi> aus entstand die Idee eines Centralblattes, in welchem die Vertreter der Gegensätze, bei gleichem Wind und gleicher Sonne, offen und ehrlich aneinandertreten möchten, um vor den Augen der Welt es zur klaren Entscheidung zu bringen, auf wessen Seite sich das Uebergewicht und die Wahrheit befinde. Der Kampf ist die Bedingung des Sieges, und wenn von zwei Seiten mit Liebe zur Wahrheit, mit würdigem Ernste, unter Vermittelung der Vernunft und der Wissenschaft Gegenstände erörtert wurden, deren wahre Ansicht in einem wesentlichen Verhältnisse zu den Pflichten und dem Heile der Menschheit steht, so mußte der Irrthum endlich unterliegen. Und zwar gerade zum Heile des unbewußt ihm dienenden Parteigängers selbst, dem man, gleichwie der Arzt dem Kranken, ja nur wohl will, und der selbst der Verblendung entgegentreten wird, sobald sie ihm als solche klar geworden.</p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Unwürdige Animositäten von akatholischer Seite.</p>
         <p>Jedem unbefangenen Manne wird es einleuchten, daß die vorstehend ausgesprochenen Sätze ganz allgemeingiltig sind. Alle Wohlgesinnten müssen sich in ihnen verewigen, wenigstens der Idee nach. Es ist evident, daß keine Confession darin a priori bevorzugt erscheint. Der Vortheil und endliche Sieg des objectiv wahren liegt freilich implizirt darin mit innerer Nothwendigkeit, allein dieß begründet für die Subjektivität keinen Unterschied, da Jeder der besten Zuversicht ist, diese Harmonie in seiner besondern Stellung zu besitzen, und nur um dieser Voraussetzung willen die Sache der betreffenden Confession zu der seinigen macht. Unsere Ankündigung bildet den Reflex jener Maximen, und aus ihren ganz entschiedenen Worten war Niemand befugt, anderweitige Folgerungen zu ziehen. |Sp. 1521| Gleichwohl erhoben sich sofort nach Erscheinen der Ankündigung und noch ehe das Blatt selbst auch nur mit Einer Nummer in's Leben getreten war, anonyme Stimmen, und zwar zunächst eine weitläufige in der <hi rend="italic">Darmstädter „Allgemeinen Kirchenzeitung“</hi> (No. 197 vom 13. Dez. 1836) dagegen, mit einer Flachheit des Raisonnements zwar, und einem Mangel an Logik, an deren Ursprung wohl die Uebereilung der Leidenschaftlichkeit nicht ganz theilnahmlos gewesen seyn mochte, welche aber nichtsdestoweniger Nachhall und geistesverwandte Begleitung in verschiedenen, unter akatholischem Einflusse stehenden, Zeitblättern fand, wozu sich dann noch von <hi rend="italic">Berlin</hi> aus ein, gleichfalls in mehrere Journale beförderter Artikel gesellte, der unredlicher Weise unsere Tendenz als eine indifferentistische verdächtigte, wohin die <hi rend="italic">Berliner „Evangelische Kirchenzeitung“</hi> nachwärts dieselbe noch in specie in Beziehung auf die den Israeliten in unserem Blatte gegebene Stellung mißdeutete.</p>
         <p>Den Hauptanstoß nahm man daran, daß „man erfuhr, daß der Unternehmer früher aus der protestantischen Kirche in die katholische zurückgeschritten, und von dem Oberhaupte der letztern mit dem Orden des goldenen Spornes bekleidet sey“, so wie daß „merkwürdigerweise gleichzeitig im November-Hefte der bekannten Zeitschrift „<hi rend="italic">der Katholik</hi>“ der neuesten Schrift des Herrn Dr. <hi rend="italic">Hoeninghaus</hi> ein reichliches Lob gespendet werde, welche Schrift den Titel führe: „Das Resultat meiner Wanderungen durch das Gebiet der protestantischen Literatur, oder die Nothwendigkeit der Rückkehr zur katholischen Kirche, ausschließlich durch die eigenen Eingeständnisse protestantischer Theologen und Philosophen dargethan!“</p>
         <p>Die innere Gehaltlosigkeit des ganzen Geschwätzes darzulegen, ist um so erläßlicher, als die Blößen dem nur einigermaßen scharf Blickenden genugsam zur Schau vorliegen. Wenn, z. B. um nur Eins anzuführen, weil in meinem Werke gesagt wird, daß sich das System der Infallibilität ohne völlige Gleichgiltigkeit gegen alle Wahrheit nicht mit <hi rend="italic">Duldsamkeit gegen Irrthum</hi> vertrage, ich „ein Mann, der <hi rend="italic">Duldsamkeit</hi> als ein Zeichen von Indifferenz perhorrescirt“ genannt werde, so rügt sich die arge Verdrehung, die wahre und falsche Toleranz nicht unterscheidet, wohl genugsam von selbst. Nur über das Hauptargument einige Worte.</p>
         <p>Die zufällige Geburt und Erziehung in irgend einer Confession wird keinem, mit sich selbst zum Bewußtseyn gekommenen Manne ein Bestimmungsgrund seyn, in derselben zu verbleiben. Ein Jeder hat vielmehr die Pflicht, bei angemessener Reife, nach Maßgabe seiner Kräfte, sich zur besonnenen Rechenschaft von seinem Glauben zu fördern. Die resultirende Ueberzeugung ohne Heuchelei zu bekennen, ist pflichtmäßige Folge. Jedermann gibt zu, daß, wie Graf de Maistre bemerkt, jemand, der in <hi rend="italic">menschlichen</hi> Wissenschaften die Wahrheit zurückstoßen wollte, wo sie sich ihm darbietet, in's Tollhaus gehöre, und ich brauche wohl nicht in Frageform anzudeuten, ob nicht die <hi rend="italic">göttliche </hi>Wahrheit unendlich höher stehe. Aber von demjenigen, der, was nicht selten mit schweren zeitlichen Opfern verknüpft ist, seine konfessionelle Stellung selbstständig errang, sollte man vielleicht am ehesten voraussetzen dürfen, daß er von seiner religiösen Ueberzeugung genugsam durchdrungen ist, um sehr getrosten Muthes ihren Gegenstand der genauen Prüfung der Gegner unterzogen zu sehen. Die katholische Religion hat keine zweideutige und schwankende Moral; Gerechtigkeit und Unparteilichkeit gegen Jedermann macht sie allen ihren Bekennern zur unbedingten Pflicht. Daß ich für mich persönlich als Katholik der Zuversicht lebe, daß bei einer redlichen und gründlichen Prüfung, gleichwie die Religion des Neuen Bundes, welche mittelst des unzertrennlichen Zusammenhanges mit der des Alten Bundes bis zur Erschaffung der Welt zurückgeht, über das heutige Judenthum, so auch das katholische Christenthum, welches diese Linie von dem Erlöser bis zum Ende der Welt fortführt, über die Abweichungen und Schöpfungen aller durch Abfall von ihm später in's Daseyn getretenen Parteien, somit auch jener des sechzehnten Jahrhunderts und ihre sämmtlichen Entwickelungen und Gestaltungen, den Sieg davon tragen werde, — daß, wie gesagt, als Katholik ich solches glaube, versteht sich für jeden consequent Denkenden von selbst. Aber wer sich einbildet, der Katholizismus sey genöthigt, seine Siegeshoffnungen auf schmähliche Uebervortheilung zu bauen, der ist in einem Vorurtheil befangen, das mit einer gänz- |Sp. 1522| lichen Unkunde des Katholizismus auf Eins hinausläuft. Und daher können meine Obliegenheiten als oberster Redacteur einer wie die unsrige organisirten Zeitschrift mit den Pflichten meiner Glaubentreue ohne den mindesten Conflict nebeneinander bestehen.</p>
         <p>Wahrhaft unbillig war es zugleich, gänzlich zu übersehen und zu ignoriren, daß ich jede konfessionelle Abtheilung selbstständig organisirt, und so auch namentlich die protestantische der unbeschränkten Leitung zweier geachteten und in ihrer Anhänglichkeit an den Protestantismus ganz unverdächtigen Geistlichen als Special-Redactoren übergeben hatte. Hätte das Blatt, das den Anfeindungen gegen uns seine Spalten öffnete, seinerseits durch eine gleiche Organisation eine wahrhafte Unparteilichkeit garantirt, so würde vielleicht die Univ.-K.-Z., als überflüssig, s. Z. von mir gar nicht planirt worden seyn.</p>
         <p>Eine andere Bürgschaft, die mit gleicher Unbilligkeit außer Berücksichtigung blieb, lag in den vielen hochgeachteten Namen protestantischer Gelehrten vor, deren — meinerseits großentheils auf einer kostspieligen längern Reise persönlich bewerkstelligte — Einladung zur Theilnahme an der intellectuellen Ausstattung des Blattes sprechend darthut, wie gleichmäßig und unbefangen ich dabei verfahren.</p>
         <p>Was aber den Erfolg und die wirklichen Leistungen betrifft, so werden die Herren Special-Redactoren der protestantischen Abtheilung mir wenigstens bezeugen können, daß sie stets in ihrer Sphäre völlig unbeschränkt geblieben sind, und daß auch nicht ein einzigesmal einer ihrer Anträge unberücksichtigt gelassen worden. Wenn aber vielleicht mancher sonst kampfestüchtige Koryphäe in mißgreifendem Eifer die ihm durch die gleichmäßige Organisation des Blattes gebotene Gelegenheit, für das Interesse seiner Confession wirksam zu seyn, verschmäht hat, so trägt solches die Schuld und die Verantwortlichkeit selbst; diese mir aufbürden zu wollen, wird keinem wohldenkenden Menschen einfallen.</p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Herr Geheime Kirchenrath Böckel.</p>
         <p>Persönlich namhaft ist, meines Wissens, protestantischer Seits Niemand gegen uns aufgetreten, als vorbenannter Geistliche.</p>
         <p>Se. Majestät, der König von <hi rend="italic">Griechenland</hi>, und Se. königl. Hoheit, der Großherzog von <hi rend="italic">Oldenburg</hi> hatten die Gnade gehabt, dem Herausgeber der <hi rend="italic">Univ.-K.-Ztg</hi>. Sich zu Lesern derselben zu erklären. Um so mehr mußte die, an sich schon ein lebhaftes Interesse gewährende, Vermählungsfeier JJ kk. MM. von <hi rend="italic">Griechenland</hi>, soweit sie das Religiöse berührte, ein Gegenstand von besonderer Bedeutung für unser Blatt seyn. Katholischer Seits erhielten und gaben wir nun in No. 5 einen Bericht, der sichtlich gegen die Protestanten in der anständigsten Haltung sich bewegt, namentlich der von Herrn Oberhofprediger <hi rend="italic">Böckel</hi> gehaltenen Trauungsrede ehrende Erwähnung macht, und auf den zu erwartenden Druck derselben verweiset. Ich meinerseits, um unsere grundsätzliche Gleichmäßigkeit zu handhaben, hatte nicht unterlassen, den gefeierten Redner schon unter dem 1. Dez. 1836 zu ersuchen, s. Z. seinen Vortrag uns mitzutheilen. Das beehrende Antwortschreiben verhieß „erst dann etwaige Beiträge, wenn die Lectüre der <hi rend="italic">Univ.-K.-Z</hi>. den Herrn Dr. <hi rend="italic">Böckel</hi> überzeugt haben werde, daß die Tendenz derselben mit seinen Grundsätzen nicht in Widerspruch stehe.“ Die Organisation unseres Blattes, welche jedes wissenschaftlich und anständig gehaltene Aussprechen frei und gleichmäßig gestattet, gab unserer in der Ankündigung dargelegten Tendenz eine bestimmte Verbürgung, und eben so aufrichtig, als diese Gesinnungen ausgesprochen waren, eben so sehr waren wir sittlicherweise verpflichtet, die Uebereinstimmung damit bei Jedem, der sich nicht selbst dagegen erklärte, vorauszusetzen. Als daher nachwärts die gedachte Rede auch in den <hi rend="italic">„Bremer Kirchenboten“</hi> übergegangen war, so glaubten wir ganz arglos, dieselbe als ein Dokument von Bedeutung, ebenfalls aufnehmen zu sollen, und dieß geschah, von Seiten der protestantischen Special-Redaction, in No. 17, aber, wohl zu bemerken! keineswegs als eine direkte Mittheilung von Seiten des Herrn Verfassers; denn ausdrücklich hatten wir schon in unserer ersten Nummer angezeigt, daß wir alle Original-Artikel jedesmal durch ein * bezeichnen würden. Ohne aber dieses zu beachten, charakterisirte der Herr geheime Kirchenrath, mir die Aufnahme zur Last legend, solche in No. 66 der Darmstädter „<hi rend="italic">Allgemeinen Kirchenzeitung</hi>“ unerhörter Weise als <hi rend="italic">„wider- </hi>|Sp. 1523| <hi rend="italic">rechtlichen Nachdruck“</hi>! Da sich selbst protestantische Theologen über das Verfahren und den Ton des Herrn Dr. Böckel mißbilligend zu mir ausgesprochen haben, so glaube ich um so mehr, jeder Weiterung über diesen Gegenstand vor einem billigen Publikum überhoben zu seyn, als ich eine ruhige und leidenschaftlose Gegenerklärung in der nämlichen Darmstädter A. K.-Z. No. 83 schon s. Z. erlassen habe. Ich meinerseits freute mich, daß wir durch die bald darauf erfolgte Aufnahme eines den Verdiensten des Herrn geheime Kirchenraths Lob spendenden Aufsatz (in No. 40) einen Beweis geben konnten, wie unbefangen wir den objectiven Standpunkt, ohne alle persönliche Rücksicht, und ohne Ausnahme selbst bei feindlicher Stellung gegen uns, vor Augen zu halten streben.</p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Verkennung und Anerkennung unserer Tendenz.</p>
         <p>Wenn es aber nicht räthselhaft seyn kann, was der Hr. geh. Kirchenrath mit der weitern Hindeutung sagen wollte, daß unser Blatt „sich schon hinlänglich charakterisirt“ habe, und noch Manche in gleichem Sinne diese Ansicht theilen, so finde ich dafür eine Entschuldigung. Das einzige deutsche Blatt außer dem unsrigen, welches eine allgemeine Berichterstatterinn über die verschiedenen Confessionen seyn will, und es schon seit Jahren seyn wollte, ist die in Darmstadt erscheinende „Allgemeine Kirchenzeitung“. Jeder aber kann sich durch Vergleichung mit katholischen Blättern leicht überzeugen, wie in dieser A. K.-Z. die katholische Kirche, obwohl diese die größte Gemeinschaft der Christenheit, behandelt worden ist, wie <hi rend="italic">vieles</hi> von Bedeutung für sie darin gar nicht berichtet worden, wie von ganz unkirchlichem Standpunkte aufgefaßt, das meiste von dem gegeben wird, was über kathol. Angelegenheiten darin vorkommt. Ganz katholische Zeitschriften aber werden in der Regel bekanntlich von den Protestanten gar nicht gelesen. Als denn nun in der <hi rend="italic">Univ.-K.-Z.</hi> der katholischen Kirche ihre gerechte Berücksichtigung zugetheilt wurde, so war der Contrast gegen das bis dahin Gewohnte allerdings, aber nicht zu unserer Verschuldung, so auffallend, daß, wo eine ganz ruhige Besonnenheit mangelte, eine Uebereilung im Urtheil, und Mißkennung unsrer Tendenz wohl leicht entstehen konnte. Dazu das Vorurtheil gegen mich als Convertiten, welches sicherlich auf protestantische Ansichten vielfachen Einfluß gehabt hat; denn wie würde es sich sonst erklären, daß nicht auch die <hi rend="italic">Israeliten</hi> sich so präoccupirt gezeigt, die nirgend, wenigstens im Drucke nicht, einen Anstoß daran geäußert.</p>
         <p>So sehr ich indeß es für nothwendig erachte, mich hierüber offen auszusprechen, eben so sehr fühle ich mich gedrungen, nicht zu verschweigen, daß keineswegs ich nicht auch erfreulichere Erfahrungen unter protestantischen Theologen gemacht. Männer der Liebe lernte ich kennen — ich nenne nur den ehrwürdigen <hi rend="italic">Heydenreich</hi>, jetzigen evangelischen Landesbischof des Herzogthums Nassau — die mir unvergeßlich sind, und der Männer, manche, die mit hohem Geiste und tiefer Wissenschaft die feinsten Formen des Umgangs einigen, und denen mein Austritt aus dem Protestantismus und meine warme unverhohlene Anhänglichkeit an die katholische Kirche kein Hinderniß war zu liebevoller Ausnahme und freundlichstem Verkehr, die mir selbst erklärten, daß ihnen der entschiedene Katholik weit achtungswerther erscheine, als jene zwitterhaften Namenkatholiken, die nicht katholisch seyen und doch nicht aus dem Schooße der katholischen Kirche auch äußerlich ausschieden, die es nicht unvereinbar fanden, daß ich mit der Wärme eines <hi rend="italic">Fenelon</hi> der Kirche und dem röm.Stuhle zugethan seyn, und doch mit Wehmuth und Liebe einen <hi rend="italic">Klopstock</hi> und <hi rend="italic">Claudius</hi> an ihren Gräbern besuchen konnte.</p>
         <p>Auch nach dem Erscheinen der <hi rend="italic">Univ.-K.-Ztg.</hi> wurden mir tröstliche Beweise, daß nicht alle von jenem „niedrigen Eifergeist imProtestantismus“, welchen <hi rend="italic">Herder</hi> so verabscheute, befangen sind. Einer der angesehensten und gefeiertsten gelehrten protest. Theologen schrieb mir: „Ich fürchte, daß Ihr Name, besonders Ihre Streifzüge durch das Gebiet der protest. Theologie Viele abschrecken. Ihre Unparteilichkeit mag noch so sehr Ihre Absicht und Ihr Charakter seyn. Man wird sie Ihnen nicht glauben, da Sie mehr in der Partei zu seyn scheinen, als jeder geborene Katholik. Sie sehen, ich spreche offen vor Ihnen aus, was Andere Ihnen verhehlen, Ich meines Orts traue Ihnen das Beste zu; finde auch Ihr Unternehmen immer noch großartig. Ich will mein Versprechen nicht zurücknehmen u. s. w. (nur Beschränkung |Sp. 1524| an Muße hat die Beiträge des würdigen Mannes zurückgehalten). Ein anderer, ebenfalls in der literarischen Welt ruhmvoll bekannter protest. Theologe schrieb mir: Mas mich betrifft, so können mich weder Insinuationen zur Rechten, noch Insinuationen zur Linken an Ihrem Unternehmen irre machen. Ich habe Ihnen mit voller Ueberzeugung geschrieben, und bis in mein 41. Lebensjahr die Machinationen der liter. Welt, (das ist ja der Gang der Dinge!) zu Genüge und zur Ungenüge kennen gelernt.“</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Bedenklichkeiten würdiger Männer katholischer Seits</hi>.</p>
         <p>Während man nun protestantischer Seits mehrorts von „jesuitischen Einflüssen“ und „geheimen Planen und Verbindungen“ träumte,—wie man denn dort nur gar zu geneigt ist, unter den Katholiken ein gemeinsames Zusammenwirken vorauszusetzen, für das wir in vielen Fällen Gott danken wollten, wenn es wirklich vorhanden wäre — und während man in öffentlichen Blättern angab, mein Unternehmen sey wohl eigentlich vom römischen Hofe ausgegangen, hatte ich vielmehr verabsäumt, nach <hi rend="italic">Rom</hi> irgend eine offizielle Nachricht darüber zu erstatten. Darf ich den Thatbestand der Mittheilungen eines glaubwürdigen Mannes in Anschlag bringen, so sind statt dessen, von einem unmännlichen Schleichwege aus, falsche, mein Unternehmen als den Indifferentismus tendirend verdächtigende Berichte dahin gesandt worden. Viele würdige Männer, wie namentlich der gottselige Bischof <hi rend="italic">Sailer</hi> haben schon dieses sündhafte Erstatten verläumderischer Berichte nach Rom gerügt und beklagt. Sey es nun, daß man in Rom, das mit väterlicher Sorgfalt für das Wohl aller seiner Kinder macht, besorgt und auf Vorsicht bedacht geworden — denn offiziell ist mir nichts bekannt geworden, als eine spätere Anfrage durch einen würdigen Priester, welche ich zu dessen völliger Zufriedenheit beantwortet, wie denn überhaupt <hi rend="italic">Rom</hi> in seinem Gerechtigkeitssinn sich, niemals übereilt — oder sey es, daß der Impuls von irgend einer andern, wie immergemeynten Seite gegeben worden; — kurz, nach einander haben mehrere hochachtbare und von mir innigst verehrte Männer, nämlich <hi rend="italic">Allioli, Häglsperger</hi>, des Herrn Bischofs von <hi rend="italic">Fulda</hi> Exzellenz, und ganz neuerlich der Apostol. Vikar <hi rend="italic">Studach</hi>, letzterer unter dem ausdrücklichen Zusatze „<hi rend="italic">mit Rom</hi>“ der Theilnahme an der <hi rend="italic">Univers.-K.-Ztg</hi>. abgesagt.</p>
         <p>Ich kann darauf im Allgemeinen nur erklären, daß es mich bei meinem eigenen entschieden pflichtmäßigen und aufrichtigen Gesinnungen gegen den h. römischen Stuhl tief schmerzt, auch nur einen Augenblick vor dem Publikum, namentlich dem unserer katholischen Glaubensgenossen, als in Beziehung auf römisch-katholische Gesinnungen in einem Gegensatz mit so hochverehrten Männer zu <hi rend="italic">erscheinen</hi>, daß ich aber die gute Absicht, aus der <hi rend="italic">unbezweifelt</hi> ihr Verfahren hervorgegangen, ehre und mich derselben freue, und daß ich glaube, durch Hinweisung auf den Geist, der in meinen sonstigen theol. Schriften, vom <hi rend="italic">Katholischen Museum</hi> an bis auf meine Beiträge zu der kathol. Abtheilung der <hi rend="italic">Univ.-K.-Ztg</hi>. hin, herrschend ist, es außer allem Zweifel zu setzen, daß, wenn der h. Stuhl oder mein Bischof mich dazu veranlassen sollte, mein freudiger Gehorsam, selbst wo es zeitliche Opfer kosten sollte, durch die That die Aufrichtigkeit meiner Pflichttreue erproben würde.</p>
         <p>Uebrigen verhehle ich mir selbst nicht, daß, so wie schon der würdige <hi rend="italic">Staudenmaier</hi> auf die Disharmonie zwischen der Großartigkeit eines Unternehmens und der Kleinartigkeit einer Zeit, in die es fällt, hinwies, die Güte einer Sache in der Idee und die Realisirung derselben in der Wirklichkeit, welche in unserem Vaterlande bei dem vielfachen Vorherrschen von Leidenschaft, Egoismus und Lauheit so häufig paralysirt wird, (wie denn auch uns der Versprechungen und bestimmten Zusagen so viele unerfüllt blieben) sehr zweierlei ist, und so wie ich in aufrichtiger Bescheidenheit begreife, daß eine höhere Wohlberathenheit würdiger Gottesmänner, während sie meine gute Absicht freundlich anerkennt, der Richtung meiner literarischen Thätigkeit als ein sicherer lenkender Leitstern vorleuchten möge, so folge ich auch bereitwillig ihrem weisen Gutachten zu einer Wirksamkeit, die von allen wahrhaft von dem Glauben und der Liebe beseelten Katholiken nur Billigung und Förderung gewärtigen darf.</p>
         <p>Ich glaube mich hiemit gegen jegliche Mißdeutung sicher gestellt zu sehen, so wie in der Anerkennung, daß ich im Geiste |Sp. 1525| und der Gesinnung Eins bin mit den würdigen Männern, denen ich hier wiederholt meine innigste Verehrung zolle.</p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Unwürdige Animositäten von katholischer Seite.</p>
         <p>Leider sehe ich mich indeß zugleich gezwungen, Klage über ein Verfahren zu führen, das ganz andere Natur ist.</p>
         <p>Auf eine durchaus <hi rend="italic">unwürdige</hi> Weise — gelinder vermag ich es nicht zu bezeichnen — ist die <hi rend="italic">Aschaffenburger „Katholische Kirchenzeitung“</hi> feindlich gegen unser Blatt aufgetreten.</p>
         <p>Hätte sie geglaubt, über unsere Tendenz oder unsere Leistungen, als dem katholischen Interesse zuwiderlaufend, sich äußern zu müssen, so würde ich, unter der Bedingung, daß es mit liebevollem Wahrheitssinn und richtigem Geistesblick, also mit Gründlichkeit und in würdigem Tone geschehen sey, ihr gern die Befugniß zuerkannt, und gewiß auch ihre Bedenken nicht unberücksichtigt gelassen haben. Allein unedle Feindseligkeiten, Verdrehungen, Unwahrheiten und grundlose Verdächtigungen tragen einen andern Charakter.</p>
         <p>Zuerst manifestirte sie ihre Sinnesweise durch Aufnahme des oben wegen seiner hohlen und flachen Argumentation und seiner selbstverrätherischen Tendenz gerügten Artikels aus der Darmstädter „Allgemeinen Kirchenzeitung“. Sie gab denselben — jedoch verstümmelt und mit andern Hervorhebungen durch Sperrschrift, als im Original — in No. 3 vom 6. Jan. wieder unter der Ueberschrift „die Hoeninghausische Kirchenzeitung“, bei welcher sie wohl vergessen hatte, daß sie selbst es war, die früher— für sich — darauf angetragen hatte, daß man jedes Blatt bei seinem eigenen Namen nennen möge.</p>
         <p>Daß, da, nachdem Papst <hi rend="italic">Pius VIII.</hi> mich in Gnaden mit seinem Ritterorden beehrt, jener Artikel des akatholischen Blattes darin ein besonderes Moment der Bedenklichkeit für die Protestanten findet, die Aschaffenburger „Kathol. Kirchenzeitung“ nun hingegen in einer ihrerseits zugesetzten Note die Frage andeutet, ob ich jenen Orden auch wohl wirklich vom Oberhaupte der katholischen Kirche empfangen, will ich, da Persönlichkeiten, der Uebereinstimmung aller Wohlgesinnten nach, aus dem Spiele bleiben sollen, übergehen; daß aber in einem katholischen Blatte ein Aufsatz mit Befremden und Indignation wiedergelesen wurde, der entschieden gegen den Katholizismus und die positive Religion überhaupt sich bewegt, wird derjenige doppelt begreiflich finden, der erwägt, daß der darin enthaltene Tadel einer „dreispaltigen theol. Zeitschrift entweder gar nicht trifft, oder aber auch die darin ebenfalls erwähnte frühere zweispaltige(Concordia) auch, deren eigentlicher Unternehmer aber bekanntlich mit jenem der Aschaffenburger Kirchenzeitung ein und dieselbe Person war.</p>
         <p>Hätte man sich indeß gutmüthig anzunehmen versucht gefühlt, das Aschaffenburger Blatt habe jenen Aufsatz des Darmstädlischen nur referendo als unparteiische Berichterstatterinn, oder als ein durch sich selbst genugsam sprechendes Beispiel geben wollen, welches seichte Gerede noch heutzutage in Deutschland mit ernster Miene dem Publikum geboten wird, so widerlegte sich dieß bald darauf durch sie selbst. Sie übertrug nämlich sofort aus dem Aprill-Hefte derselben Darmst. A. K. Z. die ebenfalls schon erwähnte, gegen mich gerichtete Erklärung des protestantischen geh. Kirchenrathes <hi rend="italic">Böckel, ohne aber meiner in No. 83 der nämlichen Zeitschrift erlassenen Gegen-Erklärung auch nur mit einem Worte zu erwähnen,</hi> geschweige, dieselbe ebenfalls aufzunehmen. Das aber ist nicht unparteiische Berichterstattung.</p>
         <p>Unter dem 10. Juli macht die A. K.-Z. dann ihren Lesern das in <hi rend="italic">Preußen</hi> erfolgte <hi rend="italic">Verbot der. Univ.-K.-Z</hi>. bekannt, und sagt bei diesem Anlaß in einer von ihr selbst gefertigten Note, es sey: der eigentliche Unternehmer dieser Universal-Kirchenzeitung, Herr Buchdrucker <hi rend="italic">Heller</hi>, der zugleich Redakteur des <hi rend="italic">Frankfurter Journals</hi> ist, dessen religiöse Tendenz wohl Jedermann kennt.“ Es ist nun einerseits eine <hi rend="italic">völlige Unwahrheit</hi>, daß Herr <hi rend="italic">Heller</hi> der Unternehmer der <hi rend="italic">Univ.-K. Ztg.</hi> sey. Das Blatt wird bei <hi rend="italic">Heller</hi> und <hi rend="italic">Rohm</hi> gedruckt, wofür dieselben kontraktmäßig ihre Bezahlung erhalten, und sonst hat Herr <hi rend="italic">Heller</hi> gar kein <hi rend="italic">materielles Interesse</hi> bei dem Blatte. Wir erbieten uns, zum Beweise, daß <hi rend="italic">wir</hi> hier die <hi rend="italic">Wahrheit</hi>, und die K. K.-Z. die <hi rend="italic">Unwahrheit</hi> gesprochen, zur strengsten Untersuchung, mit dem Antrag, daß, wer als Lüg- |Sp. 1526| ner befunden, fl. 100 an die armen Katholiken in Friederichsstadt zahle. Eben so wenig hat Herr <hi rend="italic">Heller irgend einen intellektuellen Einfluß</hi> auf unser Blatt, und eben so ehrenrührig, als eine solche leichtfertige Verdächtigung für alle Glieder der Redaktion ist, so leicht ersichtlich ist es jedem redlichen Beobachter, daß unser Blatt überhaupt mit den Tendenzen einseitiger und parteisüchtiger Blätter nichts gemein hat.</p>
         <p>Bald darauf (No. 92 vom 2. Aug.) heißt es in der K. K.-Z. unter der Aufschrift: „Die Universal-Kirchenzeitung und ihre Freunde“ „das Verbot der Univ.-K.-Z- in den k. preuß. Staaten hätte <hi rend="italic">dieselben</hi> Leute, welche sich unbändig freuten, daß die K. K.-Z. unter Censur gestellt wurde, tief betrübt.“ Dabei wird namentlich die <hi rend="italic">Hannoverische Zeitung</hi> namhaft gemacht, und ein Stück eines, angeblich aus ihr entnommenen Artikels mitgetheilt, und endlich gefragt: „Ist diese rührende Theilnahme aller <hi rend="italic">antikatholischen</hi> und <hi rend="italic">jüdischen</hi> Zeitungen Deutschlands unsern Bischöfen, die als Mitarbeiter und Korrespondenten der Univ.-K.-Z. paradiren, noch nicht entscheidend genug?“ Erstlich aber ist nun jener angeführte Artikel <hi rend="italic">gar nicht aus der Hannover'schen Zeitung</hi>; dieses, allerdings in seiner antikatholischen Tendenz bekannte Blatt hat sich vielmehr von jeher und deutlich genug <hi rend="italic">gegen</hi> die <hi rend="italic">Univ.-K.-Z</hi>. erklärt, sie als „jesuitisch“ bezeichnet, und sogar gerade <hi rend="italic">gegen</hi> die Hoffnungen <hi rend="italic">des nämlichen angeführten Art</hi>., die Wiederaufhebung des Verbots in Preußen bezielend, sich ausgesprochen!! So auch haben die jüdischen Blätter, als da sind, die <hi rend="italic">Geiger'</hi>sche Wissenschaftl. Zeitschrift, <hi rend="italic">Fränkel's</hi> Sulamith, und <hi rend="italic">Bloch's</hi> Wiedergeburt sich <hi rend="italic">gar nicht</hi> über das Verbot ausgesprochen, und das vierte, das einzige, das es gethan hat, nämlich die „Allgemeine Zeitung des Judenthums“ ist es gerade, welche einen aus dem „<hi rend="italic">Phönix</hi>“, entlehnten Artikel abdruckte, in dem die Univ.-K.-Z. die „Staatszeitung der Jesuiten“ genannt wird! Aus dem fraglichen Artikel aber, welcher, wie gesagt, was doch, wo man solche Folgerungen darauf baut, nicht hätte übersehen werden dürfen, gar nicht der <hi rend="italic">Hannover'</hi>schen, sondern der <hi rend="italic">Hanauer Zeitung</hi> angehört, die ihn als Original-Artikel bezeichnet, hat die Katholische Kirchen-Zeitung, indem sie ihn wiedergibt, ferner gerade die Hauptstelle, worauf es ankommt, und worauf sich derselbe mit seiner freundlichen Erwartung stützt, <hi rend="italic">ausgelassen</hi>, und ihren Lesern vorenthalten. Nachdem nämlich jener Art. — ein Correspondenzbericht aus Frankfurt a. M. — sich geäußert: „Dieses Verbot hat bei allen, die den Gang des Blatts verfolgten, Befremdung und Sensation erregt, und Niemand weiß das Warum zu beantworten“, folgt unmittelbar die Motivirung dieser Befremdung in folgenden Worten, welche die K. K.-Z. überspringt: „Eine gleichmäßige Unparteilichkeit ist schon in der Organisation dieser Kirchenzeitung gesichert, ein gemäßigter und anständiger Ton ihr selbst von den Gegnern nicht abgesprochen worden.“ Also <hi rend="italic">Unparteilichkeit</hi> und ein <hi rend="italic">anständiger, gemäßigter Ton</hi>, nicht aber verwandte Tendenzen mit antikatholischen Blättern erzeugten diese von der K. K.-Z. zugleich entstellte und bespöttelte Theilnahme, und dieser Gegensatz, nicht aber der einer <hi rend="italic">katholischen</hi> Gesinnung der K. K.-Z. ist es jedesmal, warum öffentliche Blätter wohl den einen Schritt bedauerten, und doch den andern gutheißen. So liest man ausdrücklich in einem, in viele deutsche Blätter übergegangenen, Art. aus <hi rend="italic">Schlesien</hi>: „Die Univ.-K.-Z. hat nicht leicht <hi rend="italic">einen</hi> Art. geliefert, dem nicht <hi rend="italic">hundert</hi> von <hi rend="italic">schmähenden, diffamirenden</hi> Artikeln der K. K.-Z. sogleich die Wage hielten. Zudem hat <hi rend="italic">letztere</hi> auch einen <hi rend="italic">abscheulichen Ton, unwürdig</hi> eines <hi rend="italic">gelehrten</hi> — gar eines <hi rend="italic">christlichen</hi> Blattes, befleckt die Oberhirten ihrer eigenen Kirche, <hi rend="italic">stellt </hi>ihnen <hi rend="italic">falsche An- und Absichten unter</hi>, wie die katholischen Bischöfe von <hi rend="italic">Münster, Paderborn</hi> und <hi rend="italic">Trier</hi> öffentlich dokumentirten, <hi rend="italic">greift ihre eigenen Glaubensgenossen tückisch an u. s. w</hi>.“. Welche arge Verdrehung demnach des wahren Sachverhältnisses!</p>
         <p>Kaum war nun die bereits erwähnte Erklärung des hochw. Hrn. Bischofs von <hi rend="italic">Fulda</hi> im „<hi rend="italic">Katholiken</hi>“ erschienen, als die K. K.-Z. solche in No. 102 vom 25. Aug. mit dem Beisatze wiedergibt, die Freunde des Hrn. Bischofs würden es immerhin beklagen, daß er seine Ansicht neun Monate für sich behalten, und nicht zur Zeit, wo er in gleicher Linie mit Dr. <hi rend="italic">Stephani </hi>und Dr.<hi rend="italic"> Weber</hi> und einigen Dutzenden von modernen Juden, |Sp. 1527| als Correspondent und Mitarbeiter eines Blattes, über dessen Anlage und Charakter sie sich hier nicht aussprechen wolle (und das wäre doch gerade der redliche und rechte Weg gewesen; so aber klingt es nur verdächtigend) öffentlich genannt wurde, öffentlich widersprochen. Dann sagt sie: „Hr. Dr. <hi rend="italic">Hoeninghaus </hi>ist es seiner Ehre und dem Publikum schuldig, Aufklärung darüber zu geben, <hi rend="italic">wie</hi> er dazu kam, des Hrn. Bischofs von <hi rend="italic">Fulda</hi> Exc. als Mitarbeiter zu nennen“, und ist denn schließlich „neugierig, was nach diesem Vorgange die HH. Bischöfe von <hi rend="italic">Limburg</hi>, <hi rend="italic">Mainz</hi> und <hi rend="italic">Hildesheim</hi> thun werden.“ <hi rend="italic">Einen</hi> dieser letztgenannten hochw. Prälaten hatte ich unlängst die Ehre, zu sehen, und kann soviel der Neugier des Hrn. Fragestellers zuflistern, daß das unchristliche, lieblose und somit unkatholische Verfahren der Aschaffenburger K. K.-Z. von ihm mit der entschiedensten Mißbilligung betrachtet wird, und die beiden anderen hochw. bischöfl. Oberhirten sind mir ebenfalls persönlich als Männer der <hi rend="italic">Liebe</hi> bekannt. Se. Excellenz der gleichfalls wahrhaft apostolische Bischof von <hi rend="italic">Fulda</hi> aber, <hi rend="italic">hat mich ermächtigt, öffentlich zu erklären:</hi>
         </p>
         <p>„daß er in der von mir redigirten U.-K.-Z. lediglich aus einem nicht mir (Dr. H.) <hi rend="italic">zur Last fallenden Versehen</hi> als Mitarbeiter bezeichnet worden sey, daß er <hi rend="italic">nur darum</hi> nicht Mitarbeiter an derselben seyn wolle, weil ihm die Einrichtung derselben nicht gefalle, daß er <hi rend="italic">meine gute Absicht</hi> bei der Herausgabe derselben, zumal nach meiner Erklärung, darüber <hi rend="italic">keineswegs verkenne</hi>, und daß er an den <hi rend="italic">Anfeindungen</hi>, über die ich klage, <hi rend="italic">ebensowenig Theil habe</hi>, als er dieselben <hi rend="italic">mit der christlichen Liebe vereinigen könne</hi>, die ihm mehr sey, als Wissenschaft, Beredsamkeit und Witz, noch 1 Kor. 13.“</p>
         <p>Diese für mich so tröstliche Erklärung (d. d. 13. Nov. 1837), welche ich mit Dank verehre, wird für Freunde und Feinde genügend seyn.</p>
         <p>Daß aber die K. K.-Z. den hochw. Hrn. Bischof mit Hrn. Dr. <hi rend="italic">Stephani</hi> und Dr. <hi rend="italic">Weber</hi>, als auf Einer Linie stehend, zusammen stellt, ist ungebührend. Wenn bei einem gemeinsamen Disputatorium zwei Opponenten in derselben Aula sich befinden, so wird es wohl keinem vernünftigen Menschen einfallen, solche in dem Sinne als auf Einer Linie stehend zu. betrachten, als wenn sie durch Zusammenstimmung in ihren Ansichten oder durch Indifferentismus über dieselben verbunden seyen, und hier ist ganz derselbe Fall. Die Mitarbeiter der kathol. Abth. stehen nicht mit Hrn. <hi rend="italic">Stephani</hi> zusammen; sie stehen ihm gegenüber; und der Aufsatz des Hrn. Kirchenraths <hi rend="italic">Stephani</hi> in der protest. Abth. fand in der kathol. Abth. geradezu eine entschiedene Entgegnung. Redlicher Weise hätten die kathol. Mitarbeiter oder doch wenigstens diejenigen derselben namhaft gemacht werden müssen, welche in der kathol. Abth. wirklich selbst aufgetreten sind, und das sind Männer, wie <hi rend="italic">Staudenmaier, Franz Geiger, Wilhelm v. Schütz, Franz v. Baader, Ant. Lutterbeck, Loehnis</hi> u. a. ehrenwerthe kathol. Gelehrte, denen an die Seite zu treten, gewiß kein kathol. Prälat Anstand nehmen würde. Sonst findet nirgend ein Zusammenstehen Statt, als in der <hi rend="italic">alphabetischen</hi> Namenfolge der Ankündigung, worin jene gehässige Folgerung eben so wenig Grund findet, als wenn die ständischen Glieder einer Kammer irgendwo in gleicher Form namhaft gemacht werden.</p>
         <p>Sonderbares Zusammentreffen ist es übrigens wieder, daß Seitens der K. K. Ztg. uns Dr. <hi rend="italic">Stephani</hi> vorgerückt wird, während eben derselbe Hr. Dr. <hi rend="italic">Stephani</hi> mir schreibt (unter dem 11. Aug. 1837) „Es thut mir leid, Sie in Ihrer Einladung zur Theilnahme an der <hi rend="italic">Univ.-K.-Z</hi>. mißverstanden zu haben. Aus den bis jetzt von ihr erschienenen 6 Monatheften geht klar hervor, daß Ihre Absicht nicht dahin ging, wie Ihre Ankündigung glauben machte, die Wahrheit, zu der uns Christus den Weg zeigte, zur bessern Kenntniß zu bringen, (— wenn der Herr Kirchenrath <hi rend="italic">Stephani</hi> darunter den Rationalismus versteht, so hat ihm wenigstens meine Ankündigung, zu solch argem Mißverstand keinen Anlaß gegeben, während übrigens, wie sich durch Aufnahme seines eigenen Aufsatzes erprobte, es dem Rationalismus in der protest. Abtheilung, als einer Entwickelung des protest. Prinzips, wie Consequenz und Gerechtigkeit es erheischen, keineswegs verwehrt worden, seine wissenschaftliche Geltendmachung nach Kräften zu versuchen —), sondern alle Welt zu bereden, daß sie nir- |Sp. 1528| gend anders, als in der römischen Kirche zu finden sey. Ihre Zeitung ist, mit Einem Worte, eine Propaganda.“ Hätte der Herr Dr. <hi rend="italic">Stephani</hi> dieses Urtheil nur auf die <hi rend="italic">kathol. Abtheilung</hi> des Blattes beschränkt, so würde ich bei dieser guten Distinction nur bemerkt haben, daß solches für diese, als einer wirklich katholischen, ja auch ganz in der Ordnung sey. Für sie, die es angeht, ist es das schönste Lob, und so kann denn die Aschaffenb. K. K. Z. selbst aus dem Zeugnisse des Gegner entnehmen, was sie, wenn ihr nicht, um mit <hi rend="italic">Schlegel</hi> zureden, mehr der Sinn, als der Verstand gefehlt hätte, eben so wohl selbst aus der streng orthodoxen Haltung ersehen konnte, in der sich durchgängig die kathol. Atheilung bewegt.</p>
         <p>Es ist daher auch mehr, als leichtfertig, es ist ungewissenhaft, wenn weiters die <hi rend="italic">Aschaffenb. Kztg</hi> Züge von Indifferentismus aufführt, wie z. B. den Akt des kirchl. Begräbnisses eines Rabbiners durch einen kathol. Priester, Handlungen, denen die <hi rend="italic">Univ.-K.-Z</hi>. nie das Wort geredet hat, und, wenigstens in der kathol. Abtheilung gewiß auch nie reden würde, unter der Ueberschrift „Universal-Kirchliches“ auftischt, und hinzusetzt: Da haben wir ja die leibhaftige Universalkirche!“ Mir, dessen Schrift von der Nothwendigkeit der Rückkehr zur kathol. Kirche dieselbe Feder früher in derselben K. K. Z. eine Anerkennung gespendet, die abgeschmackte Idee einer solchen Universalkirche zu unterlegen, müßte auch dann jeden rechtlichen Mann indigniren, wenn nicht überdieß unser Blatt, das weder Universalkirchen-Zeitung, noch auch nur zweideutig Universal-Kirchen-Zeitung, oder Universalkirchenzeitung, sondern unzweideutig Universal-Kirchenzeitung heißt, ich <hi rend="italic">ausdrücklich</hi> angekündigt hätte, als „<hi rend="italic">fern</hi> von dem falschen Extrem geistesflacher Religions-<hi rend="italic">Gleichgiltigkeit</hi> und sinnloser Religions-<hi rend="italic">Mengerei</hi>.“</p>
         <p>Nicht im Affekt der Leidenschaft, wohl aber mit Betrübniß, schrieb ich diese <hi rend="italic">nothgedrungene</hi> Abwehr nieder; ich halte mich überzeugt, daß der veranlassende Theil bei <hi rend="italic">ruhiger</hi> Prüfung ein Unrecht selbst einsehen wird, das ich gern vergesse und bereitwillig vergebe.<note place="foot" xml:id="ftn1" n="1">
               <p rend="UKZ 8 fussnote"> Es versteht sich, daß der obenerwähnte Anlaß zu Beschwerden meinerseits, so wie sonst so manches, was die achtungswerthesten Katholiken einmüthig an der nun eingegangenen Aschaffenburger Kirchenzeitung tadelnswerth fanden, mein anerkennendes Urtheil über vielfache Vorzüge und Verdienste derselben, die ihr in eben dem Grade Anspruch auf den Dank des katholischen Deutschland's erworben haben, auch nicht im mindesten beeinträchtigen könne. Der Scharfblick des Hauptredakteurs, sein entschiedenes Talent, seine Gewandtheit verdienen jedenfalls Anerkennung, und selbst in der Anwendung dieses Talentes, wonach freilich das Verdienst allein gerichtet wird, sind nicht selten Fälle vorgekommen, in deren Beurtheilung man dem Blatte Unrecht gethan hat. So wahr es ist, daß die Liebe allemal mehr wirkt, alle bittere Heftigkeit, gleichwie der Wanderer im Sturm sich nur tiefer in seinen Mantel hüllte, bei den erwärmenden Sonnenstrahlen aber ihn sinken ließ, so hat er doch Geschwür in der katholischen Kirche Deutschlands gegeben, die nur mit dem Messer behandelt werden konnten, und in solchen Fällen ist der mit der Voraussicht, für die gute Sache, — und jedenfalls wollte das Blatt nur für die katholische Kirche wirken — in Verkennung leiden zu müssen, gepaarter Muth doppelt löblich.</p>
            </note>
         </p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Das Verbot im Königreich Preussen.</p>
         <p>Von einem reelleren Einflusse, als Machinationen, die nicht selten das Gegentheil des bezielten Zweckes bewirken, war das Verbot, welches gegen die <hi rend="italic">Universal-Kirchenzeitung</hi> schon nach wenigen Monaten ihres Bestandes, für den ganzen Umfang der königl. preuß. Monarchie erfolgte. In pecuniärer Beziehung hat dasselbe bei der starken Verbreitung des Blattes im ganzen preuß. Staate einen empfindlichen Verlust für mich zur Folge gehabt. Doch war dieß keineswegs die einzige Seite, wodurch ich mich bei diesem Verfahren schmerzlich berührt fühlte. Ich bin selbst preuß. Unterthan und habe die Treue gegen meinen König und meine Obrigkeit, welche die katholische Religion mir zur ausdrücklichen Pflicht macht, auch im Auslande wohl zu bewahren gewußt. Es konnte mich daher nur auf das Empfindlichste überraschen, gerade von Seiten dieses Staates ein von keinem andern verfügtes Einschreiten gegen ein Unternehmen in's Leben treten zu sehen, das ich, einerseits durchdrungen von dem Gerechtigkeitssinn der hohen königlich preußischen Staatsregierung, und andrerseits im guten Bewußtseyn eines durchaus redlichen Strebens, nimmermehr erwartet hätte. Die deutschen, so wie auswärtige Blätter haben |Sp. 1529| sich in Vermuthungen über den Grund dieses Verbotes erschöpft, von denen ich mir keine einzige zu eigen machen möchte, weil in jeder ein indirekter Vorwurf gegen meinen vaterländischen Staat enthalten war, ohne daß man doch irgend, zu einer Gewißheit darin berechtigt gewesen wäre. Für mich, wie alle meine Umgebungen, völlig außer Stande, irgend eine Muthmaßung als die wahrscheinlichste zu erkennen, und bei der strengsten Prüfung auch jetzt noch in keinem Bewußtseyn, mit dem ich nicht bereit wäre, stündlich vor Gott und meinen König hinzutreten, ist mir nichts übrig geblieben, als gegenüber Einem hohen Ministerium über die Tendenz meines Blattes im Allgemeinen mich zu erklären, und insbesondere <hi rend="italic">nachzuweisen</hi>, daß dasselbe durchaus keine parteiische Stellung gegen Preußen eingenommen habe, wozu die Belege unser Blatt selbst darbietet. Ich verhehle nicht, daß ich auf die meinerseits gegebenen Erläuterungen die Hoffnung gestützt hatte, eine, zugleich beantragte Rücknahme des Verbots zu bewirken. Es ist mir aber auf meine unterthänigste Eingabe an Ein hohes Ministerium weder eine Entscheidung, noch irgend eine Eröffnung zu Theil geworden. Unter diesen Umständen bleibt mir nichts übrig, als die Erklärung, daß ich weit entfernt von vorgreiflichem Urtheile über dieses Verfahren bin und mit gebührender Pflichttreue unter allen Verhältnissen meinem allergnädigsten Könige ein ehrfurchtsvoll gehorsamer Unterthan verbleibe. Diese Erklärung ausdrücklich abzugeben, dazu bestimmen mich wohlerwogene Gründe.</p>
         <p rend="UKZ 3 12 normal">Schlusswort.</p>
         <p>So habe ich mich den über die verschiedenartigen Berührungen, denen auch dieses Unternehmen, wie jedes außergewöhnliche in der Regel, ausgesetzt gewesen, freimüthig, aber, gewiß ohne alle Leidenschaftlichkeit, ausgesprochen. Entschieden und offen in meinen Grundsätzen, und mit einem Herzen voll aufrichtigen Wohlwollens, werde ich nur von Uebelwollenden und Kleingeistigen gemißdeutet werden können—und darüber läßt sich Trost schöpfen.<note place="foot" xml:id="ftn2" n="2">
               <p rend="UKZ 8 fussnote"> Auf die kleinlichen Anfälle unbedeutender Blätter und die Albernheiten die einige Zeitungen sich von sogenannten Correspondenten aufbürden ließen, mich näher einzulassen, wird man mir nicht zumuthen. Daß die Geistesbeschränktheit dasjenige, was sich einigermaßen über die alltägliche Gewöhnlichkeit erhebt weil nicht zu erfassen, auch nicht zu würdigen vermöge, ist nicht zu verwundern; wir haben nun einmal nicht lauter <hi rend="italic">Lessinge</hi>. Was aber die Leute betrifft, über deren Treiben unlängst auch bis <hi rend="italic">Frankfurter Jahrbücher</hi> ein treffendes Wort gesagt, und die während sie nicht einmal meinen Namen zu schreiben wußten, und so auch mich bald aus Bayern, bald aus Westphalen, bald aus Churhessen seyn ließen, besser wissen wollten, was es mit der Univ.-K.-Ztg. für Bewandtniß habe, als wir selbst, denen nach sie bald von jesuitischem, bald von jüdischem Gelde foutenirt ward, bald eine Buchhändlerspekulation zur Grundlage, bald gar kein materielles Substratum haben sollte, die vor dem Erscheinen trotz der bestimmten Ankündigung an dem Erscheinen überhaupt zweifelte, dann solches auf wenige Nummern beschränkt glauben wollten, darnach sich wunderten, daß das Blatt doch fast schon ein Vierteljahr ereicht, und erst schwiegen, als sie sahen, daß wir, ohne von dem Gekläffe am Wege die mindeste Notiz zu nehmen, ruhig unsern Gang fortsetzten und sie sich durch ihre, stets durch den Erfolg widerlegten, Berichte nur lächerlich machten — was diese Leute betrifft , so ist es eben so sehr stillschweigende Uebereinkunft in einer höhern Sphäre des literarischen Lebens, auf solcher Arena keine Lanze zu brechen, als andrerseits derlei Machwerk für Niemand sonst Gewicht und Bedeutung hat, als für die dünkelhafte Einbildung der Concipienten.</p>
            </note>
         </p>
         <p>Ich kann übrigens die Feder nicht niederlegen, ohne zuvor noch allen denen meinen freundlichsten Dank darzubringen, die auf mannigfache Weise meinem Unternehmen ihre geneigte Unterstützung angedeihen ließen, insbesondere aber den sämmtlichen verehrten HH. Spezial-Redactoren, die während unseres ganzen, stets ungetrübten Zusammenwirkens durch ihre eben so verdienstvolle als uneigennützige Thätigkeit sich darauf den gerechtesten Anspruch erworben haben.</p>
         <p>Das verehrl. Publikum, aber ersuche ich, die geschätzte Theilnahme, die es meiner Kirchenzeitung bisher geneigt widmete, auf die neue Organisation derselben zu übertragen, die mit Neujahr 1838 in's Leben tritt, und von der ein besonderer Prospektus nähere Kunde gibt.</p>
         <p>Frankfurt a. M., Ende November 1837, <lb/>Der Begründer und Herausgeber der 
            <hi rend="italic">Universal-K.-Ztg</hi>. <lb/>Dr. <hi rend="italic">J. V. Hoeninghaus</hi>
            <lb/>.<hi rend="normalweight">|Sp. 1530|</hi></p>
        </div>
         <div type="kn">
         <head>
             Kirchliche Nachrichten.</head>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Asien.</p>
         <p rend="UKZ 5 11 kursiv mitte">Mesopotamien.</p>
         <p>‒†‒ Das Bisthum Babylon, seit dem Tode des Hrn. <hi rend="italic">Coupperie</hi> vakant, ist wieder besetzt. Der h. Stuhl hat Hrn. <hi rend="italic">Laurent Trioche</hi>, Sekretär und Schüler des Prälaten dafür ernannt. Derselbe war von dem Verstorbenen in Asien selbst zum Priester geweihet worden, und hatte seit seinem Tode die Diözese als Apostolischer Vikar verwaltet. Er wird auch, wie seine Vorgänger, Apostolischer Delegat und Bisthums-Verweser von Ispahan seyn. Ein chaldäischer Erzbischof, Zögling der Propaganda, hat ihm am Himmelfahrtstage die Weihe ertheilen sollen. Der katholische Patriarch eben dieser Nation, so wie ein syrischer Bischof, zwei chaldäische Priester, zwei syrische und zwei armenische sollten der Ceremonie beiwohnen. — In <hi rend="italic">Chaldäa</hi> wird eine neue Mission errichtet. Zwei <hi rend="italic">Jesuiten</hi>, denen einige <hi rend="italic">Maroniten</hi> als Katecheten beigegeben werden, machen den Stamm derselben aus. Die beiden <hi rend="italic">Jesuiten</hi> waren bereits zu Orfa, dem alten <hi rend="italic">Edessa</hi>, in <hi rend="italic">Mesopotamien</hi> angekommen. Am 2. Mai hatten sie bereits angefangen, einigen Familien, die des geistlichen Beistandes zu lange beraubt gewesen waren, denselben zu spenden. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Ami de la Religion)</p>
         <p rend="UKZ 4 12 kursiv">Kirchenstaat.</p>
         <p>‒†‒ <hi rend="italic">Rom</hi>. Sonntag den 15. Okt. wurde Hr. Kardinal Micara zum Bischof von <hi rend="italic">Frascati</hi> an die Stelle des in das Bisthum <hi rend="italic">Porto</hi> übergehenden Kardinals <hi rend="italic">de Gregorio</hi> geweihet. Die Feierlichkeit fand in der Kathedralkirche von Frascati statt. Kardinal <hi rend="italic">Pacca</hi>, der die Weihe vollzog, wurde von den Patriarchen von Konstantinopel und Antiochien assistirt. </p>
         <p>‒†‒ Se. Emin. der Hr. Kardinal-Vikar hat durch eine Notification vom 11. Okt. bekannt gemacht, der heil. Vater werde sich am 15. Morgens in die Kirche St. <hi rend="italic">Maria Major</hi> begeben, um Gott für das Aufhören der Cholera zu danken. Nach Hersagung der Litaneien der heil. Jungfrau wird Se. Heiligkeit das Tedeum anstimmen, und den Segen ertheilen. An demselben Tage und um dieselbe Zeit wird ein gleicher feierlicher Gottesdienst in den Basiliken zu <hi rend="italic">St. Johann von Lateran</hi> und zu <hi rend="italic">St. Peter</hi>, so wie in allen Pfarrkirchen Rom's abgehalten. Jedermann, der gebeichtet und communizirt hat, wird aufgefordert, dem Gottesdienste in einer oder der andern Kirche beizuwohnen, wofür er völligen Ablaß erhält. — Jedoch müssen bei diesem Dankopfer die der Seuche gefallenen Schlachtopfer nicht vergessen werden. Se. Heil, befiehlt daher, daß in den beiden Basiliken zu <hi rend="italic">St. Johann von Lateran</hi> und <hi rend="italic">St. Maria Major</hi>, wie auch in allen Pfarrkirchen am folgenden Montag feierliche Seelen-Messen gehalten werden sollen. Se. Heilichkeit wird an diesem Tage Kapelle in St. Peter halten, und die Absolution ertheilen. Jedem, welcher der Messe in irgend einer Kirche beiwohnt, wird volle Indulgenz, die sich auch auf die Verstorbenen erstreckt, ertheilt.</p>
         <p>‒†‒ den 19. Oktbr. In der Nacht vom 14. auf den 15. d. M. starb hier Se. Emm. Kardinal <hi rend="italic">Luigi Frezza</hi>. Er war zu Civita-Lavinia, in der Diözese <hi rend="italic">Albano</hi> am 27. Mai 1783 geboren, wurde in dem Consistorium von 23. Juni 1834 zum Kardinal in petto ernannt, und am 11. Juli 1836 mit dem Purpur bekleidet. Die Leiche war in einem der Säle seines Palastes drei Tage hindurch ausgestellt und wurde unter, den gebräuchlichen Feierlichkeiten am 17. nach der Kirche von St. Marcelle gebracht, woselbst am folgenden Morgen eine päpstl. Kapelle im Beiseyn der HH. Kardinäle und der hohen Prälatur gehalten wurde, bei welcher der Kardinal <hi rend="italic">Brignole</hi> die Seelenmesse las. Darauf ward dem Herkommen gemäß der Sarg in mehrere Verhüllungen eingeschlossen und nach der St. Onofriorkirche gebracht, von welcher der Verstorbene titulirt war, und dort beigesetzt.</p>
         <p>‒†‒ den 30. Okt. Vorgestern Abend starb hier, nachdem er mit großer Erbauung die heil. Sakramente empfangen hatte, der Geschäftsträger von <hi rend="italic">Neugranada</hi> bei'm h. Stuhle, Hr. Ignaz <hi rend="italic">Texada</hi>. — </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(D. d. R.)</p>
         <p>— den 24. Okt. Vorgestern wurde in der Peterskirche die |Sp. 1531| Seligsprechung des ehrw. J. <hi rend="italic">Massias</hi> vollzogen. Das schönste Wetter begünstigte dieses Fest, und lud einen großen Theil der Bevölkerung Rom's ein, Zeuge dieser Handlung zu seyn, welche man seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen hatte. Lange Züge von sonntäglich geschmückten Leuten strömten der weltberühmten Kirche zu, die aber die zahlreichen Gäste bequem faßte, denn noch nie, sagt man hier, habe man diesen Tempel ganz voll Menschen gesehen. Von der Engelsburg wehten die päpstlichen Banner, zum Zeichen eines großen Festes der katholischen Christenheit. Schon von Weitem sah man das Bild des Seligen auf einer großen Leinwand gemalt, worunter die Worte standen: Joanni Massias sodali laico dominicano coelestes honores a Gregorio XVI. pont. max. kal. novembre. A. MDCCCXXXVII. solemniter decreti. Ueber der Mittelthür der Vorhalle war ein anderes Bild zu schauen, welches eines der Wunder des Seligen vorstellte, wie er einen Neger, der in einen tiefen Brunnen gestürzt war, wieder lebend und unverletzt hervorzieht. Ein freundlicher Geistlicher, der mir das Wunder haarklein erzählte, übergab mir bei'm Abschied die Lebensbeschreibung des neuen Seligen, wornach er im Jahre 1835 den 2. März in Rivera, Königreich Castilien, von armen Eltern geboren war. Das Innere der Peterskirche war mit rothen seidenen Teppichen behängt, die große Tribüne mit reichen Draperien verziert, und durch Tausende von Kerzen wurde das daraus verbannte Tageslicht ersetzt. Hier waren zwei andere Wunder in großen Bildern vorgestellt, und in Gegenwart der versammelten S. Congregazione de Riti wurden die Gründe und Beweise der Seligsprechung vorgelesen. Dann ward das Tedeum angestimmt. Der Augenblick bot einen feierlich erhabenen Eindruck. Während der Sängerchor mit Posaunenbegleitung das Loblied anstimmt, wird das Bild des Seligen, wie er von Engeln zum Himmel getragen wird, enthüllt. Zugleich läuten alle Glocken des Doms, und draußen donnern die Kanonen. Eine Messe mit Gesang beschließt die Feier. Der heilige Vater, der letzten Sonnabend seine Residenz nach dem Vatican verlegt hat, sah von einem Fenster, über dem Haupteingang der Kirche, der Enthüllung des Bildes zu, und verrichtete Nachmittags seine Andacht zu dem neuen Seligen in der Kirche, wo sich alle andern Kardinäle und Prälaten, welche nicht zur besagten Kongregation gehören, in gleicher Absicht versammelt hatten. Nächsten Sonntag wird eine zweite Seligsprechung erfolgen. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Allg. Ztg.)</p>
         <p>‒†‒ Am 29. Okt. fand in der Patriachal-Basilika des Vatikans die Seligsprechung des ehrw. Paters <hi rend="italic">Martin de Perres</hi> vom dritten Orden der Franziskaner statt. Er war zu Lima in Peru am 9. Dez. 1579 geboren.</p>
         <p>‒†‒ Der ehrwürdige Pater <hi rend="italic">Perrone</hi>, ein Jesuit, Professor der Theologie an dem römischen Collegium, verlas am 17. August in der Akademie der katholischen Religion eine Abhandlung und Beleuchtung über die Symbolik von <hi rend="italic">Möhler</hi> in ihren Beziehungen zu dem Protestantismus und zu der katholischen Lehre. Er hob das Verdienst dieses, vermöge des richtigen Ideenganges, der originellen Ansichten und der durch dasselbe der katholischen Lehre sich darbietenden Stütze merkwürdigen Werkes gebührend hervor. Einiger geringen Mängel ungeachtet, die der gelehrte Professor aufdeckte, jedoch mit der vollkommensten Mäßigung, stellte er das Werk als ein solches hin, welches siegreich darthut, das die protestantische Lehre gegen die Frömmigkeit anstößt, absurde und unzusammenhängend ist. Die Annali delle secenze religiose werden ehebaldigst diese Abhandlung vollständig mittheilen.</p>
         <p>* — In No. 54 der <hi rend="italic">Univ.-K.-Ztg</hi>. ward über die Eröffnung der Sitzungen der kathol. Akademie ein direkt aus dem Diario di Roma übertragener Artikel mitgetheilt. In diesem Artikels der von einem sonst durchaus zuverlässigen Sekretär des Redaktionsbureau's war übersetzt, zufällig aber von der Redaktion nicht revidirt worden, haben sich sinnentstellende Fehler eingeschlichen. Die verehrt. Redaction der wackern „Sion“ entdeckte zuerst diesen Uebelstand und äußert, indem sie eine richtigere Version mittheilt, den Wunsch, daß auch die Univ.-K.-Z. den Fehler wieder gut machen möchte. Aufs bereitwilligste wird diesem Ansinnen hiemit durch Aufnahme ihrer eigenen dankenswerthen Bearbeitung entsprochen.</p>
         <p>„Am 28. Aprill hat die Akademie der kathol. Religion ihre jährlichen feierlichen Sitzungen wieder eröffnet. Die Eröffnungs- |Sp. 1532| rede hat Se. Eminenz der Kardinal <hi rend="italic">Polidori</hi> gehalten, welcher, wohl wissend, was unserer Zeit Noth thut, sich zur Aufgabe machte, zu beweisen, <hi rend="italic">wie nothwendig es sey, der immer zunehmenden Gottlosigkeit unsers Jahrhunderts durch eine radikale Reform der philosophischen Studien, und insbesondere der Metaphysik einen Damm entgegen zu setzen</hi>.</p>
         <p>Nachdem der erlauchte Redner die verschiedenen Stadien, welche der Stolz der menschlichen Vernunft und die Verderbtheit des Herzens in ihren Irrthümern gegen die Religion durchlaufen haben, kurz berührt hatte, ging er zu dem neuesten und gefährlichsten von allen diesen, nämlich zum Indifferentismus und zum gänzlichen Unglauben über, forschte nach der Ursache desselben, und fand sie in den neuen Systemen der Philosophie, die man in den letzten Zeiten in verschiedenen Schulen Europa's eingeführt hat, und die er in vier Hauptsysteme eintheilte; nämlich in das von <hi rend="italic">Locke</hi> in England, das von <hi rend="italic">Reid</hi> und <hi rend="italic">Steward</hi> in Schottland, das von <hi rend="italic">Kant, Fichte</hi> und <hi rend="italic">Schelling</hi> in Deutschland, und in das der <hi rend="italic">Eklektiker</hi> in Frankreich. Hierauf setzte er auseinander die irrigen Urtheile dieser Systeme sowohl bei der Analysirung der Eigenschaften der Vernunftwesen, als in Beziehung auf die Wahrheit im Allgemeinen, und auf die Merkmale der Gewißheit. Er verschwieg aber auch nicht die Lehre von der <hi rend="italic">individuellen Wahrheit</hi>, von dem <hi rend="italic">Privaturtheil</hi>; nicht die geträumten Epochen von <hi rend="italic">Frieden</hi> und <hi rend="italic">GeistesEinigung</hi>; nicht die Theorie der Hoffnung, und <hi rend="italic">einer Religion</hi>, <hi rend="italic">welche bloß aus dem Gefühle entsteht</hi>, das in so vieler Beziehung immerwährend unstet und veränderlich ist; und er machte zugleich auf die höchst traurigen Folgen aufmerksam, welche für die Religion sowohl in Beziehung auf das, was sie zu glauben, als auch auf das, was sie zu thun befiehlt, aus diesen Lehren entstehen. Aus allem bisher Gesagten folgerte er ganz klar die Ursache, warum sich in die Moral die schändliche Lehre des <hi rend="italic">Vergnügens</hi> und des <hi rend="italic">Nutzens</hi>, und in der Metaphysik einerseits der <hi rend="italic">Materialismus</hi>, andererseits der <hi rend="italic">Idealismus</hi>, und aus diesen beiden ein <hi rend="italic">systematischer Skeptizismus</hi> eingeschlichen hat.</p>
         <p>Nachdem der Redner die Natur und den Ursprung des Uebels gezeigt hatte, sprach er über die <hi rend="italic">Mittel</hi> dagegen; setzte fest, wie die Philosophie in Betreff der Methode und abzuhandelnden Gegenstände beschaffen seyn müsse, um so viele Irrthümer des menschlichen Verstandes entfernen zu können, und bewies, daß sie in allen ihren Theilen mit der Religion übereinstimmen, und auf sie, wie auf ihren einzigen Endzweck, zielen müsse. Hierauf äußerte er den Wunsch, daß dieses ja bald geschehen möge, da man die Nothwendigkeit allgemein einsieht. Dann stellte er auf eine glänzende Weise die Vortheile dar, welche für die Wissenschaften entstehen werden, wenn die Jünglinge nicht mehr mit einer phantastischen unparteiischen, sondern mit einer echten und einzigen Philosophie — denn einzig ist die Wahrheit — bekannt, sich zu den Wissenschaften wenden würden. Hier aber verweilte er hauptsächlich bei der Theologie, welche eine besondere Aufmerksamkeit Verdient, und auf welche man sich durch eine Metaphysik vorbereiten soll, die mit den erhabenen Wahrheiten, welche jene lehrt, gleichförmig ist.</p>
         <p>Zum Schlusse, sagt er, daß Rom als der Mittelpunkt der religiösen Einheit, und als der Sitz der Unfehlbarkeit der eigentliche Ort sey, wo so viel Gutes gewirkt, und von wo aus es in die ganze Welt verbreitet werden soll, und er forderte dann die berühmten Akademiker, deren Hauptzweck die Vertheidigung der Religion ist, lebhaft auf, dieses Gute selbst zu bewirken, und die abgedroschene und einfältige Spottrede großmüthig zu verachten, daß man auf diese Weise das aufgeklärte Jahrhundert wieder in die Finsterniß zurückführen wolle, indem der irrgegangene Pilger, wenn er auf dem rechten Weg zurückgeht, nicht rückwärts, sondern vorwärts schreitet.</p>
         <p>Dieser kurze Auszug reicht hin, zu zeigen, wie gewichtig und wie passend für unsere Zeit der Inhalt dieser Abhandlung war. Wenn man aber zudem die seltenen Kenntnisse, den bewunderungswürdigen Zusammenhang der verschiedenen Materien, die Stärke der Vernunftschlüsse, und die würdevolle, kräftige und abwechselnde Beredsamkeit beachtet, womit Alles entwickelt, belebt, verschönert war, so wird Jedermann gestehen, wie gerecht und wohlverdient das oft wiederholte Beifallrufen war, das die |Sp. 1533| ausgesuchte, gelehrte und zahlreiche Versammlung dem vortrefflichen Vortrag des Kardinals gezollt hat.</p>
         <p>‒†‒ Dinstag, am Vorabend des Allerheiligen-Festes, wurden die ersten Vespern in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans gesungen. Am Morgen des Festes wohnte Se. Heil. in Pontifikal-Kleidern, mit der Tiara auf dem Haupte, der feierlichen Messe in derselben Kapelle bei, welcher der Hr. Kardinal <hi rend="italic">Falazcappa</hi>, Bischof von <hi rend="italic">Albano</hi> hielt. Nach dem Evangelium hielt ein Zögling des deutsch-ungarischen Collegiums, <hi rend="italic">Franz Citherle</hi>, eine Predigt in lateinischer Sprache. Nachmittags sang man in derselben Kapelle die Vespern und die Todten-Metten. — Tages darauf feierte Hr. Kardinal <hi rend="italic">de Gregorio</hi>, Bischof von <hi rend="italic">Porto</hi>, in derselben Kapelle die Todtenmesse in Gegenwart des heil. Vaters, der Kardinäle und Prälaten. Se. Heil. schloß die Feierlichkeit durch Ertheilung der Absolution. — Am dritten November fand in derselben Kapelle ein feierlicher Gottesdienst für die verstorbenen Päpste statt. Hr. Kardinal <hi rend="italic">Barberini</hi> hielt das Amt; Se. Heil. war mit dem h. Collegium und der Prälatur gegenwärtig. </p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Ami de la Religion)</p>
         <p>‒†‒ In Folge höherer Erlaubniß wird der ehrw. Kanonikus <hi rend="italic">Damaso Demaire</hi>, vormals apostol. Missionär in Amerika, jetzt Kaplan an der kön. französischen Kirche von St. Luigi in dieser Kirche Vormittags 11 Uhr an jedem Fest- und Sonntage vom nächsten ersten Advent ab, in französischer Sprache |Sp. 1534| predigen. Vorher wird dieß bereits am 1. und 2. Nov. als an Allerheiligen und Allerseelen-Feste stattfinden.</p>
         <p>‒†‒ den 4. Nov. Denen in Rom wohnenden Deutschen ist bekannt gemacht worden, daß in der k.k. österreichischen Kirche <hi rend="italic">di St. Maria dell' Anima</hi> an allen Sonntagen des nächsten Advents zur gewöhnlichen Stunde, nämlich zwei Stunden vor Mittag <hi rend="italic">deutsch</hi> werde gepredigt werden.</p>
         <p>‒†‒ den 11. Novbr. Wir erfüllen die schmerzhafte Pflicht einen neuen Verlust des h. Collegiums in der Person Sr. Em. des Hrn. Kardinals <hi rend="italic">Domenico de Simone</hi>, Diakon von <hi rend="italic">S. Angelo di Pescheria</hi>, anzukündigen. Nach langwieriger schmerzhafter Krankheit, welche er mit exemplarischer Geduld ertrug, hauchte er, versehen mit den Tröstungen unserer heiligsten Religion, am 9. Nachmittags seinen Geist aus. Der Kardinal <hi rend="italic">de Simone</hi> war am 29. Nov. 1768 zu Benevent geboren und von Plus VIII. im geheimen Consiorium vom 15. März 1830 mit dem h. Purpur bekleidet worden.</p>
         <p rend="UKZ 7 11 zeitschriften">(Diario di Roma)</p>
         <p>— den 18. Nov. Vorgestern starb hier am Schlagfluß der Kardinalpriester Giorgio <hi rend="italic">Doria Pamfili</hi>. Dieses ist nun die sechste Eminenz, welche das Sacro Collegio in einer Zeit von fünf Monaten verloren hat, und leider befürchtet man jeden Augenblick die Trauerpost von dem Absterben der Kardinale <hi rend="italic">Membrini</hi> und <hi rend="italic">Benvenuti</hi> zu erhalten.</p>
        </div>
         <div type="anz">
         <head>Anzeigen.</head>
         <p>(93) Bei <hi rend="italic">Franz Varrentrapp </hi>in <hi rend="italic">Frankfurt a. M</hi>. erscheint mit <hi rend="italic">Januar 1838</hi>:</p>
         <p>
            <hi rend="italic">Katholische Kirchenzeitung</hi>. Redigirt von Dr. Julius V. Hoeninghaus, Ritter des päpstlichen Ordens vom goldenen Sporn, correspondirendem Mitgliede der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften</p>
         <p>dieses <hi rend="italic">neue</hi> (mit dem eingegangenen gleichbenannten Aschaffenburger in keinem Zusammenhange stehende) Zeit-Organ für das gesammte Deutschland hat sich die bestimmte Aufgabe gestellt, <hi rend="italic">eine katholische Kirchenzeitung im eigentlichen Sinne des Wortes</hi> zu bilden, und damit einem vor Augen liegenden Bedürfnisse für die hochwürdige Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des Publikums zu begegnen.</p>
         <p>Als <hi rend="italic">katholische</hi> Kirchenzeitung sind es zwei Angelpunkte, innerhalb deren Pole der Charakter des Instituts sich entschieden ausprägen wird: eine unzweideutige, von Glaubenstreue durchdrungene <hi rend="italic">Anhänglichkeit an die h. katholische Kirche </hi>und damit, wie sich von selbst versteht, <hi rend="italic">an den h. römischen Stuhl</hi>, und eine nicht minder aufrichtige <hi rend="italic">Liebe</hi>, im Geiste des Apostels, als Grundbedingung alles wahrhaften Lebens.</p>
         <p>Unerschütterlich in diesen Gesinnungen wurzelnd, wich diese katholische <hi rend="italic">Kirchenzeitung</hi>, von der umfassenden Grundlage eines durch bedeutenden Kostenaufwand gesicherten <hi rend="italic">Quellenreichthums</hi> aus, mit möglichster <hi rend="italic">Vollständigkeit, Treue </hi>und <hi rend="italic">Schnelligkeit</hi>, alle bemerkenswerthen neuen Ereignisse, zunächst aus dem innern Gebiete der römisch-katholischen Kirche, so weit sie in allen fünf Welttheilen über den ganzen Erdkreis verbreitet ist, dann aber auch, und zwar vom katholischen Standpunkte aus, alles dasjenige <hi rend="italic">aus den akatholischen Confessionen</hi> berichten, was für die Beachtung der Katholiken, insbesondere der unseres Vaterlandes, eine nähere Bedeutung hat. </p>
         <p>Gleichwie aus diesen kurzen Grundzügen die Unentbehrlichkeit dieser K. K.-Z. für die katholischen Zeitgenossen einleuchtet, so wird sie auch für gebildete und wahrheitliebende Nichtkatholiken, die dem gegenwärtigen Leben der größten Kirche der Christenheit nicht fremd bleiben wollen, die geeignetste Auskunft bei dem herrschenden Umstande darbieten, daß kein akatholisches Blatt genügend vollständig und unparteiisch über dieselbe berichtet.</p>
         <p>Wöchentlich erscheinen zwei Nummern im größten Quartformate, wozu monatlich ein registrirter Umschlag gegeben wird. Der Preis <hi rend="italic">für den ganzen Jahrgang</hi> ist fl. 9 rhein., oder fl. 7 1/2 Conv. M., oder Rthlr. 5 sächs. Die Versendung geschieht auf buchhändlerischem Wege wöchentlich, oder auf Begehren in Monatheften, per Post aber, gegen eine verhältnißmäßige Erhöhung, nummerweise. Man erbittet sich hienach die Bestellungen, die bei allen löbl. Postämtern und soliden Buchhandlungen (nicht aber bei der Redaction) zu machen sind, auf's Baldigste.</p>
     </div>
         <div>
         <p>
            <hi rend="bold">Buchhandlung</hi>
            <hi rend="italic bold">: F. Varrentrapp – </hi>
            <hi rend="bold">Herausgeber:</hi>
            <hi rend="italic bold"> Dr. J. V. Hoeninghaus. –</hi>
            <hi rend="bold"> Druckerei</hi>
            <hi rend="italic bold">: Heller </hi>
            <hi rend="bold">und</hi>
            <hi rend="italic bold"> Rohm. </hi>
            <hi rend="bold">Maschinendruck</hi>
         </p>
   </div>   
      </body>
   </text>
</TEI>

